Blitzermarathon am Mittwoch in ganz Bayern

Polizei über Raser: "Kein Kavaliersdelikt, sondern häufig lebensgefährlich!"

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Blitzermarathon in ganz Bayern - "Überhöhte Geschwindigkeit ist kein Kavaliersdelikt!"

Landkreise - Es war der nunmehr siebte Blitzermarathon. Von Mittwoch auf Donnerstag hat die Polizei gewissermaßen scharfe und im Fall des Falles sehr teure Fotos geschossen. Die regionale Bilanz fällt völlig unterschiedlich aus. innsalzach24.de war in Erharting dabei.

Seit nunmehr sieben Jahren findet im Frühjahr regelmäßig der sogenannte Blitzermarathon statt. Auch in der Region waren mehrere Kontrollteams von Mittwoch, 6 Uhr morgens bis Donnerstag, 6 Uhr morgens unterwegs. „Drei Trupps von Autobahnpolizei, der Einsatzzug und uns sind jetzt 24 Stunden im Einsatz“, erklärte Polizeihauptkommissar Stocker von der Mühldorfer Polizei vor Ort gegenüber innsalzach24.de. Die komplette Bilanz für Bayern und den Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd lesen Sie HIER.

Blitzermarathon in ganz Bayern - "Überhöhte Geschwindigkeit ist kein Kavaliersdelikt!"

Ausnahmen bestätigen die Regel

Darüber hinaus waren im Gebiet von innsalzach24.de auch die Polizeiinspektionen Altötting und Burghausen mit ihren Laserpistolen unterwegs. Generell sind die Temposünder am Mittwochnachmittag den Beamten mit Respekt begegnet und waren auch einsichtig. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. So war beispielsweise der Fahrer eines Opel, nachdem er bei der Autobahnunterführung in Mühldorf Nord von den Beamten mit dem Messgerät identifiziert worden war, plötzlich verschwunden.

Er hatte wohl die Abfahrt beim Elektrizitätswerk an der Isen genommen, um der Personenkontrolle auf dem Parkplatz des Pauliwirt zu entgehen. "Eine Fahndung rufen wir aber deswegen jetzt nicht aus", erklärte Stocker. „Auch wenn im Falle einer Lasermessung, weil dabei kein Foto gemacht wird, der Regelverstoß dann nicht mehr geahndet werden kann.

Blitzermarathon in ganz Bayern - Es geht um Sensibilisierung

„Fuß vom Gas!“

Bei der Aktion gehe es insgesamt eher darum, den Verkehrsteilnehmern in Erinnerung zu rufen, dass auch bei gutem Wetter unerwartete Situationen eintreten können. Die Geschwindigkeit bleibe nach wie vor der Hauptgrund für Verkehrsunfälle und die Unfallzahlen seien zuletzt wieder gestiegen. "Unfälle auf den Landstraßen mit Schwerverletzten haben wir im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr gehabt", erklärt Polizeihauptkommissar Stocker.

Zu den Hauptgründen für die Verkehrsverstöße würde zum Beispiel der "Abbiege- oder Überholdruck" zählen. Damit bezeichnen die Beamten Situationen, wenn Fahrer noch "schnell vor dem Lkw raus wollen", so Stocker. Auch hänge es oft vom Umfeld ab. So werde nach dem Abfahren von der Autobahn (wie im Fall der Messstelle in Erharting) gerne die eigene Geschwindigkeit unterschätzt.

Blitzermarathon in ganz Bayern - Das kann auch mal teuer werden

"Überhöhte Geschwindigkeit ist kein Kavaliersdelikt, sondern häufig lebensgefährlich", hatte der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann im Vorfeld der Aktion gesagt. "Zu schnelles Fahren ist die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle." Knapp ein Drittel der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen gehe darauf zurück. 2018 wurden in Bayern insgesamt 191 Personen durch Geschwindigkeitsunfälle getötet (2017: 226).

24 Stunden Blitzer-Marathon

Die Bilanz der 24-Stunden dauernden Geschwindigkeitskontrollen fällt daher für die verschiedenen Messbereiche in der Region völlig unterschiedlich aus. Ein Beispiel: Während im Bereich der PI Burghausen an insgesamt drei Messstellen nur drei Verwarnungen ausgesprochen werden mussten, die dann mit bis zu 35 Euro und ohne Punkt in Flensburg geahndet wurden, gab es anderorts deutlich mehr Verkehrssünder. So kam es an den vier Messstellen der PI Altötting zu insgesamt elf Verwarnungen und sieben Anzeigen. Diese werden fällig, wenn die erlaubte Geschwindigkeit um mehr als 20 km/h überschritten wurde.

Blitzermarathon in ganz Bayern - "Überhöhte Geschwindigkeit ist kein Kavaliersdelikt!" Hier ging es am Mittwochnachmittag zur Kasse

"Da war der Führerschein dann aber sofort weg!"

Der Extremwert wurde hier in einem 60er-Bereich der Ortsumgehung von Unterneukirchen festgestellt, wo eine Fahrerin mit 96km/h unterwegs war. Noch krasser war der Fahrer, der an der oben erwähnten Autobahnunterführung beim Autohof Mühldorf Nord bei erlaubten 60 km/h einen LKW im Überholverbot über die gestrichelte Linie mit 105 km/h überholte. "Da war der Führerschein dann aber sofort weg", erklärte Kommissar Stocker. Generell gingen den Beamten im Landkreis Mühldorf deutlich mehr Verkehrssünder ins Netz. Stockers Einsatzgruppe hatte am Aktionstag allein in den ersten sieben Stunden schon 21 Vergehen notiert.

pbj/rw/Pressemeldung des Bayrischen Innenministeriums

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