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Pilz ist Auslöser

Eschentriebsterben: Keine Rettung für die Bäume auf dem Dornberg in Erharting

Auf dem Dornberg sind zahlreiche Eschen umgefallen. Sie wurden von dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“, einem Pilz, so geschädigt, dass sie bei Stürmen umgefallen sind. Schwarz
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Auf dem Dornberg sind zahlreiche Eschen umgefallen. Sie wurden von dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“, einem Pilz, so geschädigt, dass sie bei Stürmen umgefallen sind. Schwarz

Die Bundesregierung schlägt Alarm: Der Zustand der deutschen Wälder ist so schlecht wie noch nie zuvor. Einer der Bäume, die seit etwa 2008 massiv leiden, ist die Esche. Ein Pilz befällt die Eschen, gegen den es bis jetzt noch kein Heilmittel gibt.

Erharting – Die Bundesregierung schlägt Alarm: Der Zustand der deutschen Wälder ist so schlecht wie noch nie zuvor. Auch Umweltverbände und Klimaforscher zeigen sich besorgt. Im vergangenen Jahr ist es den Bäumen in Deutschland so schlecht ergangen wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Das geht aus dem aktuellen Bericht zum Zustand der Wälder hervor, den Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) jetzt vorgestellt hat.

Einer der Bäume, die seit etwa 2008 massiv leiden, ist die Esche. Sie ist ein heimischer Baum, der feuchte Böden liebt. Mittlerweile hat sich aber in ganz Bayern das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ ausgebreitet, ein Pilz der Eschen befällt und gegen den es bis jetzt noch kein Heilmittel gibt. Das bereitet Försterin Monika Löffelmann, Leiterin des staatlichen Forstreviers Waldkraiburg, zu dem auch Erharting gehört, zunehmend Sorge. „Wir müssen hilflos zusehen, wie die Bäume absterben“, bedauert sie.

Pilzbefall ist lange nicht zu sehen

Das Fatale an dem Pilzbefall ist, dass man es den Eschen lange Zeit von außen nicht ansieht. Irgendwann trocknet die Krone ein und zudem werden die Wurzeln von dem Pilz befallen, erklärt Monika Löffelmann: „Dann braucht es nicht viel und auch die stattlichste Esche fällt einfach um“.

Leo Biermeier vom Brauchtumsverein begutachtet die befallenen Eschen, die abtransportiert werden müssen.

Diese Erfahrung musste auch Leo Biermeier vom Brauchtumsverein Erharting machen. Der Verein organisiert am Dornberg immer wieder historische Wanderungen, wo sie in alte Ritterrüstungen schlüpfen und den Teilnehmern von der Dornburg erzählen, die einmal auf dem Dornberg gestanden hat. Vor zwei Jahren erinnert er sich, haben zwei Sommerstürme ordentlich gewütet und zahlreiche Eschen zu Fall gebracht. Diese haben zum Teil auch den Weg versperrt, den sie bei ihren Geschichtswanderungen immer nehmen, so dass diese, nicht nur wegen Corona, im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnten.

Da traf es sich gut, dass Biermeier gut vernetzt ist. Landwirt Christoph Priller rückte mit Schlepper, Seilwinden und ein paar Freunden an und hat noch schnell den gefrorenen Boden genutzt, um zwei Anhänger voll mit umgestürzten Eschen vom Dornberg abzufahren. Rund 40 Kubikmeter Eschenholz wurden aus dem Wald geholt, sagt Priller.

Für Leo Biermeier war das ganz wichtig, denn ihn treibt ein ganz wichtiges Datum um: Im nächsten Jahr will der Brauchtumsverein ein großes Fest feiern. 1322 war nämlich der Habsburger Friedrich der Schöne nach der Schlacht bei Mühldorf für eine Nacht auf der Dornburg gefangen gehalten worden, bevor er drei Jahre lang auf der oberpfälzischen Burg Trausnitz in Haft war.

Sicherheit der Waldbesucher zählt

Deshalb hat der Brauchtumsverein geschaut, dass auf dem Dornberg die umgefallenen Eschen abtransportiert werden. Wenn es die Witterung erlaubt – der Weg muss entweder ganz trocken oder gefroren sein – will Christoph Priller noch einmal anrücken und weitere Bäume abholen.

Auch Försterin Monika Löffelmann ist im gesamten Forstrevier unterwegs, um nach kranken Eschen Ausschau zu halten. Sie ist für die Verkehrssicherung der Waldwege verantwortlich und muss schauen, dass von den Bäumen keine Gefahr für die Menschen ausgeht.

Dabei hofft sie immer, dass sich unter dem Eschenbestand auch einige befinden, die resistent gegen den Pilz sind.

Wenn sich diese wieder vermehren, dann könnte man das Eschentriebsterben möglicherweise auf natürlichem Weg eindämmen.

Eschen jeglichen Alters sind betroffen

Ähnlich der Kastanie sind heimische Eschen durch einen Krankheitserreger bedroht. Seit Anfang des Jahrtausends beobachten Forscher, Baumpfleger und Förster die Symptome des Eschentriebsterbens, dass auch unter dem Namen Eschenwelke bekannt ist. Der Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus pseudoalbidus) verursacht die neue Krankheit an den Eschen. Seit 2007 ist er mit seiner Nebenfruchtform Chalara fraxinea in Deutschland nachgewiesen. Seitdem verbreitet sich das Eschentriebsterben über die ganze Republik und die typischen Symptome sind an vielen Eschen deutlich sichtbar.

Betroffen sind Eschenbestände jeglichen Alters in Wald und Flur. Da die Sporen des Pilzes die Eschen über die Blätter befallen, zeigen sich die ersten Symptome an befallenen Bäumen zunächst an den Blättern in Form von bräunlichen Nekrosen (abgestorbene Stellen). Ab Mitte Juli, führt dies zu einem verstärken Blattfall, in dessen Folge verlichtete Kronen auftreten. Der Erreger breitet sich über die Blattstiele und Triebe weiter bis in Äste und Holz der Bäume aus. Befallene Bäume können nicht gerettet werden.

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