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ovb24.de stellt die Brauereien in der Region vor

Brauerei Erharting: Mälzerei und Landwirtschaft unter weiblicher Führung

Brauerei Erharting
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Amelie (rechts) und Marlis Röhrl von der Brauerei Erharting.

Erharting - Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s - diesen Spruch kennt jeder. Ebenso wie das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516, ein Garant für süffiges und gutes Bier. Bayern und das bayerische Bier - eine Liebesgeschichte, die seit Jahrhunderten besteht. ovb24.de nimmt die Brauereien in der Region ein bisserl genauer unter die Lupe. Marlis Röhrl von der Brauerei Erharting steht uns Rede und Antwort:

+++ Hier finden Sie einen Überblick über alle Brauereien der ovb24-PAY-Serie+++

Seit wann gibt es Ihre Brauerei?

Die Gründung der Brauerei in Erharting erfolgte im Jahr 1872. Es handelt sich seit jeher um einen Familienbetrieb, der bislang ausnahmslos von den Eigentümern selbst geführt wurde.

Wie sieht die Gründungsgeschichte aus?

Bereits im 16. Jahrhundert befanden sich an der Stelle der heutigen Brauerei Erharting eine Gastwirtschaft und ein Bauernhof. Im Jahr 1869 erwarb die Wirtin Anna Liebhart den Mühldorfer Schwaigerbräu und übertrug das Braurecht nach Erharting. Zunächst baute sie im Ortsteil Vorberg einen Lagerkeller. Dieser besteht heute noch als der weitum bekannte Biergarten Sommerkeller. Im Jahr 1872 waren es dann ihr Sohn Ignaz und seine Frau Katharina Liebhart, die in Erharting die Brauerei errichteten. Im Jahr 1924 übernahmen deren Nichte Anna zusammen mit ihrem Mann Jakob Röhrl den Betrieb. Jakob Röhrl entstammte einer alten Brauerdynastie aus Eilsbrunn bei Regensburg. Nach dem Tod von Jakob Röhrl im Jahr 1965 führten Johann und Elisabeth Röhrl das Unternehmen. Seit 1992 leiten Amelie und Marlis Röhrl das Familienunternehmen - nach wie vor mit der eigenen Landwirtschaft und Mälzerei.

Wie erklärt sich Ihr Brauerei-Logo und das Etikett?

In Anlehnung an die ehemalige Ritterburg Dornberg hoch über Erharting wählte man im Jahr 1925 den Ritter als Logo der Brauerei. Dies ist - mit Ausnahme kleiner Überarbeitungen – bis heute unverändert.

Gibt es Vereine, Mannschaften, etc., die von Ihnen gesponsert werden?

Wir unterstützen einige Vereine, die wir gleichzeitig zu unseren Kunden zählen dürfen.

Wie viele Angestellte gibt es bei Ihnen? Bilden Sie aus - wenn ja, in welchen Bereichen?

Wir beschäftigen insgesamt 13 Mitarbeiter einschließlich eines Azubis zum Brauer und Mälzer.

Welche Biere stellen Sie her? 

Unser Sortiment umfasst: Export Hell, Rittertrunk naturtrüb, Dunkel, Pils, Festbier, helles, dunkles und leichtes Weißbier sowie Radler. Daneben produzieren wir Limonaden, Cola Mix und Tafelwasser.

Wie stehen Sie zur Craft-Beer-Bewegung?

Craft-Beer bedeutet ursprünglich handwerklich gebrautes Bier. Dies wurde in Bayern seit jeher so praktiziert. Die Craft-Beer-Bewegung rückt das Bier, seine vier Zutaten und die Vielfalt an daraus entstehenden Geschmacksnuancen ins Bewusstsein der Konsumenten.

Ist das Reinheitsgebot noch zeitgemäß?

Beim Reinheitsgebot handelt es sich um das älteste Lebensmittelgesetz der Welt. Nach unserer Meinung ist es nach wie vor zeitgemäß und soll erhalten bleiben. Eine Abschaffung hätte eine Verwässerung der gesamten Bierlandschaft zur Folge. Den Brauereien gelingt es trotz des Reinheitsgebots eine enorme Vielfalt an Bieren zu produzieren.

Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe für die Herstellung Ihrer Biere?

Gerste und Weizen liefern die eigene Landwirtschaft bzw. Landwirte aus der unmittelbaren Umgebung. Beides wird in der eigenen Mälzerei zu Malz verarbeitet. Der Hopfen kommt aus der Hallertau, das Wasser aus dem eigenen Tiefbrunnen. Die Qualität ist so hoch, dass es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist.

Stichwort Einzugsgebiet: Wo kann Ihr Bier überall erworben werden?

Unser Hauptvertriebsgebiet erstreckt sich circa 50 Kilometer rund um den Schornstein. Daneben haben wir Kunden in München, am Chiemsee und in Italien.

Die Gründung der Brauerei in Erharting erfolgte im Jahr 1872.

Auf welchen Festen sind Sie vertreten und welche Wirtschaften werden beliefert/stehen bei Ihnen unter Vertrag?

Wir beliefern eine Vielzahl an Festen von privaten Feierlichkeiten über Betriebs- und Vereinsfeste bis hin zum Mühldorfer Volksfest. Daneben gehören zahlreiche Gaststätten zu unserem Kundenkreis.

Wie geht es Ihnen in der Corona-Pandemie aktuell und wie blicken Sie in die Zukunft?

Die monatelange Schließung sämtlicher Gastronomiebetriebe hat uns sehr getroffen. Der gestiegene Heimkonsum konnte die Verluste leider nicht auffangen. Derzeit hat sich die Situation beruhigt. Wir hoffen dass es so bleibt und keine Schließungen mehr folgen.

Rückblick auf die letzten 10 Jahre: Was ist da besonderes passiert? Gab es ein besonderes Jubiläum?

Nach 15 Jahren Pause sind wir wieder auf dem Mühldorfer Volksfest vertreten.

Ausblick: Stellen Sie in Zukunft besondere Aktionen in Aussicht?

Im kommenden Jahr feiert Erharting „700 Jahre Schlacht bei Erharting“. Zu diesem Anlass planen wir besondere Aktionen.

Abschließend ein Satz über Sie: Was zeichnet Ihre Brauerei aus?

Vom Halm zum Glas – alles aus einer Hand.

mb

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