Ab 7. September rollt der Zugverkehr wieder

Kraftakt: 1000 Tonnen schwere Brücke bei Erharting mit Hydraulikpressen versetzt

1000 Tonnen schwere Brücke wird eingepasst
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Die 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit Hydraulikpressen bewegt.

Erharting - Gleich drei Eisenbahnbrücken wurden nördlich der A94 erneuert. Die größte und schwerste der drei Brücken wurde mittels Hydraulikpressen und Teflon-Schienen an ihren Endpunkt manövriert.

Schon seit dem 22. August steht der Bahnverkehr im nördlichen Landkreis still. Grund ist die Erneuerung dreier Eisenbahnbrücken nördlich der A94, zwischen dem Autohof Frixing und Rohrbach. Nachdem in der vergangenen Woche zwei alte Brücken abgerissen worden waren, konnten am Samstag und am Montag die beiden Neuen erfolgreich installiert werden. Nach dem Plan der Südostbayernbahn soll der Regelverkehr von und nach Neumarkt St. Veit bereits ab kommendem Montag wieder planmäßig rollen.


Zwischen den beiden neuen Brücken liegt die alte Stahlbrücke über die eigentliche Isen, die von der Bahn erhalten und selbst instand gesetzt werden konnte. Für die anderen Brücken hat die Bahn zwei Vertragspartner eingesetzt, die bereits seit März mit vorbereitenden Arbeiten beschäftigt waren. Seit Juli wurden dann westlich der Bahntrassen die beiden neuen Brücken gebaut. Bereits am Samstag war die neue Brücke über die Verbindungsstraße zum Mößlinger Flugplatz an ihren Bestimmungsort gezogen worden.

Am Montag war es dann auch für die größere der beiden neuen Brücken so weit: mittels Hydraulikpressen sollte das mehr als 900 Tonnen schwere Bauwerk an seinen künftigen Platz geschoben worden. Dort ersetzt es künftig eine historische Brücke aus dem Jahr 1875, die nach einem Hochwasser im Jahr 1899 bereits einmal umfangreich instandgesetzt werden musste.


Wie ein Sprecher der Bahn in München erklärte, hatte diese Brücke ihre Lebenszeit erreicht und musste daher samt Widerlagern erneuert werden. Viel Wasser führte der Entlastungskanal der Isen, über den die neue Brücke führt, aber auch in diesem Sommer: „Insgesamt dreimal reichte das Wasser fast bis zur Oberkante der Spundwände“, erinnert sich Bauleiter Jürgen Sommer an die Bauzeit.

Die neue Brücke misst insgesamt 21,40 Meter in der Länge und 6,92 Meter in der Breite, sodass neben den Schienen künftig auf beiden Seiten auch noch Rettungs- und Betriebswege Platz finden. Sie überspannt mit ihrer lichten Weite von 20 Metern dabei nicht nur den Isenkanal, sondern auch noch den daneben liegenden Feldweg. Alleine 60 Tonnen Stahl sorgen dafür, dass sie künftig dem Gewicht der darüber rollenden Züge standhält.

Unterschiedliche Techniken wendeten die beiden Teams an, um ihre Brücken jeweils an die finalen Bestimmungsorte zu bringen. Während eine Firma die etwa 500 Meter weiter nördlich gelegene Brücke in Endposition zog, schob die andere Firma die größere der beiden Brücken am Isen-Entlastungskanal: „Das Verfahren haben wir zum Beispiel auch 2013 bei der deutlich schwereren Autobrücke über den Inn bei Marktl angewendet“, erklärte Geschäftsführer Ralph Hößle.

Dabei wird das fast 1000 Tonnen schwere Brückenbauwerk von Hydraulikpressen auf zwei mit Teflon beschichteten Stahlschienen in mehreren Schritten jeweils bis zu einen Meter weit geschoben. Durch das Schmiermittel wird die Reibung auf der Stahlschiene soweit reduziert, als ob die Brücke nur rund 50 Tonnen wöge. Bauleiter Costa Dimisianos erklärte die unterschiedlichen Arbeitsweisen so: „Beim Ziehen kann man nicht ohne größeren Aufwand zurück“.

Denn auch wenn die neue Kanalbrücke bereits nach weniger als zwei Stunden die rund 15 Meter zur künftige Position bewegt war, ging es dann an die Feinjustierung: zwei Geodäten machten sich daran, Position und Lage der neuen Brücke genau zu vermessen, was nochmals einige Stunden in Anspruch nahm. 

Die 1000 Tonnen schwere Eisenbahnbrücke bei Erharting wird versetzt

Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker
Tonnenschwere Eisenbahnbrücke wird versetzt
Die rund 1000 Tonnen schwere Brücke wurde mit schwerem Gerät versetzt. © Peter Becker

Im weiteren Verlauf der Woche werden nun Zwischenräume zum Bahndamm aufgefüllt und anschließend Gleistragschotter, Schwellen und Schienen sowie die Signalkabel neu verlegt. Um freigegeben werden zu können, sind dann aber auch noch Belastungstest nötig, damit am 7. September ab vier Uhr morgens wieder der Regelverkehr sicher anlaufen kann.

Wie die Bahn in München mitteilt, wird die zweieinhalbwöchige Streckensperrung außerdem dazu genutzt, den Bahndamm zwischen Vilsbiburg und Geisenhausen zu erneuern. Endgültig abgeschlossen wird Baumaßnahme bei Erharting nach den aktuellen Planungen im Dezember, wenn dann auch alle Hilfskonstruktionen und die Wege zurückgebaut sind.

Peter Becker

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