Gemeinde plant die nächsten Schritte

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Erharting - Nachdem das Bayerische Verwaltungsgericht den Rechtsschutz-Antrag der Bürgerinitiative gegen das Netto-Logistikzentrum abgelehnt hat, plant die Gemeinde die nächsten Schritte.

Jetzt standen die Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans an.

Lesen Sie auch:

Mit einem vorläufigen Eilantrag an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof hatten am Donnerstag die Initiatoren des Bürgerbegehrens noch versucht, dass die Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans für das Sondergebiet in Erharting von der Tagesordnung genommen werden muss. Doch der Verwaltungsgerichtshof gab diesem Antrag nicht statt, die Stellungnahmen Träger öffentlicher Belange zum Bau des geplanten Netto-Logistikzentrums konnten im Gemeinderat behandelt werden.

Der Großteil der Stellungnahmen und die geäußerten Bedenken zu dem geplanten Bau des Netto-Logistikzentrums drehten sich immer wieder um die gleichen Punkte: Der große Flächenverbrauch, Lärm und eine Gefährdung für das angrenzende Wasserschutzgebiet.

So regte das Gesundheitsamt Mühldorf an, dass aufgrund der Lage des Baugebiets in der äußersten Wasserschutzgebietszone die Versorgung mit sauberen Trinkwasser sichergestellt werden müsse, Absprachen mit dem Wasserwirtschaftsamt seien zu treffen. Dieses macht dichte Abwasserkanäle zur Auflage, Niederschläge dürften erst nach einer Reinigung versickern.

Anwohner argumentieren mit einem „gesichtslosen, faden Zweckbau“, sprechen von einer Gefahr für ihre Gesundheit und sehen einen sinkenden Naherholungswert voraus. Sie zweifeln den Nutzen eines Logistikzentrums an, das dem Ruf der Region schaden könnte, sie fürchten um die Qualität des Trinkwassers, und erkennen keinen räumlichen Zusammenhang mit dem Industriegebiet auf Mühldorfer Seite. Ebenfalls prognostizieren sie aufgrund des zu erwartenden Lärms, des großen Gebäudes und beleuchteter Werbeanlagen Nachteile für ihre Wohnqualität.

In ihren Schreiben führen Bauernverband, Bund Naturschutz und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das gleiche Argument an: die Verknappung landwirtschaftlicher Flächen. Stattdessen sollten Industriebrachflächen genutzt werden, um eine weitere Bodenverschwendung zu vermeiden. Die Stadt Töging meldete Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung des Wasserschutzgebiets an.

Diese Argumente entkräftete Bürgermeister Georg Kobler in den Stellungnahmen der Gemeinde. So sollen wasserschutzrechtliche Belange berücksichtigt werden, Werbeanlagen dürfen nicht über das Gebäude hinausragen, die Sichtverhältnisse bei der Ausfahrt auf die Staatsstraße werden nicht beeinträchtigt – wie dies eingangs der Sitzung Franz Eder anmerkte. Auch könne in Zukunft von einem Zusammenwachsen der Gewerbegebiete Mühldorf und Erharting ausgegangen werden, das Netto-Logistikzentrum widerspreche somit nicht dem Anbindungsziel. Aus landesplanerischer Sicht stehe das geplante Vorhaben nicht im Widerspruch zu den „Erfordernissen der Raumordnung“, so die Regierung von Oberbayern. „Der Tenor war am Ende: Alle Auflagen sind erfüllbar“, sagte Geschäftsstellenleiter Walter Gruber auf Anfrage.

Die Beschlussvorschläge gingen gegen die Stimmen von Josef Schmid und Franz Eder (Freie Wählergemeinschaft Erharting) durch.

hi/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser