Klaus Schuster vom Bürgerbegehren bezieht Stellung

Nein zum Netto-Logistikzentrum

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Klaus Schuster vom Bürgerbegehren ist gegen den Bau des Netto-Logistikzentrums.

Erharting – Logistikzentrum ja oder nein? Am Sonntag sollen die Bürger über diese Frage abstimmen. Klaus Schuster vom Bürgerbegehren gibt Gründe gegen das Logistikzentrum:

Eines vorweg: Wir sind für eine wirtschaftliche Entwicklung unserer Gemeinde! Diese ist ohne das Netto-Logistikzentrum möglich! Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Handwerksbetriebe können an anderen Standorten in der Gemeinde angesiedelt werden. Dazu braucht es ein langfristiges Konzept einer Dorf- und Gewerbeentwicklung. Die Arbeit würde sich lohnen: regionale Wertschöpfung, nachhaltiges Wirtschaften und auskömmliche Löhne für die Mitarbeiter würden unterstützt und langfristige Steuereinnahmen garantiert. Das Gegenteil ist derzeit geplant. Es wurde die Ansiedelung eines Logistikzentrums beschlossen ohne die gravierenden Mängel im Schallbericht, die Bedenken des Umweltberichts sowie die Einsprüche der Bevölkerung zu berücksichtigen. Ein Logistikzentrum bei einem Betrieb rund um die Uhr bringt immensen Lärm und Feinstaubemissionen. Die unnatürlichen Lichtverhältnisse beeinträchtigen die gesamte Umgebung. Die Nacht wird zum Tag! Eindrucksvoll ist dies schon an einem deutlich kleineren Logistikzentrum in Frixing zu beobachten. Das Verkehrsaufkommen mit 1100 PKW- und LKW- Bewegungen pro Tag nimmt extrem zu. Die Belastungen werden sich noch erhöhen, da der Betreiber bereits die Belieferung von deutlich mehr Märkten (Plan: 140, Soll: 200) angekündigt hat. Dies wurde in der Planung nicht berücksichtigt. Der riesige Baukörper ist ein massiver Eingriff ins Landschaftsbild und kann auch durch Eingrünungsmaßnahmen nicht ausgeglichen werden. Belange des Naturschutzes wurden nicht ausreichend beachtet, eine Betriebstankstelle in einem aktuellen Wasserschutzgebiet ist nur ein Beispiel dafür. Wenn man 135 000 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche für immer versiegelt, braucht es sehr gute Gründe. Dies ist bei einem Flächenverbrauch von 500 Quadratmetern pro Arbeitsplatz nicht der Fall.

Wird der Standort Erharting für den Betreiber betriebswirtschaftlich uninteressant, verbleibt bei uns eine Industrieruine. In Sachen Gewerbesteuer ist davon auszugehen, dass auf Grund des Mühldorfer Anteils, der abzuführenden Kreisumlage sowie der vielfältigen Abschreibe- und Verrechnungsmöglichkeiten eines bundesweit tätigen Unternehmens nur mit einem kleinen Teil der genannten Summe für Erharting zu rechnen ist. Die Zahl der Arbeitsplätze wurde in den letzten Monaten ständig nach unten korrigiert. Außerdem ist die Anzahl in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung unrealistisch. Dadurch erhält die Gemeinde weder vernünftige Umlagen der Einkommenssteuer, noch Gewerbesteuer, da sich diese aus der Lohnsumme aller Standorte des Unternehmens errechnet. Bei 4000 Filialen und 18 Logistikzentren eine völlig unkalkulierbare Größe! Wer hat also etwas davon? Natürlich der Betreiber, dessen expansive Unternehmensstrategie unterstützt wird. Wir möchten, dass Erharting lebenswert bleibt und setzen daher auf eine wirtschaftliche Entwicklung, die neben wirtschaftlichen, auch soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt!

Neumarkter Anzeiger

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