Erhartings Bürgermeister Georg Kobler

Ja zum Netto-Logistikzentrum

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Erhartings Bürgermeister Georg Kobler ist für den Bau des Netto-Logistikzentrums.

Erharting – Logistikzentrum ja oder nein? Am Sonntag sollen die Bürger über diese Frage abstimmen. Erhartings Bürgermeister Georg Kobler gibt Gründe für das Logistikzentrum:

„Unser ländlich strukturierter Ort Erharting soll in seinem Ursprung erhalten bleiben. Daher möchte die Gemeinde ihren Ortskern von größeren Gewerbebetrieben frei halten. Angesichts der äußerst günstigen Anbindung an die A 94 mit eigener Ab- und Auffahrt bietet sich ein Gewerbegebiet zwischen Erharting und Mühldorf geradezu an. Die Ansiedlung von kleineren Betrieben dort ist aus baurechtlichen Gründen nicht möglich, da die Anbindung an bestehende Siedlungseinheiten fehlt. Eine Ausnahme von diesem Anbindegebot macht „ein Vorhaben im Bereich Logistik, das auf einen unmittelbaren Autobahn- oder Bahnanschluss angewiesen ist“. Nachdem nun Netto angefragt hatte, hier ein Logistikzentrum zu bauen, wurden die notwendigen Grundstücke gesichert, die erforderlichen Beschlüsse mit großer Mehrheit gefasst und die planungsbeziehungsweise baurechtlichen Schritte in zwei aufwendigen Auslegungsverfahren durchgeführt mit dem Ergebnis, dass Baurecht geschaffen werden kann, weil alle gesetzlichen Forderungen an das Logistikzentrum erfüllt werden können. Nochmals klar stellen möchte ich, dass wir gemäß dem Landesentwicklungsplan für keinen anderen Gewerbebetrieb außer für ein Logistikzentrum Baurecht erhalten hätten. Des Weiteren war bei der Entscheidung für das Netto- Logistikzentrum ein wichtiges Kriterium die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen mit sehr hoher, hoher und auch geringerer Qualifizierung. Arbeitsplätze zu schaffen ist eine der Hauptaufgaben einer Gemeinde, um ein Abwandern in andere Regionen zu verhindern, wo es Arbeit gibt. Vor allem junge Menschen werden immer dort hinziehen, wo sie einer Beschäftigung nachgehen können. Bei der zu erwartenden Gewerbesteuer für die Gemeinde Erharting wurde von der Firma Netto eine Berechnung auf der Grundlage eines vergleichbaren Logistikzentrums herangezogen.

Ausgehend vom heutigen wirtschaftlichen Stand und unter Berücksichtigung des aktuellen Gewerbesteuerhebesatzes unserer Gemeinde von 350 Prozent würde sich bei erwartungsgemäß gleicher Voraussetzung der Beschäftigtenzahl ein voraussichtliches Gewerbesteueraufkommen von gerundet 318 000 Euro pro Jahr ergeben. Selbst wenn man den Gewerbesteueranteil der Stadt Mühldorf von einem Drittel abzieht und andere anfallende Steuern dagegenrechnet, übersteigt dieses Gewerbesteueraufkommen die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde in den letzten fünf Jahren in Höhe von rund 70 000 Euro pro Jahr erheblich. Mit dieser um ein Vielfaches vermehrten Gewerbesteuereinnahme könnte die Gemeinde den Schuldenstand reduzieren, in die gemeindliche Infrastruktur investieren und mehr Leistungen für das Allgemeinwohl erbringen, was sonst aufgrund des knappen Haushalts nicht möglich ist: Leistungen für die Vereine, die gemeinnützige Arbeit sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene und ältere Menschen leisten, Leistungen für die Schaffung von Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene sowie Leistungen für die Bezuschussung von Projekten.

Neumarkter Anzeiger

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