Erfolreich in der Nische

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Helmut Solleder und Peter Feldl.

Ampfing - Helmut Solleder und Peter Feldl betreiben im Gewerbegebiet Neuhaus ihre Firmen D&T Engineering und FeSoCut. Von außen unscheinbar, beliefert das Sechs-Mann-Unternehmen mit seinen Nischenprodukten die ganze Welt.

Helmut Solleder beschreibt die Branche, in der er und sein Kompagnon Peter Feldl ihr Geld verdienen, als Fischsuppe: "Mal hat der den Kopf oben, mal ein anderer. Aber alle kennen sich." Solleder und Feldl kennt man dabei vor allem als Tüftler, deren Produkte komplexe technische Standards und ganz spezielle Kundenwünsche erfüllen. Als gelernte Metall-Industriemeister hatten sich die beiden vor Jahren bei Siemens kennengelernt. 1996 dann beschlossen Feldl aus Zangberg und Solleder aus Adelzhausen, sich mit ihren Ideen selbständig zu machen. Der erste Firmensitz war Forstern, dann ging es nach Forstinning. Die Nähe zu ihren Zulieferern und vor allem die günstigen Preise für Gewerbeflächen lockten das Duo schließlich nach Ampfing. Und seitdem führt die Erfolgskurve der Unternehmer stetig nach oben.

Die größere und wirtschaftlich bedeutendere Firma der beiden ist D&T Engineering. D steht dabei für Design, T für Technik. Mit dem Anspruch, "nicht bloß Blech auf Blech" zu schrauben, entwickeln Feldl und Solleder Sonderanfertigungen für die Industrie. Vorzeigeprodukte sind dabei etwa eine Prüfzelle für die europäische Trägerrakete Ariane 5 oder Fahrzeugbezettelungsroboter für BMW. Derzeit liegt der Schwerpunkt jedoch auf der Entwicklung und Produktion von Papier-Kommissionierzellen, Zusammentragmaschinen und Roboterzellen, unter anderem für den Buchdruck.

Passgenaue Lösung, null Toleranz

Ein Robotergreifer aus dem Hause D&T. Das Teil wiegt komplett nur rund 12,5 Kilogramm.

Die Firma FeSoCut kam 2006 dazu, "weil die Maschinen, die es bis dahin gab, weder unseren technischen, noch unseren Design-Vorstellungen entsprachen" , erklärt Solleder die Ursache zur Gründung des zweiten Standbeins. Aus FeSoCut-Basismaschinen entstehen in Ampfing nun hochpräzise Trennmaschinen für Stahl und Hartmetalle, Industriemechanik und Glas. Das Erfolgsgeheimnis sowohl von D&T als auch von FeSoCut: "Wo es käuflich nichts gibt, schauen wir, dass wir Lösungen anbieten können." Die schlanke Unternehmensstruktur - Solleder, Feldl, drei Facharbeiter und eine Sekretätin - erlauben, schnell zu reagieren und Produkte in kleinsten Stückzahlen anzubieten. "Wo sich für Großunternehmen der Aufwand nicht lohnt, kommen wir mit unseren Nischenprodukten ins Spiel."

Auch wenn auf lange Sicht die Mitarbeiterzahl aufgrund der guten Auftragslage wohl wachsen wird, möchte Solleder nicht mehr als zehn Mann beschäftigen. Frei nach dem Motto: "Lieber klein und gesund als aufgebläht und morsch." In der aktuellen Wirtschaftskrise habe FeSoCut "ein paar Federn lassen müssen", gibt Solleder zu. Seine und Feldls Maschinen, die sich durch einen hohen Automatisierungsgrad auszeichnen, seien in unsicheren Zeiten einfach weniger gefragt. "Aber Anfragen sind da", beruhigt Solleder. Zudem könne er sich in Krisenzeiten auf D&T verlassen: "Sondermaschinen braucht man immer." zip/Mühldorfer Anzeiger 

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