Mettenheimer Engel sollen bleiben

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Die Mettenheimer Engel sollen in einer Sonderausstellung im Diözesanmuseum gezeigt werden. Der Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen.

Mettenheim - Der Gemeinderat Mettenheim sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich dagegen aus, den Engelszyklus der Pfarrkirche St. Michael für sechs Monate an das Diözesanmuseum Freising auszuleihen.

Von 6. November bis 1. Mai widmet sich das Diözesanmuseum in Freising in einer Sonderausstellung dem Thema "Engel - Mittler zwischen Himmel und Erde". Neben zahlreichen anderen Leihgaben sollen auch die sechs Mettenheimer Engel zu sehen sein, einer entsprechenden Anfrage hat die Kirchenverwaltung nach längerer Diskussion bereits zugestimmt.

Nun stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Ob dieser überhaupt ein Mitspracherecht in der Angelegenheit hat, ist laut Bürgermeister Stefan Schalk nicht abschließend geklärt. "Im Grunde stimmen wir heute doch nur darüber ab, ob wir bei den Mettenheimer Bürgern gut oder schlecht dastehen", brachte es Richard Obermaier (CSU) auf den Punkt. Denn die Mehrheit der Bevölkerung sei nun einmal dagegen, die Engel nach acht Jahren Abwesenheit während der Restaurierung schon wieder herzugeben.

Bürgermeister Schalk zeigte Verständnis für die Einwände, machte aber zugleich deutlich, dass er nach langer Überlegung für die Ausleihe stimmen werde. "Uns muss klar sein, welches Signal von unserer Entscheidung ausgeht. Und wenn ich an die anstehende Restaurierung der Seitenaltäre denke, dann brauchen wir wieder die Unterstützung des Kulturreferats."

Dieses Argument wollte Matthias Größl (ÜWG) nicht gelten lassen: "Erpressen lassen wir uns nicht. Außerdem haben die Gemeinde und die Bürger ebenfalls einen großen Teil der Kosten getragen." Ähnlich sieht es Johann Schaumeier (CSU): "Auch viele Mettenheimer haben gespendet. Und die hätten kein Verständins, wenn die Engel jetzt wieder weg kommen."

Eine Teilung der Engelsgemeinschaft - als Kompromisslösung von Josef Eisner (CSU) ins Spiel gebracht - käme nicht in Frage, betonte Schalk: "Das Museum will alle Engel, nicht nur zwei."

Die Befürworter folgten der Argumentation von Diakon Manfred Scharnagl, der in einem Schreiben an die Gemeinderäte die Gründe für die positive Entscheidung der Kirchenverwaltung dargelegt hatte. "Das klingt überzeugend", sagte Wolfgang Rasch (ÜWG). "Und aus Sicht einer Museumsbesucherin muss ich zustimmen. Sonst gäbe es ja nirgends etwas zu sehen", erklärte Elfriede Prucker (CSU).

Michael Mooshuber (ÜWG) wunderte sich über die Haltung der Kirchenverwaltung: "Dort war man doch anfangs auch dagegen. Jetzt frage ich mich schon, warum die ihre Meinung plötzlich geändert haben", sagte er mit Blick auf Kirchenverwaltungs-Mitglied Matthias Größl. Der wollte sich dazu nicht äußern, sagte nur so viel: "Ich bin stinksauer."

Doch alle Überzeugungsarbeit von Stefan Schalk nützte nichts: Neben dem Bürgermeister sprachen sich nur noch Wolfgang Rasch, Elfriede Prucker, Dietmar Aimer (SPD), Gertraud Schwarze (ÜWG) und Ludwig Haslinger (CSU) für die Verleihung aus. Von Seiten der Gemeinde ist der Antrag also abgelehnt, nach Freising werden die Engel aber wohl trotzdem ausgeliehen. ha

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