Endlich mehr Zeit für die Hobbys

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Diakon Dieter Mogalle war beinahe zehn Jahre in Waldkraiburg aktiv. Jetzt geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

Waldkraiburg - Fast zehn Jahre machte er in der evangelischen Kirchengemeinde Jugend- und Seniorenarbeit. Bald geht Diakon Dieter Mogalle in den Ruhestand.

Mein Chef habe mir vors Schienbein getreten, deshalb solle ich etwas kürzer treten. So hat der behandelnde Arzt Diakon Dieter Mogalle zu verstehen gegeben, dass er nach seinem Schlaganfall mehr auf seine Gesundheit achten müsse. Deshalb wird sich der beliebte Seelsorger zum 1. Oktober in den Ruhestand verabschieden. "Ich freue mich auf das Rentnerdasein", sagt der 64-Jährige.

Es war am 1. Oktober 2001, als Dieter Mogalle in Waldkraiburg die Diakonstelle in der evangelischen Kirchengemeinde antrat. Er habe sich ein paar Stellen angeschaut, doch in Waldkraiburg habe er gleich einen guten Draht zum damaligen Pfarrer Herbert Wirth und dem Kirchenvorstand gespürt.

Mit 15 Jahren ging er zu den Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission, einer Diakonschule in der Nähe von Nürnberg. Nach Ausbildung, Praktika und Fachakademie blieb er dann erst einmal zehn Jahre dort und war dort in der Jugendarbeit aktiv. Weitere Stationen waren Treuchtlingen und Coburg, bevor es Dieter Mogalle nach Waldkraiburg verschlug.

Hier war er für die Leitung des Hauses unterm Regenbogen (damals noch Seniorenhaus) zuständig. Doch nicht nur die Arbeit mit Senioren stand auf seinem Tagesplan, sondern auch das Engagement für Kinder und Jugendliche: Kinder- oder Krabbelgottesdienste, Konfirmandenunterricht, der Kindergarten, aber auch bei der Bildung neuer Kinder- und Jugendgruppen sowie bei der Organisation von Kinder- und Jugendfreizeiten schob er mit an. "Vieles gab es vorher seit Jahren nicht mehr. Da musste ich wieder bei Null anfangen", erinnert sich Mogalle.

Gerade über den Konfirmandenunterricht kam er in Kontakt mit Jugendlichen, von denen sich auch einige danach entschlossen, ihn bei der Arbeit in den Jugendgruppen zu unterstützen. "Man braucht gute ehrenamtliche Mitarbeiter; und die habe ich gehabt."

Insgesamt hat er die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sehr geschätzt. Hier bekomme man unmittelbares Feedback: "Die Kinder sagen dir unverblümt, was sie denken oder empfinden". Doch auch die Seniorenarbeit wird er vermissen, da ist er sich sicher.

Fast 50 Jahre hat Dieter Mogalle nun gearbeitet, jetzt möchte er seinen Ruhestand genießen. "Ich habe immer gerne gearbeitet", so der angehende Ruheständler, der sich jetzt aber auch darüber freut, endlich mehr Zeit für seine Hobbys zu haben: Briefmarken, die sich bisher einfach zu Hause stapeln, können jetzt geordnet werden. Außerdem kann sich Mogalle jetzt - ohne schlechtes Gewissen - hinsetzen und stundenlang puzzeln. Einen großen Bogen muss er allerdings um jeden Buchladen machen, da er bereits jetzt Platzprobleme hat. Dafür darf sich seine Lebensgefährtin, mit der er seit fast zwei Jahren in Burghausen lebt, freuen, dass sie immer mit einem leckeren Essen erwartet wird, wenn sie nach er Arbeit nach Hause kommt. "Ich freue mich aufs Kochen", so Mogalle.

Ob und wann es einen neuen Diakon in Waldkraiburg geben wird, ist derzeit noch nicht ganz klar. "Wir hoffen, dass die Stelle neu besetzt werden kann", sagt Mogalle. Der Kirchenvorstand, so weiß er, arbeitet gerade an einem entsprechenden Stellenprofil. Damit es keinen Leerlauf gibt, wird er der Pfarrei auch nach seiner offiziellen Verabschiedung am 7. November weiter als ehrenamtlicher Mitarbeiter erhalten bleiben. So ist bereits klar, dass er den Konfirmandenunterricht weiter machen wird.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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