Emotion contra Wissenschaft

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Dr. Walter Irlinger vom Denkmalamt (links) hatte in Mettenheim einen schweren Stand, rechts daneben Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk.

Mettenheim - Hitzige Diskussionen gab es bei der Informationsveranstaltung zur Denkmalliste der Gemeinde Mettenheim im Kreuzerwirt.

Die Mettenheimer Bürger fürchten zum einen, dass sie durch diese neue Denkmalliste nicht mehr Herr auf ihrem eigenen Grund und Boden sind. Zum anderen haben sie die Sorge, dass ihre Grundstücke massiv an Wert verlieren, wenn sie in der Denkmalliste auftauchen.

Die Seite der Landesamtes vertrat Dr. Walter Irlinger. Er versuchte das Procedere zu erklären, wie und warum Grundstücke in der Denkmalliste auftauchen. Er zeigte, welche Baudenkmäler oder Bodendenkmäler in der Gemeinde Mettenheim relevant sind und welche Folgen sich daraus ergeben.

Eine Annäherung der beiden völlig konträren Standpunkte war im Verlauf der Informationsveranstaltung nicht zu erkennen. Irlinger wurde nicht nur einmal die Kompetenz abgesprochen, sondern auch klar gemacht, dass keine sachliche, sondern eine politische Lösung gesucht wird. Das offensichtliche Ziel der Mettenheimer Bürger: die Zahl der Bau- und Bodendenkmäler in der Gemeinde reduzieren oder Mettenheim am besten ganz aus der Denkmalliste streichen.

Doch Archäologe Irlinger berief sich auf das bayerische Denkmalschutzgesetz, das sein Tun legitimiert. Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Bürgern war nach Ansicht von Versammlungsteilnehmern nicht zu erkennen. Obwohl die neue Denkmalliste landkreisweit für Aufruhr und Unverständnis unter den Bürgern sorgt, beharrte Irlinger auf dem regulären Verfahrensweg. Das heißt: Das Landesamt für Denkmalpflege erfasst Bau- und Bodendenkmäler und informiert darüber die jeweilige Gemeinde. Die Kommune hat ihrerseits die Aufgabe, ihre Bürger davon in Kenntnis zu setzen. Kontakt zu den einzelnen Grundstücksbesitzern nimmt das Denkmalamt nicht auf. Immerhin sicherte Irlinger zu, dass alle Einwendungen der Gemeinde sowie der betroffenen Grundstücksbesitzer "ehrlich und ernsthaft geprüft und bewertet werden".

In der Gemeinde Mettenheim gibt es 35 Baudenkmäler, vier sollen aber wieder gestrichen werden. Dazu kommen 21 Bodendenkmäler, wovon zehn so genannte Altorte sind, sowie sieben Teile des Lagers Mettenheim Hart aus dem dritten Reich. Ensemble ist kein einziges in der Denkmalliste zu finden.

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