Elsner muss gehen: Die Hintergründe

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Vorsitzende Engelmann

Mühldorf - Seit Freitagabend ist Marc Elsner nicht mehr Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands. Doch wieso musste Elsner gehen. Die Hintergründe:

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Mit deutlicher Mehrheit habe der Vorstand beschlossen sich von Elsner zu trennen, teilte das Rote Kreuz nach der Sitzung mit. "Die Vertrauensbasis war beim Großteil des Vorstands nicht mehr gegeben, auch der Revisionsbericht konnte das Vertrauen nicht mehr herstellen", heißt es in einer Mitteilung, die der stellvertretende Vorsitzende Johannes Trä unterschrieben hat; er leitet den Kreisverband jetzt kommissarisch. Vorsitzende Susanne Engelmann und zwei weitere Vorstandsmitglieder, Schatzmeister Matthias Pichlmeier und stellvertretender Vorsitzender Reinhard Hinmüller, legten nach dem Beschluss ihre Ämter nieder, "sie konnten diesen Schritt nicht mitgehen", schreibt Trä.

Der ehemalige Geschäftsführer Elsner stand schon lange in der Kritik, vor allem Ehrenamtliche kritisierten seinen Führungsstil. Dem schloss sich in den vergangenen Monaten auch die Mehrheit des Vorstands an, der Elsner vorwarf, er führe Vorstandsbeschlüsse nicht aus. Darüber, so die Vorwürfe, habe es Unregelmäßigkeiten bei der Ausübung von Tätigkeiten außerhalb des Kreisverbands und bei der Abrechnung von Fahrtkosten gegeben. Zu diesen Fragen sollte der Bericht der internen Revision Auskunft geben.

Geschäftsführer Elsner (zweiter von links).

Zu diesem seit einigen Tagen vorliegenden Bericht (wir berichteten) wollte sich Trä gestern auf Nachfrage nicht äußern. Der müsse im Vorstand und der neuen Geschäftsführung genauer analysiert werden. "Zu den Aussagen in dem Bericht kann ich noch keine Angaben machen." Auch zu den im Vorfeld genannten Unregelmäßigkeiten bei Dienstwagen- oder Fahrtkostenabrechnungen äußerte sich der neue kommissarische Vorsitzende zurückhaltend: "Wir werden beurteilen, wie gravierend das ist und was als üblicher Standard bei einer Hilfsorganisation gilt, die von Spendengeldern lebt."

Elsner nahm nach Angaben von Vorstandsmitgliedern selbst nicht an der Sitzung teil, er hatte sich krank gemeldet. Für eine Stellungnahme war er gestern nicht zu erreichen.

Die zurückgetretene Vorsitzende Engelmann erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme: "Da der Vorstand in zwei Teile zerfällt und nicht mehr in seiner Gesamtheit hinter mir als Vorsitzende und hinter unserer Geschäftsführung steht, mache ich meinen Platz frei für einen Nachfolger, der vielleicht einige unserer Ideen fortführt und auch eigene Vorstellungen in die Rotkreuzarbeit einbringen wird", schreibt sie. "Die Kündigung unseres Geschäftsführers trage ich nicht mit." Stattdessen verweist sie auf Erfolge der Vergangenheit. "Mit der Kreisgeschäftsführung", namentlich nennt Engelmann: "Herr Elsner, Frau Stühler und Herr Sterba, haben wir ein richtig gutes Team gebildet und auch die Vorstandsarbeit hat bis ins letzte Jahr wirklich Spaß gemacht." Auf Nachfragen wollte Engelmann nicht antworten.

Die Leitung des Mühldorfer Roten Kreuzes übernimmt kommissarisch der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Josef Jung. "Die Kreisverbände Mühldorf und Altötting sowie der Bezirks- und Landesverband sind sich dabei absolut einig, dass eine Zusammenlegung der beiden Kreisverbände derzeit kein Thema ist", betont Trä. Weder die beiden Kreisverbände noch Bezirks- oder Landesverband wollten einen Zusammenschluss. Der Vorstand bleibe handlungsfähig, da es auch für die Posten der zurückgetretenen Mitglieder rechtmäßig gewählte Vertreter gebe. "Wir werden jetzt mit Engagement nach vorne gehen und mit der Basis eng zusammenarbeiten", versprach Trä.

hon

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