Einigung bei der Innkanalbrücke

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In der Pause zwischen Vortrag und Diskussion stand Bürgermeister Günther Knoblauch an den ausgehängten Plänen Rede und Antwort.

Mühldorf - Ruhig verlief die erste von heuer nur drei Bürgerversammlungen. Die beste Nachricht an dem Abend war wohl die über den Neubau der Innkanalbrücke.

Gastwirt Adolf Spirkl hatte es gut gemeint mit den rund 100 Besuchern der ersten Bürgerversammlung, die am Montagabend in Mößling über die Bühne ging. Die Heizungen liefen auf Hochtouren, entsprechend warm war es im großen Saal. Von einer hitzigen Atmosphäre kann trotzdem keine Rede sein, ruhig und sachlich ging es zu - bei gerade einmal vier Wortmeldungen im Diskussionsteil (siehe Bericht auf der nächsten Seite).

Bürgermeister Günther Knoblauch hatte in seinem Vortrag vor allem eine neue Nachricht im Gepäck: "Die Verhandlungen über den Neubau der Innkanalbrücke an der Kapellenstraße sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen", verkündete er. "Wir haben uns endlich mit dem Verbund und dem Landkreis über die Modalitäten geeinigt."

Demnach werden Stadt und Kreis jeweils 220.000 Euro bezahlen, damit aus der geplanten Sanierung durch den Verbund ein Neubau wird - mit einem Geh- und Radweg auf einer Seite. Möglicher Fertigstellungstermin des Zwei-Millionen-Euro-Projekts: Ende 2013.

Darüber hinaus blickte der Gastgeber auf ein "besonderes Jahr mit Höhen und Tiefen" zurück. Die Finanzkrise sei auch an Mühldorf nicht spurlos vorübergegangen, was sich vor allem im Bereich der Gewerbesteuereinnahmen niedergeschlagen habe. "Wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren keine Darlehen mehr aufnehmen. Bei allen Wünschen und Vorhaben betreiben wir mit Sicherheit kein finanzpolitisches Harakiri", teilte Knoblauch mit. Er verwiesstattdessen auf die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, etwa durch dieAnsiedlung von Unternehmen - allen voran H&M, der am 24. November eröffnet.

Was das geplante Netto-Logistikzentrum an der Nordumfahrung betrifft, müsse man sich derzeit den Überprüfungen auf Natur- und Artenschutz stellen. Das interkommunale Projekt mit der Gemeinde Erharting sei ein wichtiger Fingerzeig für die Zukunft: "Wir müssen als Kreisstadt den Kontakt zum Umland suchen. Denn wir können nun einmal nicht alle Flächengrößen vorhalten, die für derartige Bauvorhaben benötigt werden."

Auf großes Interesse bei den Besuchern stießen die ausgehängten Pläne für die Kinderkrippen in Mühldorf St. Pius und in Mühldorf-Süd. "Damit halten wir so viele Kinderbetreuungsplätze vor wie nie zuvor", machte Knoblauch klar. Mit dem Bau der Mittelschule habe man zudem harte Fakten geschaffen: "Das ist unser Pfund, wenn es um eine mögliche Realschule, Fachoberschule oder Berufsoberschule geht."

Kopfzerbrechen bereitet dem Bürgermeister nach wie vor der Stillstand in Sachen Europastraße. Einmal mehr äußerte er sein Unverständnis darüber, dass hier die "privaten über öffentliche Interessen gestellt werden, obwohl wir in unmittelbarer Nachbarschaft ein identisches Grundstück zum Tausch anbieten".

Abschließend bedankte sich Knoblauch bei den Mitgliedern der Mößlinger Feuerwehr, die aufgrund der großen Eigenleistung im Zusammenhang mit dem neuen Anbau "beispielgebend sind, was bürgerliches Engagement betrifft". Mit Blick auf die Planungen eines eigenen Schießstandes für den Schützenverein D'Iengauer betonte Knoblauch, dass es auch hier ohne Beteiligung des Vereins nicht gehen werde.

Eine Spitze in Richtung Ulrich Niederschweiberer, der in der vergangenen Woche die Schließung der Mößlinger Waage kritisiert hatte (wir berichteten), konnte sich Knoblauch am Ende nicht verkneifen: "Der, der am lautesten schreit, hat die Waage zuletzt vor drei Jahren benutzt."

Weitere Termine

Die weiteren Bürgerversammlungen finden am Donnerstag, 3. November, um 20 Uhr im "Haberkasten sowie am Freitag, 4. November, um 20 Uhr in der Gaststätte "Jettenbacher Hof" statt. Die Versammlung in der Alpenrose entfällt heuer, da dort derzeit nach einem Pächter gesucht wird. (Siehe auch Bericht auf der nächsten Seite).

Mühldorfer Anzeiger

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