Kitas als Standortvorteil

+
Die Kindertageseinrichtungen im Landkreis sollen nach den gleichen Standards in Zukunft arbeiten.

Buchbach/Mühldorf - Die Bürgermeister sind sich einig: In den Kindertagesstätten im Landkreis Mühldorf sollen die gleichen hohen Standards gelten.

In den Kindertagesstätten im Landkreis Mühldorf sollen die gleichen hohen Standards gelten. Dies wurde auf der letzten Bürgermeister-Versammlung in Buchbach beschlossen. Eine eigene Expertengruppe wurde dazu eingerichtet.

In den Kindergärten und Kinderkrippen im Landkreis Mühldorf sollen alle Einrichtungen auf einen qualitätsmäßig hohen Standard gebracht werden. Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner brachte diesen Vorschlag ein, der ohne Gegenstimme verabschiedet wurde. "Wir müssen schauen, dass wir im Landkreis bei der Kinderbetreuung keine Unterschiede mehr haben", erklärte Dr. Dürner.

Eine eigene Expertengruppe wurde dazu eingerichtet. Ihr gehören Bürgermeister, Vertreter der Träger, des Amtes für Jugend und Familie sowie Leiterinnen von Kindergärten an. Bis März nächsten Jahres sollen die Vorschläge auf dem Tisch liegen.

Gerhard Dix, Referatsleiter Bildung und Soziales des Bayerischen Gemeindetags, stellte fest, dass derzeit rund 1000 Erziehrinnen in Bayern fehlen würden. Die Umsetzung des "Wahl- und Wunschrechtes der Eltern" mache die bisherige Regelung der Gastkinder in Kindertageseinrichtungen in fremden Gemeinden überflüssig. Dix forderte die Bürgermeister auf, mit den guten Betreuungsmöglichkeiten in ihren Gemeinden zu werben. "Dies ist ein weicher Standortvorteil, den Sie nicht unterschätzen sollten", erklärte der Referatsleiter.

Marianne Glück, stellvertretende Schulleiterin der Fachakademie in Starkheim, stellte heraus, wie wichtig die frühkindliche Bildung und Erziehung sei. "Die Voraussetzung für Bildung ist Bindung, körperliches Wohlbefinden und seelisches Wohlergehen", stellte Glück heraus. Für sie ist der erste und wichtigste Bildungsort die Familie. In der Regel, so Glück, sind es die Eltern, die dem Kind verlässliche Bezugspersonen sind. "Die zweiten Bildungsorte, Krippe, Tagespflege und Kindergarten, müssen diese grundlegende menschliche, lebensnotwendige Erfahrung ergänzen und verstärken", betonte Glück.

In beeindruckender Weise wird nicht nur wissenschaftliche beobachtet, wie schnell und wie viel Kinder von 0 bis zum Schuleintritt lernen, Lehrnfähigkeit entwickeln, Fähigkeiten zur Interaktion und Kommunikation entwickeln und sich zu sozial handelnden und verantwortlichen Persönlichkeiten entfalten. Für Marianne Glück ist Bildung der Schlüssel zum Lebenserfolg.

Der Elementarbereich, so Glück, benötigt zuallererst mehr Unterstützung seitens der Gesellschaft und der Politik. Für ein lebenslanges Lernen sind nach der Familie die Institutionen Krippe, Kindergarten und Tagespflegebereich die zweitwichtigsten Bildungsorte vor der Schule. "Bildung im vorschulischen Alter kann nur in gemeinsamer Verantwortung gelingen. Eltern, Staat Wirtschaft und Gesellschaft sind gefordert und verpflichtet. Bildungssysteme und -konzepte sind nur dann zukunftsweisend, volkswirtschaftlich ertragrein und für die Gemeinschaft eines Landes wirksam, wenn sie von unten her ein festes, tragfähiges Fundament haben, miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt sind", stellte Marianne Glück heraus.

sb

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser