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Wenn andere für mich entscheiden

Eine Vorsorgevollmacht regelt nicht nur in Corona-Zeiten Verantwortlichkeiten

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Die Notare Aigner und Hein aus Mühldorf.

In der Corona-Pandemie beschäftigen sich viele Menschen intensiver mit Krankheit und Tod. Diese Erfahrung machen nicht nur Einrichtungen wie der Anna Hospziverein in seinen Sprechstunden. Auch zu den Mühldorfer Notaren schlagen Menschen mit Fragen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht auf.

Mühldorf – Vor allem die Vorsorgevollmacht stellt für Philipp Aigner und Maximilian Hain ein entscheidendes rechtliches Instrument der Fürsorge nicht nur in Corona-Zeiten dar. Aigner sagt dazu: „Das ist das wichtigste Dokument, das wir anbieten.“ Denn in der Vorsorgevollmacht kann jeder regeln, wer ihn in welchen Fällen vertreten soll.

Vertrauens als Grundlage

Das gilt für alle Fälle, die mit schwersten Erkrankungen oder anderen Situationen zu tun haben, in denen Menschen Verantwortung auf andere übertragen wollen. Welche Behandlung soll angewandt werden, ist der Umzug in ein Altenheim sinnvoll, was geschieht mit einer Immobilie? „Mit der Vorsorgevollmacht entscheide ich, wer für mich handelt, wenn ich selbst nicht mehr dazu in der Lage bin.“ Diese Entscheidung, so Aigner, werde zu einem Zeitpunkt getroffen, in dem ein Mensch seine Angelegenheit noch selbst regeln könne.

Liege keine Vorsorgevollmacht vor, bleibe nur die Bestellung eines Betreuers Durch einen Richter. Dieses Verfahren ist laut Aigner aufwendig und teuer – und entzieht sich letztlich der Kontrolle des Betroffenen. „Die Vorsorgevollmacht setzt Vertrauen voraus“, sagt er.

Deshalb sei eine Beratung und frühzeitige Entscheidung sinnvoll, die sich natürlich im Laufe des Lebens ändern könne.
Für diese Vollmacht gibt es – beispielsweise im Rahmen einer Patientenverfügung –  verschiedenen Formulare. Auch der Anna Hospizverein Mühldorf bietet dieses Verfügung samt Beratung an. „Wir haben in den vergangenen Monaten gesehen, wie stark Menschen das Thema beschäftigt hat“, sagt der ehemalige Geschäftsführer Thomas Kitzeder.

Notarielle Form manchmal wichtig

Vor allem in Verbindung mit einer Patientenverfügung werde die Vorsorgevollmacht diskutiert und abgeschlossen. In der Patientenvollmacht regeln Mensche, wie sie im Falle schwerster Krankheit behandelt werden müssen.
Auch für die neue Geschäftsführerin des Hospizvereins, Petra Zimmerman-Schwier, betont die Notwendigkeit der Vollmacht. Sie empfiehlt allerdings vor einem Gang zum Notar das Gespräch mit den Mitarbeitern des Vereins.

„Der Weg zu uns fällt vielen Menschen leichter“, sagt sie. „Unser Angebot ist durch die Sozialpädagogen sehr niederschwellig, sie kennen sich auch rechtlich aus.“ Manchem falle der Weg zum Notar schwerer, den „geschützten Bereich des Hospizvereins kennen dagegen viele“, sagt ihr Vorgänger Kitzeder. Die Sozialpädagoginnen könnten bei der Entscheidung für eine Vollmacht vor allem die emotionale Seite zur Sprache bringen, die mit eine solchen Übertragung von Verantwortung verbunden sei.

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Grundsätzlich, das sagen Verein und Notare übereinstimmend, genügt die unterschriebene Vollmacht. Trotzdem raten Aigner und sein Kollegen Hain, die Vorsorgevollmacht in notarielle Form zu gießen. „Das Grundbuchamt akzeptiert nur die notarielle Form“, sagt Hain. Das gilt zum Beispiel beim Verkauf einer Immobilie, wenn ein Heimaufenthalt finanziert werden soll, oder bei der Übertragung von Wohnrecht.

Die Kosten für eine solche notarielle Vorsorgevollmacht orientieren sich nach Angaben der Notare am Vermögen, wobei 30 Prozent des Vermögens in die Berechnung einfließen. Wer zum Beispiel über ein schuldenfreies Haus im Wert von 400 000 Euro verfügt, zahlt für die Vorsorgevollmacht 219 Euro.

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