Volksfestbus auf die sanfte Tour

Mühldorf – Als Chris Liebhart mit seinem Bus den Volksfestplatz erreicht, steigt eine Handvoll junger Leute aus. Am zweiten Tag des Mühldorfer Volksfests fährt der 29-Jährige eine sanfte Tour.

Der Bus der Linie 10 mit dem Ziel Haunertsholzen – über Massing und Pleiskirchen – setzt sich in Bewegung. Doch zügig um die Wiesn zu fahren, geht nicht. Gerade mal bis zu den Fahrgeschäften kann der Chauffeur seinen Bus steuern, dann kommt ihm das erste Auto entgegen.

Es fährt gegen die erlaubte Fahrrichtung. An sich dürfen dort ohnehin nur Anwohner mit dem Auto fahren. So sehe der silberne Golf mit Kennzeichen eines Nachbarlandkreises aber gar nicht aus, stellt Chris trocken fest. Das Auto nimmt so viel Platz weg, dass Chris nur langsam daran vorbeiziehen kann.

Ihn scheint das aber gar nicht zu stören. Vielleicht hat ihn die Arbeit als Volksfestbus-Fahrer so gelassen gemacht. Denn gerade an den beiden Wochenenden ist in den Bussen die Hölle los. Die Fahrgäste singen, die jungen hören über Handy laut Musik. Manchmal muss sich auch jemand übergeben. Der junge Mühldorfer muss sich währenddessen natürlich auf die Straße und den Verkehr konzentrieren.

Dank einiger Security-Kräfte, die abends mitfahren, kann er das auch. Er muss den Fahrgästen auch die Tickets verkaufen – die meisten nehmen eine Hin- und Rückfahrt. Heute steigen jedoch kaum Fahrgäste ein. Ein paar Jugendliche steigen zu, an der Äußeren Neumarkter Straße noch einmal ein paar Leute. Die Abendsonne scheint in den Bus. Die Stimmung ist ruhig und entspannt.

Zur Wiesn chauffiert

Seit sechs Jahren fährt Chris Liebhart auch zur Wiesn-Zeit für seinen Arbeitgeber, das Busunternehmen Vorderobermeier. Daneben übernimmt die Firma Brodschelm weitere Touren. Über diese Zeit des Jahres sagt der Busfahrer aus Mühldorf: „Manchmal ist das gar nicht so einfach.“. Schließlich würde auch er gerne mal einen Streifzug über das Festgelände machen.

Aber an neun von zehn Volksfesttagen haben er und seine Kollegen der anderen 11 Volksfestbus-Linien Dienst. Etwa von 17 bis 1.30 Uhr sorgen sie dafür, dass Volksfestbesucher sicher nach Hause kommen und davor auch noch die ein oder andere Maß oder ein Glaserl Wein trinken können. An dem einen freien Tag geht Chris Liebhart aber nicht aufs Mühldorfer Volksfest. „Da brauche ich Ruhe.“

Rubriklistenbild: © ko

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