Wie eine richtige Oma

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Die Wunschoma gehört bei den Condalbuenos zur Familie: Gilbert, Vanessa, Yessica, Lorena und Kevin mit Wunschoma Brigitte Heinrich.

Mühldorf - Das generationenübergreifende Zusammenleben im Mehrgenerationenhaus könnte sich bald ganz gravierend ändern:

Für das generationenübergreifende Zusammenleben im Mehrgenerationenhaushaus der Begegnung in Mühldorf steht die Kinderbetreuung durch Babysitter und die Wunschomas. Ob es sie weiter geben kann ist fraglich.

Kevin (12), Vanessa (10) und Lorena (3) sitzen im Wohnzimmer und Brigitte Heinrich schaut ihnen beim Spielen zu. Sie hilft dem großen Jungen beim Zusammenbauen eines neuen Spielzeugs, während Vanessa in ihrem Kinderbuch blättert. Die kleine Lorena sitzt auf ihrem Schoß. Wer dieses Bild betrachtet, geht davon aus, dass die Oma mit ihren Enkeln spielt. Brigitte Heinrich ist aber keine echte Oma sondern Wunschoma, die das Haus der Begegnung der Familie Condalbueno vermittelt hat.

Mama Yessica und Papa Gilbert gehen beide zur Arbeit. Gilbert ist Lkw-Fahrer und seine Frau steht bei BMW in Dingolfing am Band. "Wir haben für zwei Tage eine Betreuung unserer Kinder gebraucht und sind von Bekannten auf das Haus der Begegnung hingewiesen worden", berichtet Yessica Condalbueno. "Wir haben in Mühldorf niemand, den wir unsere Kinder anvertrauen könnten. Wir haben mit Brigitte Heinrich eine wirkliche Wunschoma bekommen, die unsere Kinder so richtig lieben."

Montags und donnerstags kommt die Wunschoma ins Haus oder nimmt die Kinder mit zu sich in die Wohnung. Brigitte Heinrich geht in ihrer Kinderbetreuung so richtig auf. "Ich habe eine schwere Krankheit überstanden und wollte etwas zurückgeben. Mir war klar, dass ich etwas mit Kindern im Ehrenamt machen wollte", erzählt die Mühldorferin.

Sie meldete sich bei der Freiwilligenagentur "Ehrensache des Landkreises Mühldorf" und wurde von Geschäftsführerin Cornelia Wagner an das Haus der Begegnung verwiesen, wo sie zur Kinderbetreuerin geschult wurde.

Brigitte Heinrich und ihre Schützlinge unternehmen sehr viel. Spielen und Spazierengehen, Kinderspielplatz oder ein Cafébesuch stehen dann auf dem Programm. "Unsere Kinder lieben die Brigitte und sie ist zu ihnen wie eine richtige Oma", berichtet ihre Mutter.

Die Kinderbetreuung durch Babysitter und Wunschomas im Mehrgenerationenhaus - Haus der Begegnung ist ernsthaft in Gefahr. Durch das Ende der Modellphase "Mehrgenerationenhaus I" fällt die Förderung für dieses Projekt weg. Die wichtige Babysitter- und Wunschomabörse einzustellen hieße: Zukünftig werden weder die bisherigen Babysitter und Wunschomas vermittelt und betreut, noch werden neue ausgebildet. Die Familien im Landkreis erhielten damit keine Kinderbetreuer, zu Zeiten, in denen die Kindergärten und andere Betreuungseinrichtungen geschlossen sind.

"Bisher betreuen über 90 Kinderbetreuer mehr als 120 Kinder aus Familien im ganzen Landkreis Mühldorf. Die Zahl steigt stetig an durch die immer neu folgenden Ausbildungs- und Einführungskurse", sagt Marianne Zollner, Leiterin des Hauses der Begegnung. Besonders gefragt sind die "Wunschomas", denn diese Frauen haben meist schon selbst Kinder erzogen und sind erfahrene Helferinnen für die jungen Familien. So konnte eine Wunschoma schon bei der Versorgung von Zwillingen einspringen. Andere kommen, wenn die Frauen wieder in den Beruf einsteigen, Arztbesuche machen oder einfach, um mit den Kindern zu spielen.

Die OVB-Weihnachtsaktion unterstützt das Haus der Begegnung in Mühldorf, damit diese Kinderbetreuung für den ganzen Landkreis Mühldorf weiter bestehen kann. Mit Ihrer Spende helfen Sie mit, das Mehrgenerationenhaus am Leben zur erhalten.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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