Nur eine kleine Konjunkturdelle

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Es läuft gut, wenn an diesem Arbeitsplatz wenig zu tun ist: SOB-Chef Kraller informiert sich bei Karlheinz Denk über Verspätungen oder unvorhersehbare Ereignisse im Netz der Südostbayernbahn. Denk ist Betriebskoordinator im neuen elektronischen Stellwerk in Mühldorf und sorgt dafür, dass der Bahnverkehr möglichst reibungslos verläuft. Foto hon

Mühldorf - Auch die Südostbayernbahn (SOB) spürte Auswirkungen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr. Allerdings war das Bahnunternehmen nicht so stark betroffen wie andere Firmen.

Erstmals seit Gründung der SOB im Jahr 2002 ist die Zahl der Fahrgäste zurückgegangen von täglich 32000 im Jahr 2008 auf 31000 im vergangenen Jahr. Nach Angaben von SOB-Sprecher Christoph Kraller spürte sein Unternehmen vor allem die klassischen Kurzarbeitstage, die weniger Pendler bescherten. Auch die Zahl der Wochenendausflügler sei zurück gegangen. Der Umsatz der SOB erhöhte sich nur leicht um eine Million auf 88 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Gründungsjahr 2002 setzte die SOB 73 Millionen Euro um. "Unsere Expansion hat durch die Konjunkturkrise leicht stagniert."

13,8 Millionen Euro hat die SOB 2009 investiert, das meiste floss in den Ausbau der Strecke nach Passau, um dort jede Stunde fahren zu können. Neue Brücken, die Schließung von Bahnübergängen und Veränderungen an den Bahnhöfen standen auf der Agenda. Ein Teil der Investitionssumme ging ans elektronische Stellwerk Burghausen, das heuer fertiggestellt werden soll. 2010 wird die Investitionssumme nach Angaben Krallers mit 39 Millionen deutlich höher liegen, ein Großteil des Geldes aus den Konjunkturprogrammen ist für die Planung des zweigleisigen Ausbaus Richtung Tüßling vorgesehen. Insgesamt hat die SOB aus den beiden Konjunkturprogrammen 40 Millionen Euro erhalten, das sind acht Prozent des gesamten Geldes, das die Bahn aus den Programmen erhalten hat.

707 Mitarbeiter beschäftigt die SOB, 55 davon sind Auszubildende. Seit ihrer Gründung hat das Unternehmen 103 Lehrlinge in technischen und kaufmännischen Berufen ausgebildet, 93 von ihnen wurden übernommen. Trotzdem sieht Kraller skeptisch in die Zukunft. Denn die duale Ausbildung mit Studium und Praxis zum Ingenieur findet trotz gutem Gehalt bei jungen Leuten wenig Anklang. Gelöst wurde dagegen das Problem des Lokführermangels, durch die Reduzierung von Stellen im Güterverkehr von allem im Osten Deutschlands, konnte die SOB neue Mitarbeiter gewinnen.

Verbesserungen gab es laut Kraller vor allem auf den Strecken nach Landshut und Passau, auf denen die SOB jetzt im Stundentakt fährt. Nach Neumarkt-St. Veit fährt deshalb alle halbe Stunde ein Zug von Mühldorf aus.

Gute Werte erreicht die SOB beim wichtigen Thema der Pünktlichkeit. Auf 95,8 Prozent sei dieser Wert gestiegen, der höchste seit Bestehen der Bahn. Dass dieser Wert auf der Strecke nach München nicht erreicht wird, gibt Kraller zu, die eingleisige Strecke bis Markt Schwaben, von dort die gemeinsame Nutzung zweier Gleise mit der S-Bahn und das Nadelöhr Ostbahnhof führen Richtung München zu schlechteren Werten. "Wenn wir auf der Strecke nach München Baustellen oder Unfälle haben, brennt es."

Die Zufriedenheit der Kunden, die die Bahn regelmäßig ermittelt, liegt laut Kraller bei 55 Prozent. "Unser Ziel ist es, das zwei von drei Reisenden zufrieden sind." Bessere Informationen, die Klimatisierung und Sauberkeit der Züge und die Freundlichkeit des Personals sind laut Kraller die entscheidenden Stellschrauben.

Dank der Zusammenarbeit mit sieben Landkreisen bietet die Südostbayernbahn in der Region fast flächendeckend die Möglichkeit, kostenlos Fahrräder mitzunehmen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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