Wo Dankbarkeit noch von Herzen kommt

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Ampfing - Dass alte Menschen oft im Heim leben müssen, ist traurig genug. Wenn sie dort auch noch alleine bleiben, können ehrenamtliche Helfer das Leben der Senioren verschönern.

"Wir haben momentan 116 Bewohner - und nur zu drei von denen kommen freiwillige Helfer." Kursana Domizil-Direktorin Diana Müller-Renner sieht immer wieder, wie sehr die alten Menschen aufblühen, wenn sie Besuch bekommen - ein Besuch, der nur für sie da ist. Oft sind die, die sich engagieren, selbst Rentner. "Da ist beispielsweise der Partner gestorben, die Kinder sind aus dem Haus und die Frauen und Männer wünschen sich wieder jemanden, um den sie sich kümmern können - sie suchen wieder eine Aufgabe." Und in Einrichtungen wie dem Kursana-Domizil erfahren sie für ihre Hilfe noch wahre Dankbarkeit. Und die ist heutzutage selten geworden. "Wir haben nur die besten Erfahrungen gemacht. Und dafür gibt's von unserer Seite auch Unterstützung," so die Direktorin. Ins kalte Wasser wird niemand geworfen. "Wir sind beim ersten Kennenlernen dabei, vorab bekommt der freiwillige Helfer den Lebenslauf des Heimbewohners, das läuft alles recht ungezwungen ab. Erst, wenn die Chemie stimmt, ziehen wir uns zurück", so Müller-Renner. "Aber es kam auch noch nie vor, dass die Chemie nicht gestimmt hätte."

Viel zu viele sind viel zu oft allein

Leider komme es viel zu oft vor, dass die Heimbewohner keine Angehörigen mehr haben, oder von denen, die sie haben, alleine gelassen werden. "Das erleben wir ständig. Da gibt's Kinder, die kaum noch vorbei schauen, weil sie in Arbeit schwimmen. Ganz oft sind die Angehörigen auch furchtbar zerstritten und kommen deshalb nicht mehr ins Heim." Traurig sei das mit anzusehen, berichtet Müller-Renner. "Umso wichtiger wäre es, dass die alten Leute wieder etwas hätten, vorauf sie sich freuen können!"

Den Möglichkeiten sind - natürlich je nach Befinden der zu betreuenden Person - keine Grenzen gesetzt. "Erst diese Woche hat sich eine Helferin vorgestellt, die würde mit der Seniorin gerne ins Kino gehen. "Sowas ist natürlich toll!", schwärmt Müller-Renner. "Und wir haben eine ganz herzliche Freundschaft zwischen zwei Herren. Der Helfer geht mit seinem Schützling immer hier in den Supermarkt. Und dann sitzen sie zusammen und trinken ein Bier und - es sind rechte Frauenhelden - schauen den Damen nach," erzählt die Direktorin. "Da kommt unser Bewohner immer recht selig von dem Ausflug zurück."

Angst, sich in eine Abhängigkeit zu begeben, muss niemand haben. Jeder darf so oft im Heim vorbei schauen, wie er eben kann. "Wir empfehlen anfangs sogar, nur alle zwei bis drei Wochen zu kommen. Ansonsten könnte man sich schnell überfordert fühlen, das wollen wir verhindern," so Müller-Renner. Üblich ist später ein Besuch pro Woche für etwa eine Stunde."Das sind die Highlights im Leben der Bewohner, das ist das Durchbrechen des Alltags, der Tapetenwechsel."

Liebe Menschen aus jeder Altersgruppe sind angesprochen. Wer helfen und dem Alltag eines oft einsamen Kursana-Bewohners für einige Stunden im Monat etwas Pepp verleihen will, kann sich an Kerstin Oehler, Leitung vos sozialen Dienstes, wenden, und zwar unter 08638/6956-0.

Kursana Domizil Haus Felicitas, Bürgermeister-Naglmeier-Straße 11, 84539 Ampfing.

ds

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