"Ein Fundament für die Zukunft"

Mühldorf - Im Rahmen einer Feierstunde wurden 81 Schüler der Staatlichen Berufsschule I verabschiedet. Sieben unter ihnen wurden besonders geehrt.

Im Rahmen einer Feierstunde wurden 81 Schüler der Staatlichen Berufsschule I verabschiedet. Sieben unter ihnen schafften einen Einser-Schnitt und erhielten den Staatspreis der Regierung von Oberbayern.

"Sie haben ein tragfähiges Fundament für Ihre berufliche Zukunft gebaut - und das kann Ihnen keiner mehr nehmen", lobte Schulleiter Wolfgang Gaigl die Absolventen. Insgesamt 81 Schüler haben heuer an der Berufsschule erfolgreich an diesem Fundament gebaut, 35 erreichten dabei sogar die Mittlere Reife. Somit steht ihnen als frischgebackene Gesellen nicht nur die Berufswelt, sondern auch die BOS und damit das Fachabitur offen. Besonders hob Gaigl jedoch die zum Teil sehr guten Abschlussnoten hervor. "Viele haben die Berufsschule nicht nur erfolgreich, sondern mit hervorragenden Leistungen abgeschlossen."

In den zahlreichen Ansprachen gab es neben viel Lob jedoch auch ernste Worte. Das Thema Eigenverantwortung war den Rednern dabei besonders wichtig. "Jeder ist seines Glückes Schmied", eröffnete Landrat Georg Huber. Die Berufsschüler hätten ihre Zukunft selbst in die Hand genommen und damit einen großen Meilenstein auf dem Lebensweg hinter sich gebracht. "Das Erlernte verschafft Euch Unabhängigkeit, die Ihr gut nutzen sollt", mahnte Huber und schloss mit den Worten: "Bleibt Eures Glückes Schmied."

Wolfgang Gaigl illustrierte den Gedanken der Eigenverantwortung etwas ausführlicher. Die Anlagen zu einem erfolgreichen Werdegang verglich er mit einem Samen. Genau wie der Samen brauchten auch die Talente der Absolventen günstige Bedingungen, um sich zu entwickeln. Exemplarisch nannte der Schulleiter das Elternhaus, die Schulbildung und das soziale Umfeld. "Letztlich aber liegt es an uns selber, was wir aus unseren Anlagen, aus unserem Leben machen."

CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer hob ebenfalls die Leistung der Schüler hervor. Viel Fleiß und Ausdauer seien für die Leistung der Berufsschüler erforderlich gewesen. Für den beruflichen Erfolg der Absolventen stehen für Mayer zwei Faktoren im Mittelpunkt. "Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen", zitierte er Goethe. Er wünschte den Berufsschülern, dass sie auch in Zukunft beides hätten.

Schülersprecherin Barbara Steinberger, die ihren eigenen Abschluss erst noch vor sich hat, rundete die Thematik mit einem weiteren Zitat ab. "Erfolg ist ein Geschenk, eingepackt in harte Arbeit."

Viele Redner spannten in ihren Ansprachen einen noch weiteren Bogen und betonten die Wichtigkeit der dualen Berufsausbildung für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft insgesamt. "In der Krise sind die Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit besonders erschreckend", meinte Studiendirektor Klaus Mittermeier. Er stellte die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Mitteleuropa den dramatisch hohen Zahlen vieler anderer EU-Staaten, von Polen bis Portugal, gegenüber. Die praxisnahe duale Berufsausbildung sieht er als Vorteil für junge Berufsanfänger. "Die flexible duale Berufsausbildung reagiert auf den Bedarf." Daher würde ausgebildet, wie es von der Wirtschaft erwünscht ist und benötigt wird.

Auch Kreishandwerksmeister Sepp Eichner sieht die duale Ausbildung als "Schlüssel zum Arbeitsmarkt." Doch nicht nur für die Jugendlichen sei die Berufsausbildung wichtig. "Sie entscheidet über die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region", so Eichner.

Stephan Mayer lobte die Betriebe, die die Berufsschüler bei sich ausbilden. "Es ist eine gesellschaftspolitische Leistung, dass der Mittelstand weit mehr ausbildet, als er müsste." Dass die Jugendarbeitslosigkeit gegen Null tendiere, sei ein Wert an sich.

Vor der Verleihung der Abschlusszeugnisse gab es einige Ehrungen hervorragender Absolventen. Preise der Berufsschule erhielten die Malergesellen Christina Brandmüller und Andreas Kreuzeder sowie der Metallbauer Alexander Beck.

Im Mittelpunkt standen jedoch all jene Berufsschüler, die ihre Ausbildung besser als mit 1,5 abgeschlossen haben. Ihnen wurde der Staatspreis der Regierung von Oberbayern überreicht. Dem Landwirt Florian Bachmaier (Notendurchschnitt 1,33), den Kfz-Mechatronikern Matthias Eicher (1,37), Matthias Kellhuber (1,12) und Stefan Schneider (1,12), sowie den Schreinern Tobias Holland (1,4) und Alexander Huber (1,4) wurde diese Ehre zuteil. Sie alle übertraf jedoch die einzige Dame in der Riege der Besten: Kfz-Mechatronikerin Martina Hampel gelang das Traumergebnis von 1,0.

Nach der Zeugnisvergabe in den Klassenzimmern fand die Feier, die von einer Lehrerband mal bayerisch-traditionell, mal modern begleitet wurde, in einem Stehempfang ihren Abschluss.

bla/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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