EHEC: Mühldorfer meiden Gurken

+

Mühldorf - Um sich vor dem EHEC-Erreger zu schützen, soll man Gurken, Tomaten und Salat meiden, rät Bundesministerin Ilse Aigner. Welche Auswirkungen hat das auf die Mühldorfer Läden und Restaurants?

"Die Menschen sind verunsichert und haben Angst, das merkt man", berichtet Michael Barth, der einen Obst- und Gemüseladen auf dem Mühldorfer Stadtplatz betreibt. Gurken würden derzeit komplett gemieden, bei den Tomaten laufe der Verkauf wie gewohnt. Dabei spielt es für die Kunden scheinbar keine Rolle, woher das Gemüse kommt, denn Barth bezieht alles über Münchener Gärtner. "Es ist alles deutsche Ware, trotzdem sind die Käufe verhalten", so der Obst- und Gemüsehändler. Auf sein Geschäft habe der Verkaufseinbruch bei Gurken zum Glück keine großen Auswirkungen. "Das liegt daran, dass jetzt ohnehin die Zeit für Erdbeeren, Kirschen und Aprikosen beginnt", erklärt Barth.

Auch bei Edeka Lechertshuber & Wimmer macht sich die EHEC-Welle im Verkauf des Gemüses bemerkbar. "Die Leute kaufen es nicht mehr", bestätigt Angela Jackeewicz, die das nicht unbedingt der Verkaufszahlen wegen bedauert. "Man muss alles weggschmeißen, Gemüse hält ja nicht ewig." Die Angst der Menschen gehe aber noch weiter. "Vor kurzem sind Kunden mit Aidshandschuhen ins Geschäft gekommen aus Furcht vor den Erregern."

Komplett aus dem Sortiment verschwunden sind Gurken, Salat und Tomaten bei der Bäckerei Bachmeier. Kunden müssen sich dort derzeit mit Brezen und Gebäck zufrieden geben. "Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme", so eine Sprecherin. Wie lange sie andauern soll, ist unklar.

Im Mühldorfer Geigerhaus scheint EHEC hingegen kein Thema zu sein. "Die Gäste bestellen und essen unsere Salate weiterhin", sagt Lucie Madl. Einige würden zwar nach der Herkunft des Gemüses fragen, weil das Geigerhaus Gurken, Tomaten und Salat aber aus den Niederlanden und Bayern bezieht, seien die Gäste beruhigt. "Oder sie bestellen den Salat einfach ohne Gurken und Tomaten", berichtet Madl.

Im Landkreis gibt es bisher keine aktuellen Fälle von EHEC. "Außerdem gibt es keine Hinweise auf bayerisches Gemüse als Ursache", erklärt Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt Mühldorf. Die Empfehlung des Robert Koch Institutes und des Bundesinstitutes für Risikobewertung vorerst auf Gurken, Tomaten und Salat zu verzichten, bestehe aber weiter. "Beim Waschen von Obst und Gemüse ist besondere Sorgfalt gefragt. Sie sollten möglichst nur gekochtes Gemüse essen und beim Kauf auf die Herkunft achten", empfiehlt Steingruber. 

Anette Mrugala

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser