Durchgangsverkehr viel stärker kontrollieren

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Mettenheim - Zu einer öffentlichen Diskussion über das Verkehrsproblem auf der Ampfinger Straße, die mitten durch das Dorf führt, hatte der Bürgermeister nicht nur Anwohner eingeladen.

Gekommen waren rund 40 Einwohner, ein Architekt, Vertreter von Gemeinde und Polizei.

Gleich zu Beginn der Versammlung stellte Bürgermeister Stefan Schalk klar: "Ich erwarte eine offene und faire Diskussion, die zu einem Ergebnis führt, mit dem wir leben können." Mit dem Resultat der Verkehrszählung und der Geschwindigkeitsmessung vom April 2011 erhärtete er die Vorwürfe der Anwohner der Ampfinger Straße, die das große Verkehrsaufkommen und die hohen Geschwindigkeiten kritisieren. Danach wurden dort bis zu 937 durchfahrende Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 67 km/h gezählt. Sogar 130 km/h waren bei einem Fahrzeugführer während der fünf Tage gemessen worden.

Andererseits gäbe es Klagen seitens der Landwirte wegen der engen Stellen auf der Straße, die bei der Begegnung von Fahrzeugen problematisch seien, führte der Redner aus. Zwei Begehungen mit dem anwesenden Polizeihauptkommissar Johann Rabl hätten keine Lösung des Interessenkonflikts gebracht. Auch der Beschluss des Gemeinderats, eine Ausweichstelle zu bauen, sei aufgrund der notwendigen Grundstückszusagen der Anwohner noch nicht realisierbar. Erschwerend hinzu komme die Bebauung von fünf Bauparzellen an der Ampfinger Straße, deren Eigentümer gefahrlos zu ihren Grundstücken sowie ins Dorf gelangen müssten, umriss der Bürgermeister die Ausgangssituation für die Aussprache.

Überlegungen, um den unterschiedlichen Interessen Rechnung zu tragen und schließlich einen vernünftigen Kompromiss zu erreichen, äußerte dann der Architekt Dr. Stefan Hajek, verantwortlich für die Änderung des Bebauungsplanes Mettenheim-Dorf. Bei einer Straßenbreite zwischen 5,50 Meter und 6,50 Meter müsse es vor allem um eine Reduzierung der Geschwindigkeiten der sich möglicherweise begegnenden Fahrzeuge gehen, rechnete er vor.

Im Weiteren schlug er eine Verengung oder Verschwenkung der Straße vor. Beispielsweise könnten in einem Bereich Pflaster oder einige Bäume die Fahrbahn bewusst einengen, sodass die Fahrzeuge automatisch langsamer führen. Außerdem wäre zur Aufweitung ein gepflasterter Bereich neben der Fahrbahn als Streifen zum Parken und für Ausweichmanöver denkbar.

Polizeikommissar Rabl zeigte sich indessen skeptisch gegenüber der Vernunft, die manche Autofahrer angesichts der Fahrbahneinengung mitbrächten. Sollte eine solche trotzdem vorgenommen werden, favorisierte er Barken statt der Bäume. Beides müsse jedoch aus Sicherheitsgründen unbedingt beleuchtet werden, mahnte er.

Diakon Manfred Scharnagl, in seinem Haus selbst von den durchrasenden Autofahrern besonders in den frühen Morgenstunden betroffen, plädierte für eine regelmäßige Verkehrsüberwachung und Tempo 30 km/h im Ort als billigste Methode zur Problemlösung. Dem Tempolimit widersprach Johann Rabl, da es sich bei der Ampfinger Straße um eine Durchgangsstraße handele und das nicht ohne zwingende Gründe gesetzlich durchsetzbar sei. Zum Teil recht emotional wurde danach um Themen wie eine Ausweichstelle an der Nord- oder Südseite, einen durchgehenden Fußweg bis zur Schulstraße mit einer eventuellen gefahrlosen Straßenquerung sowie um den Grundaustausch beziehungsweise die Abfindung für die Anwohner diskutiert.

Verkehrsüberwachung gefordert

Bürgermeister Schalk sprach sich für die Idee eines befahrbaren Fußweges aus, wobei der Straßenuntergrund befestigt und die Ausfahrten gewährleistet werden müssten. Altbürgermeister Josef Gründl bezweifelte indessen die Wirksamkeit einer solchen Baumaßnahme und forderte eine rigorose Verkehrsüberwachung für ein Jahr. Auf diese Regelung einigte sich schließlich die Versammlung. Danach werde erneut über das Problem beraten.

kch/Neumarkter Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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