Dreijährige aus Becken gezogen

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Mühldorf - Zwei junge Männer retteten einem Mädchen im Freibad das Leben. Sie entdeckten das Kind am Beckenboden und handelten sofort richtig.

Ein heißer Sommertag, das Freibad voller Menschen. Niemand beachtet das kleine Mädchen, das auf den Boden des Nichtschwimmerbeckens gesunken ist. Bis Alexander Schober (22) und sein Freund Philipp Enzinger (15) reagieren und der Dreijährigen das Leben retten.

"Wir haben uns erst nichts weiter gedacht, vermuteten, dass das Mädchen vielleicht gerade taucht", erinnert sich Philipp Enzinger. Doch nachdem eine weitere halbe Minute verstrichen war, wurden die beiden Freunde skeptisch, Alexander Schober reagierte am schnellsten, tauchte an der tiefsten Stelle des Nichtschwimmerbeckens, zog das reglose Mädchen nach oben, während Philipp Enzinger aus dem Becken eilte, um den Bademeister zu informieren. "Ihre Lippen waren schon blau, unter der Nase war sie blau und sie atmete nicht mehr", schildert Schober die Situation. "Sie war schwer wie ein nasser Sandsack, ich hatte Mühe, die sechs Meter bis zum Beckenrand zurückzulegen." Er legte die Dreijährige an den Beckenrand. "Glücklicherweise kam das Mädchen dann aber selbst zu sich, hustete und spukte etwas Wasser aus und atmete wieder. Aber sie hatte natürlich erst einmal einen Schock." Der Notarzt wurde gerufen, das Mädchen war gerettet.

Bademeister Jürgen Lübcke schickte sofort seinen Kollegen Thomas Ludwig in Richtung Nichtschwimmerbecken. "Dass die beiden Jungs so schnell reagiert und Courage gezeigt haben, ist einfach nur super."

Solche Vorfälle kommen nach Angaben des Bademeisters nur selten vor. Fünf- bis siebenmal im vergangenen Jahr, heuer erinnert er sich an vier Vorfälle, "doch alle verliefen glücklicherweise glimpflich".

In erster Linie seien es zwei- bis fünfjährige Kinder, die ohne nachzudenken ins Becken sprängen. "Die Eltern drehen sich einmal um, verlieren ihr Kind aus den Augen und dann kann es ganz schnell gehen." "Schwimmflügel alleine sind noch kein Schutz." Kinder würden diese abstreifen und seien dann schutzlos.

Für die Bademeister sei es besonders an so heißen Tagen wie zuletzt schwierig, den Überblick zu behalten, das erfordere äußerste Konzentration. Bis zu drei Bademeister seien dann an Spitzentagen am Nichtschwimmerbecken eingeteilt, um die Übersicht zu behalten. "Doch auch wir können nicht alles sehen." Umso mehr lobt der Bademeister die Achtsamkeit von Philipp Enzinger und Alexander Schober.

"Das ist doch eine Selbstverständlichkeit", sagt dazu Philipp Enzinger. "Und es ist ein verdammt gutes Gefühl zu wissen, dass man ein Kind vielleicht vor dem Ertrinken gerettet hat", sagt Schober.

Eine große Sache machten die Jungs aus ihrer Tat nicht, umso mehr freute sich Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch über die Zivilcourage der beiden. "Wir lassen uns etwas einfallen, um ihren Einsatz zu würdigen", versprach das Stadtoberhaupt. Dabei hätten sich die beiden alleine schon über ein Dankeschön der Eltern des Kindes gefreut - darauf warten sie aber bis heute.

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © je

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