Deutlhausen: Biogasanlage soll dreifache Leistung bringen

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Die Biogasanlage der Betreibergesellschaft Kaltner und Rahm soll künftig dreimal so viel Energie produzieren wie bisher.

Polling – Die Betreiber der Biogasanlage Deutlhausen wollen die Leistung der Anlage künftig verdreifachen! Wie sie das erreichen wollen, erläuterten sie jetzt im Gemeinderat. Den Gemeindevertretern wurde eine Entwurfsplanung vorgelegt.

Lesen Sie hier den Bericht des Mühldorfer Anzeigers vom Samstag:

Dreifache Leistung

Zwei Experten haben am Donnerstag im Gemeinderat die Entwurfsplanung zur Erweiterung der Biogasanlage Deutlhausen erläutert. Die Betreiber der Anlage wollen deren Leistung künftig verdreifachen.

Mit der Vorlage der Entwurfsplanung vor dem Gemeinderat wolle die Betreibergesellschaft einen „gemeinsamen Schulterschluss“ erreichen, erklärte zunächst Architekt Wolf Steinert vom gleichnamigen Planungsbüro aus Übersee. Die Vergrößerung der Anlage auf dem bestehenden Firmengelände sei zwar „ein gewisser Eingriff“, könne aber durch zahlreiche Maßnahmen ausgeglichen werden. Das Landratsamt, das bei einem sogenannten Scoping-Termin die Erweiterungspläne bereits begutachten durfte, habe signalisiert, dass die derzeitige Planung „den Regeln der Kunst entspricht.“ Außerdem würde die überörtliche Regionalplanung Projekte, die zur Förderung erneuerbarer Energien beitragen, fördern.

Die konkreten Pläne für die erweiterte Biogasanlage Deutlhausen sehen eine Erweiterung des Fahrsilos, einen weiteren Gärbehälter sowie einen zusätzlichen Gasverstromer, zwei neue Abgaskamine und eine erweiterte Zufahrtsstraße vor. Dadurch soll langfristig die Leistung der Anlage von 500 auf 1500 kW verdreifacht werden.

Ein Lufthygiene- und ein schalltechnisches Gutachten hätten laut Verfahrensingenieur Arnold Niehage bereits bestätigt, dass die ausgebaute Anlage alle Grenzwerte „deutlich unterschreiten“ werde.

Ludwig Mollner (FW) fragte seine Kollegen Lorenz Kronberger (CSU) und Josef Heuwieser (FW), die in direkter Nachbarschaft zu dem Betrieb wohnen: "Habt's ihr da Probleme?" Kronberger antwortete, dass es einen idealeren Standort für ein derartiges Projekt nicht geben könne und schloss: "Wir fühlen uns nicht belästigt." Heuwieser stimmte einerseits zu, fügte aber auch an, dass auf der Zufahrtsstraße "schon was los is, wenn da angefahren wird."

Das Problem des steigenden Verkehrsaufkommens versuchte Niehage zu entkräften, indem er erklärte, dass eine Verdreifachung der Energiemenge nicht den dreifachen Bedarf an Biomasse bedeute: "Ich gehe davon aus, dass sich die benötigte Frischmasse verdoppeln wird plus den Faktor x." Das Thema Verkehrsaufkommen sei zudem bei jedem Biogas-Projekt virulent. Aber: "Jeder landwirtschaftliche Betrieb erzeugt Verkehr. Die Entfernung zur Biogasanlage wird sogar geringer, wenn die Bauern nicht mehr zur Genossenschaft müssen."

Konrad Wimmer (UWG) und Alfred Wagner (CSU) wollten wissen, was mit der entstandenen Abwärme der Anlage passiere. Niehage versprach, dass diese vermarktet werden solle. In welchem Umfang dies geschehen könne, stehe jedoch von behördlicher Seite noch nicht fest. Niehage: "Wir brauchen Rechtssicherheit."

Konrad Wimmer fragte auch nach der Menge an Bioabfällen, die dann ausgebracht werden dürfe. Niehage verwies auf die geltende Düngemittelverordnung, die auch die Ausbringmenge reglementiere. Außerdem seien die Abfälle derzeit begehrt: "Durch den Anstieg der Düngemittelpreise sind Landwirte froh um die Gärprodukte, die ersetzen den Kunstdüngerzukauf."

Am Ende nahm das Gremium die vorgestellten Pläne einstimmig zur Kenntnis. Das weitere Verfahren verlangt nun eine Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange.

zip/Mühldorfer Anzeiger

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