"Mößling wird kein gallisches Dorf bleiben"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Feuerwehrvorstand Funiok besitzt einen Aktenordner, in dem die Vorschläge der Mößlinger gesammelt sind.

Mühldorf - Die Zeit schreitet voran, auch in Mößling. Auch wenn sich von 400 angeschriebenen Bürgern scheinbar nur 70 für die Dorferneuerung interessieren.

Lesen sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Die große Chance

Mühldorf - Das erste Ergebnis der geplanten Dorferneuerung ist ernüchternd: Von 400 angeschriebenen Mößlingern haben nur 70 geantwortet und Vorschläge gemacht. Trotzdem sind Vereinsvertreter rund um Feuerwehrvorstand Christian Funiok mit großem Engagement an die Auswertung gegangen.

Mößling ist sicherlich der dörflichste Teil der Kreisstadt, doch auch im Norden Mühldorfs ist die Zeit nicht stehengeblieben. Es gibt leer stehende Landwirtschaftsgebäude im Dorfzentrum, der Verkehr auf den Straßen in Nord-SüdRichtung und vor allem auf der Kreisstraße von Ost nach West hat zugenommen, Gewerbebetriebe haben den bauerndörflichen Charakter zurückgedrängt. Dazu kommt ein Spielplatz, der wenig attraktiv ist, Schützen, die einen neuen Schießstand brauchen, der geplante Umzug des FC Mühldorf von Mößling nach Altmühldorf und damit eine große, freiwerdende Fläche im Ortszentrum. Was fehlt: ein echtes Zentrum. Für Bürgermeister Günther Knoblauch ist das Fazit klar: Es gibt eine Vielzahl von Gründen sich mit dem Dorfkern Mößlings zu befassen.

Wenn Feuerwehrvorstand Christian Funiok über die kritischen Punkte in seinem Dorf spricht, wirkt er sehr optimistisch. Denn für jedes Problem, so scheint es, gibt es eine Lösung. Die Verlegung einer Straße, die Umnutzung von Gebäuden, die Verbesserung der Sicherheit von Schulkindern: Die Vorschläge, die bislang aus der Bevölkerung vorliegen oder bei einem Seminar entstanden sind, sind vielfältig.

Die 70 Antwortschreiben von Mößlingern sind bereits komplett ausgewertet, sie geben nach Ansicht Funioks klare Hinweise darauf, was sich die Mößlinger für ihr Dorf wünschen. Um eine Umgestaltung des Dorfs zu erreichen, bietet das Amt für ländliche Entwicklung das Programm der Dorferneuerung, einschließlich Zuschüssen. Wer in das Programm aufgenommen werden will, muss die Bevölkerung einbeziehen. "Die Dorferneuerung muss von der Mehrheit mitgetragen werden", erläutert Bürgermeister Knoblauch. Deshalb ist er wie Funiok über den Rücklauf der Fragebögen enttäuscht. Knoblauch fürchtet, dass die geringe Beteiligung die Förderung gefährdet.

Zugleich hält er daran fest, die Bürger zu beteiligen. Im Juli wird es eine Versammlung geben, bei der die Zukunft des Mühldorfer Ortsteils diskutiert wird: "Wir wollen die weitere Planung im Bereich der Sportplätze entwickeln und die Bevölkerung einbeziehen." Dass die beiden Fußballplätze samt Vereinsheim in der Dorfmitte im Mittelpunkt der Überlegungen stehen, liegt auf der Hand. Sie gehören der Stadt, Planungen könnten schnell umgesetzt werden. "Wir wollen wissen, was wir mit ihnen im Sinne des Gemeinwohls machen können", sagt der Bürgermeister. Aber auch Privatleute in diesem Bereich haben ihre Bereitschaft signalisiert, mitzutun, erzählt Christian Funiok.

Obwohl er und Knoblauch immer wieder einzelne Ideen anklingen lassen, die Verkehrsführung genauso thematisieren will wie die Ausweisung von Baugrundstücken oder die Schaffung eines Dorfmittelpunkts samt Maibaumstandort, betont der Bürgermeister: "Wir entscheiden nichts über die Köpfe der Leute hinweg, sondern in enger Zusammenarbeit." Es gebe keinen fertigen Plan, der als Vorlage dienen werde.

Einen Hoffnungsschimmer für die Bürgerbeteiligung sieht Feuerwehrvorstand Funiok indes: Die Mößlinger Vereine haben die Aufgabe der Dorferneuerung angenommen und beteiligen sich aktiv. Für die geplante Informationsveranstaltung im Juli hätten sich bereits 90 Mößlinger angemeldet. Und wer in der sogenannten Siedlung rund um die Brunnhuberstraße wohnt, sei ebenfalls willkommen, sagt Funiok.

Denn es gibt Handlungsbedarfs. "Mößling wird kein gallisches Dorf bleiben, in dem sich nichts verändert", ist Bürgermeister Knoblauch überzeugt. Die Dorferneuerung ist für ihn die Gelegenheit, die Zukunft zu gestalten. Dass das nicht von heute auf morgen passieren wird, sagt Feuerwehrvorstand Funiok. Er rechnet mit einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren.

Die Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, 22. Juli, im Gasthaus Spirkl statt. Beginn ist um 20 Uhr.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser