Tickende Zeitbomben?

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Abstand halten: Feuerwehrleute müssen im Brandfall Platz zwischen sich und Fotovoltaikanlagen lassen.

Mühldorf - Fotovoltaikanlagen seien "tickende Zeitbomben", so Kreisbrandmeister Adolf Uhl bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Elsenbach:

Uhl deutete dabei an, dass eine erfolgreiche Brandbekämpfung nur noch schwer möglich sei. Diese Aussage relativierte Kreisbrandrat Karl Neulinger gestern auf Anfrage des Mühldorfer Anzeigers: "Fotovoltaikanlagen stellen die Feuerwehren vor neue Herausforderungen, der Begriff 'tickende Zeitbombe' ist aber mit Sicherheit zu hoch gegriffen."

Hauptproblem sei der ständige Stromfluss der Anlagen. "In der Regel sind die Trennschalter erst am Wechselrichter angebracht", erläuterte Neulinger. Inzwischen würden die Hersteller aber dazu übergehen, Trennschalter schon direkt an den Anlagen anzubringen.

"Aufgrund der vorhandenen Spannung müssen die Feuerwehren im Brandfall einen vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einhalten", erklärte Neulinger. Unter Einsatz des sogenannten Sprühstrahls sind das fünf Meter, unter dem eines Vollstrahls zehn Meter. "Eine sinnvolle Brandbekämpfung ist aber trotz dieser Einschränkungen gewährleistet."

Darüber hinaus wies der Kreisbrandrat auf weitere Probleme im Zusammenhang mit Fotovoltaikanlagen hin. "Brennt der Dachstuhl, lassen sich die Glutnester natürlich nicht mehr so leicht erreichen wie früher." Hinzu komme das zusätzliche Gewicht auf den Dächern, das die Stabilität entscheidend beeinflussen könne. "Und wenn unter der Hitze die Befestigungen leiden, müssen wir natürlich mit deutlich mehr herabfallenden Teilen rechnen."

Anlass zur Sorge bestehe deshalb nicht. Neulinger: "Wir kennen die Problematik. Und stellen uns darauf ein."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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