Diskussion über Preisgestaltung

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Vorsichtig optimistisch in Sachen Milchpreis: Referent Reinhard Schoch bei seinem Vortrag.

Mühldorf - Auf der Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbandes appellierte Kreisobmann Otto Baumgarten an die Landwirte, bei der Bestellung ihrer Flächen verstärkt auf den Naturschutz zu achten.

Baumgarten berichtete, dass er im vergangenen Jahr durch die Freilassung von zirka 20 bis 30 Quadratmetern großen Arealen der heimischen Feldlerche Brutflächen geschaffen habe. Ganz nebenbei diene dies auch der Imagepflege der Landwirtschaft.

Weitere Themen seiner Ausführungen waren die Aktion "Arbeit mit Leidenschaft", die durch umfangreiche Plakatierung publiziert werden soll, sowie die geplante Änderung der Grundsteuer A und B. In diesem Zusammenhang befürchtet er bei einer Ansetzung im Bezug auf die umbaute Fläche eine unverträgliche Erhöhung. Baumgarten kündigte Widerstand gegen eine entsprechende Entscheidung an.

Im Anschluss übergab Baumgarten das Wort an den Gastreferenten des Abends, Reinhard Schoch, der als Referatsleiter Milch des Deutschen Bauernverbandes zum Thema "Aktuelles zur Milchpolitik" Stellung nahm. In einem umfangreichen, von zahlreichen Statistiken unterlegten Vortrag, berichtete er über die aktuelle Marktlage und milchmarktpolitische Themen, wie zum Beispiel die Milchquotenverordnung. Die Lage am Markt bezeichnete Schoch, vorsichtig optimistisch, als leicht verbessert zum Vorjahr. Vor Jahresfrist habe man mit 21,97 Cent pro Liter den absoluten Tiefstand erreicht und könne nun, ein Jahr später, mit 30,7 Cent eine spürbare Verbesserung, wenn auch keine Entwarnung, vermelden. Bei den Produkten sei speziell die hohe Exportnachfrage für Schnittkäse für einen Produktionszuwachs von 9,7 Prozent verantwortlich.

In der abschließenden, teilweise sehr emotional geführten Diskussion, sah sich der Referent hinsichtlich der Möglichkeit zur Preisbildung starker Kritik ausgesetzt. Es sei, so Schoch eindringlich, hier nicht möglich, aus der freien Marktwirtschaft auszuscheren und Sicherheitsnetze oder gar Mindestpreise zu verankern.

Hinsichtlich der Preisgestaltung ertönte häufig das Schlagwort "Bündelung" aus den Reihen der Milchbauern, die monierten, dass leider nur 52 Prozent der Erzeuger in Bayern gebündelt und somit 48 Prozent der Erzeugung zu einzeln verhandelten Preisen verkauft würden. Diese Bündelung würde als Instrument der Preisverhandlung auch seitens des Deutschen Bauernverbandes begrüßt und unterstützt, erklärte der Referent. Allerdings gäbe es leider genügend Landwirte, so Obmann Baumgarten, die aufgrund geringer eigener Vorteile aus dem Verbund ausscheren würden: "Das war schon in den letzten 30 Jahren so und wird wohl auch so bleiben".

Mit einem Appell für ein Bekenntnis zur Milchwirtschaft sowie dem Hinweis auf die im Oktober stattfindende Veranstaltung für die Obmänner und -frauen mit Bauernpräsident Gerd Sonnleitner beschloss Baumgarten die Versammlung.

wag/Mühldorfer-Anzeiger

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