160 Schützlinge für Mühldorf

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Die Kinder sollen im Landkreis Mühldorf bestmöglichst gefördert und betreut werden.

Mühldorf - Das Amt für Jugend und Familie im Mühldorfer Landratsamt hat alle Hände voll zu tun: 160 Kinder werden in den unterschiedlichsten Einrichtungen und Familien betreut.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Direkte Hilfe für 160 Kinder

Das Amt für Jugend und Familie am Mühldorfer Landratsamt betreut derzeit rund 160 Kinder in den unterschiedlichsten Einrichtungen und Familien. Steigende Zahlen in der Jugendhilfe führen auch zu steigenden Finanzaufwendungen. Musste der Landkreis im Jahr 2008 rund 5,8 Millionen Euro aufwenden, so steigt in diesem Jahr der Finanzbedarf auf rund 6,5 Millionen Euro an.

Im gesetzlichen Aufgabenbereich ist das Amt für Jugend und Familie auch für die Vollzeitpflege von Kindern zuständig. Derzeit werden 71 Kinder betreut. In Heimen wurden 56 Kinder untergebracht, die sich mit 36 in der Hilfe zur Erziehung und 20 als Eingliederungshilfe unterscheiden.

25 Fälle, so Elfriede Geisberger, Leiterin des Amts für Jugend und Familie, werden im Rahmen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder betreut. Mit sieben Fällen schlägt die Hilfe für junge Volljährige zu Buche. Sieben dieser jungen Menschen benötigen stationäre Hilfe.

Diese Betreuungsangebote werden immer mehr in Anspruch genommen. Viele Zugänge kommen von Familien, die in den Landkreis Mühldorf kommen und massive Probleme bei der Erziehung ihrer Kinder haben.

Um Familien zu unterstützen setzt der Landkreis auf viele unterschiedlichste Präventionsangebote, die werdenden Eltern oder überforderten Familien helfen sollen, rechtzeitig dafür zu sorgen, dass den Kindern geholfen wird. "Das letzte Mittel ist für uns ist, dass wir die Kinder aus den Familien nehmen", sagt Geisberger.

Mit "S.A.F.E. (Sichere Ausbildung für Eltern) setzt das Amt für Jugend und Familie auf Bindungssicherheit. Dieses Präventionsprojekt wird in Kooperation mit dem Jugendamt Altötting, der Diakonie Traunstein, Donum Vitae, der Erziehungsberatung der Caritas und dem Mühldorfer Gesundheitsamt angeboten.

Runde Tische in den Gemeinden sollen dazu führen, dass die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu emotional gesunden und selbstverantwortlichen Persönlichkeiten gefördert wird. Mit der "Koki" (Koordinierende Kinderschutzstelle) ist der Aufbau eines interdisziplinären Netzwerks im Sinne eines sozialen Frühwarn- und Fördersystems auf den Weg gebracht worden. Dieses Projekt läßt sich der Landkreis rund 200 000 Euro kosten.

Mit "Jimm" (Jugendschutz ich mache mit) hat der Landkreis eine Jugendschutzinitiative gestartet. Dieses Programm, das verstärkt Jugendschutzkontrollen bei Veranstaltungen vorsieht und ein bereites Beratungsangebot vor Veranstaltungen zum Inhalt hat, soll bei den Jugendlichen auf die Gefahren des Alkohols und von Drogen hinweisen und informieren. Die Drogen- und Suchtproblematik wird mit einem eigenen Drogenpräventionsprogramm behandelt. Dieses zweitägige Projekt wurde im Landkreis an den Schulen umgesetzt. Es soll die Jugendlichen für die Probleme mit Sucht und Drogen sensibilisieren. Die Förderung von Lebenskompetenzen (Selbstvertrauen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit) fördern.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Übergang vom Kindergarten in die Schule. In jährlichen Regionalkonferenzen soll die Optimierung der Zusammenarbeit mit allen Betroffenen erreicht werden. Ziel dieses Programms ist es, den Übergang von den Kindertagesstätten in die Schule zu erleichtern. Dies wird in Kooperation mit den Kindertagesstätten, dem Schulamt, dem Gesundheitsamt und der Fachakademie für Sozialpädagogik durchgeführt.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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