Im Dienst der Jugend

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Türen öffnen: Das hat sich der neue Jugendseelsorger des Landkreises, Rupert Schönlinner, auf die Fahnen geschrieben.

Mühldorf - Am Palmsonntag wird der neue Jugendseelsorger des Landkreises, Rupert Schönlinner, in sein Amt eingeführt. Er ist der Nachfolger von Richard Stefke, der Landesseelsorger der KLJB geworden ist.

Ein halbes Jahr ist Rupert Schönlinner mittlerweile da, im September hat der neue Jugendseelsorger das Büro seines Vorgängers Richard Stefke in der katholischen Jugendstelle am Altöttinger Tor bezogen. Die auffälligste Veränderung: Ein großer Gong steht mitten im Raum, ein Abschiedsgeschenk des Pfarrverbands Waldkraiburg. Dort hält man nach wie vor große Stücke auf den 35-Jährigen, dem es nach langer Zeit gelungen war, die Jugendgruppen dort auch verbandlich wieder zu etablieren.

Rupert Schönlinner kennt sich also aus in der Arbeit mit Jugendlichen, ist kein Neuling auf diesem Gebiet. So gesehen war der Wechsel an die Jugendstelle ein logischer Schritt. Und doch hat er sich die berufliche Veränderung gut überlegt. "Ich habe schon im Vorfeld Gespräche mit Richard Stefke geführt und wollte mir ein Bild machen, was mich genau erwartet."

Der Abschluss der Jugendsynode war einer der Schwerpunkte im ersten halben Jahr, dazu die Vorbereitung und Teilnahme am Jugendforum in Freising. Eine beeindruckende Veranstaltung sei das gewesen, erzählt Schönlinner. 800 Jugendliche machten sich Gedanken über die Zukunft der Kirche, knapp 70 davon kamen aus dem Landkreis Mühldorf. Am Ende richteten die Jugendlichen drei konkrete Forderungen an Erzbischof Reinhard Marx: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, eine größere Wertschätzung der Ehrenamtlichen und ein offener Umgang mit dem Thema Sexualität - und das lange bevor die ersten Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit kamen. "Das zeigt doch, dass die Jugendlichen grundsätzlich ein gutes Gespür für die drängenden Fragen der Zeit haben. Und dass sie schon deshalb mehr Gehör finden müssen", sagt Schönlinner, der hofft, dass die Kirche die aktuelle Krise als Chance begreift - und ehrlich damit umgeht. "Sonst wird der Schaden groß sein." Auch für die Jugendarbeit, die auf Vertrauen basiert, auf dem Gefühl einer Gemeinschaft anzugehören, auf dem Nacheifern von Vorbildern.

Auch Rupert Schönlinner hatte so ein Vorbild. "Der Pastoralreferent in Trostberg hat wohl den Ausschlag für meine Berufswahl gegeben", sagt er. Denn lange war eben nicht klar, dass Schönlinners Weg in die Seelsorge führen würde.

Geboren und aufgewachsen in Trostberg absolvierte Rupert Schönlinner zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker. "Ich wollte nach dem Abitur nicht sofort wieder nur lernen, sondern etwas Handfestes machen." Im Februar 1997 schloss er seine Lehre ab und studierte anschließend Maschinenbau - ganze 14 Tage lang. "Dann war mir klar, dass ich mich anders orientieren will." Konsequent verfolgte er anschließend das Ziel, Pastoralreferent zu werden. "Etwas anderes kam für mich nie in Frage. Dieser Beruf passt zu mir." Den Priesterberuf habe er nie in Betracht gezogen. "Der Zölibat war sicher einer der zentralen Gründe." Heute ist Schönlinner verheiratet und Vater zweier Töchter.

Bis 2003 studierte er in München Theologie. Nach dem Pastoralkurs kam er 2005 in den Pfarrverband Waldkraiburg. Und nun hat ihn sein weg an die Jugendstelle geführt, wo er vor allem eines will: "Türen öffnen". So lautet deshalb auch das Motto des Kreisjugendgottesdienstes in Ampfing, in dem Rupert Schönlinner nun auch offiziell in sein Amt eingeführt wird.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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