Sportverein: Probleme im Jubiläumsjahr

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Vorsitzender Schaffer vor dem Sportheim des ESV. Dort feiern die Eisenbahner und hoffen, dass sie das Gelände auch in Zukunft nutzen können, ohne Pacht zahlen zu müssen.

Mühldorf - Quotenregelung, hohe Heizkosten, Kanalanschluss: Der Eisenbahner Sportverein Mühldorf geht nicht ohne Probleme ins Jubiläumsjahr. 

Doch derzeit herrscht vor allem Vorfreude auf das Festwochenende.

Dass der ESV neben sportlichen Aktivitäten vor allem auf gesellschaftlichem Gebiet aktiv ist, hat ihm in den vergangenen Jahrzehnten eine Sonderstellung beschert. Als einziger Sportverein bietet er Faschingsbälle an, auch sein Starkbieranstich ist einzigartig. "Die Gemeinschaft beim ESV ist einfach super!", schwärmt Vorsitzender Hans Schaffer. Rückgrat ist der EKC, der Eisenbahner-Konfetti-Club.

Großen Gemeinschaftssinn braucht der Verein auch, denn es stehen einige wichtige Aufgaben bevor, bei denen es um viel Geld geht. Um die hohen Heizkosten zu senken, installiert der ESV auf dem Tennisheim und dem Vereinsheim eine Solaranlage. Dazu kommt der Anschluss ans städtische Kanalnetz. Um die Kosten zu senken haben die Mitglieder einen großen Teil der Arbeiten in Eigenleistung erbracht.

Ein Bild aus den Anfangstagen. Rhönradfahren war eine beliebte Breitensportart.

"Schwieriger wird es mit der 50-Prozent-Klausel", sagt Schaffer. Sollten weniger als die Hälfte der Mitglieder Eisenbahner, muss der ESV für das Grundstück Pacht zahlen. Derzeit stellt das Bundeseisenbahnvermögen den Grund noch kostenlos zur Verfügung. 350 Mitglieder hat der ESV, 52 Prozent davon sind bei der Bahn beschäftigt. "Das macht der Vorstandschaft des ESV derzeit ein bisserl Kopfzerbrechen." Zurzeit sind neben Schaffer Stellvertreter Waldemar Heymann, Kassier Daniel Starnecker und Robert Hagelkrueys der Vorstand.

In vier Abteilungen sind die ESV-Mitglieder aktiv: Tennis, Gymnastik, Fußball und Kegeln, über viele Jahre eine erfolgreiche Abteilung. 2005 gingen die Jugendlichen in den FC über, bei uns gibts keinen Jugendfußball mehr - und wir haben etwa 150 Mitglieder verloren", sagt Schaffer. "Aber mit dem FC Mühldorf gibt es trotzdem eine sehr gute Zusammenarbeit."

Nach seiner Gründung im Januar 1961 erlebte der Verein einen rasanten Aufstieg. "Der Sportplatzbau begann gleich 1961 mit finanzieller Unterstützung von Bahn und Stadt", erzählt Schaffer, der seit 1970 Mitglied des ESV und seit 2004 Vorstand ist. Der Landkreis und der Verein "edelgesinnter Baufirmen" halfen mit Fahrzeugen und Maschinen.

Zu den ersten Sportarten gehörte das Rhönradfahren, Schießen, Tennis und Turnen. "Da die ersten Sportanlagen noch im Entstehen waren, standen nur drei ausrangierte Eisenbahnwaggons zur Verfügung, in denen unter anderem der Schießstand untergebracht war."

Die Turner übten im Turnsaal der Oberrealschule, der ehemalige Löschteich diente als Schwimmbad. "Ende 1961 hatte der ESV schon 289 Mitglieder", erinnert sich Schaffer an die Anfänge.

eig/hon/Mühldorfer Anzeiger

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