Deser bleibt, Kaiser überlegt noch

Personalfragen dominierten die jüngste Mitgliederversammlung des Zweckverbands Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern. Das Thema der Vergütung des Verbandsvorsitzenden soll nach dem Willen des neuen Vorsitzenden Hermann Dumbs auf das Tableau der nächsten Verbandsversammlung kommen.

Töging - Der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern hat gestern in der Töginger Kantine vor allem Personalfragen geklärt.

Das Thema der Vergütung des Verbandsvorsitzenden wurde auf die nächste Sitzung vertagt. 53 Verbandsmitglieder haben gestern Vormittag einstimmig Thomas Kaiser als neuen Geschäftsführer bestätigt. Kaiser war am 15. März vom Altöttinger Landratsamt in die Zweckverbandszentrale in Töging gewechselt.

Weit weniger harmonisch verlief die Abstimmung über die Zukunft des ehemaligen Geschäftsführers Martin Deser. Per Eilentscheidung hatte der im Februar neu gewählte Verbandsvorsitzende Hermann Dumbs verfügt, dass Deser weiterhin im Verband arbeiten soll und so die Verbandsentscheidung, Deser zu entlassen, auf Eis gelegt. "Äußerst knapp", so ein Beteiligter dieses im nichtöffentlichen Teil der Sitzung diskutierten Punktes, sei die Entscheidung der Anwesenden ausgefallen, Deser künftig als Technischen Leiter zu installieren. Pamela Kruppa, die aussichtsreichste Kandidatin auf das Amt des Zweiten Verbandsvorsitzenden, trat wegen der Personalie Deser aus Protest von ihrer Kandidatur zurück.

Neuer Stellvertreter von Hermann Dumbs ist nun Erich Hallhuber, Bürgermeister der Marktgemeinde Ruhstorf an der Rott in Niederbayern. Die wichtige Position des Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses bekleidet nach dem Willen der Mitglieder künftig Siegfried Klika. Der Bürgermeister von Waldkraiburg folgt damit auf den Haager Hermann Dumbs.

Ein weiterer Beschluss der Versammlung betrifft die Personalkompetenzen des Geschäftsführers. Thomas Kaiser muss seinen Vorsitzenden in Personalfragen künftig nicht mehr konsultieren, er darf diesbezüglich allein entscheiden.

Außerdem sollen die Mitgliedsgemeinden weitere 30 Prozent der von ihnen geleisteten Anschubfinanzierung zurückerhalten. Der Zweckverband hatte bereits 40 Prozent zurück erstattet, nun folgen weitere 30 Prozent, was 276000 Euro entspricht.

Dank seines internen Qualitätsmanagements habe der Zweckverband Fehler bei seinen Messungen minimieren können, erklärte Geschäftsführer Kaiser. "Vereinzelte Fehler" würden zwar nach wie vor gemacht, könnten aber intern ermittelt und das falsche Messergebnis rechtzeitig aussortiert werden.

Generell, so Kaiser auf Nachfrage, sei die Stimmung im Zweckverband besser geworden. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorsitzenden Dumbs funktioniere reibungslos, man treffe sich regelmäßig, eine "Beruhigung ist feststellbar." Ob er seine Entscheidung, von der Pressestelle des Landratsamtes nach Töging gewechselt zu sein, schon bereut habe? Kaiser: "Es war klar, dass es eine große Baustelle wird."

Zunächst ist Kaiser durch Landrat Erwin Schneider nur bis 30. September für den Zweckverband abgeordnet. Nach dem positiven Votum der Mitglieder steht es ihm nun frei, ab Herbst seine Arbeitszeit in Töging zu verlängern. Nach Euphorie ist dem Beamten aber noch nicht zumute: "Ich muss spürbare Fortschritte feststellen, dann bleibe ich." Wenn er ständig gegen Wände laufen müsse, werde er allerdings zurück nach Altötting gehen. Also doch noch nicht alles eitel Sonnenschein beim Zweckverband? Kaiser: "Ich gebe zu: Noch sind Widerstände da."

zip/Mühldorfer Anzeiger

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