Dauerregen beschert kleines Tief

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Cola und Eiskaffee statt heißem Tee: Regine Lumer vom Venezia servierte vor allem im August viele kalte Erfrischungen. Wie in vielen anderen Branchen blieben die Kunden in den Regenmonaten Juni und Juli eher zurückhaltend.

Mühldorf - "Man muss positiv eingestellt sein. Denkt man negativ, dann wird es auch negativ", sagt Donata Sartori, Geschäftsführerin im Eiscafe Venezia.

Eine Einstellung, die sich vermutlich nur wenige bewahren konnten angesichts des unberechenbaren "Aprilwetters", das vor allem im Juni und Juli vorherrschte. Also ausgerechnet zu der Zeit, in der der Sommer normalerweise Hochkonjunktur feiert. "Natürlich lief das Geschäft in diesen Monaten nicht ganz so gut, das hat sich aber mit dem guten Wetter im August wieder ausgeglichen", sagt Sartori. Grundsätzlich seien die Leute sparsamer geworden, und das sei eher ein Grund für rückläufige Zahlen. Aber sie könne und wolle sich auf keinen Fall beschweren.

So oder so ähnlich denken die meisten Gewerbetreibenden im Landkreis, die auf den Sommerbetrieb angewiesen sind. Auch in der Textilbranche gab es während des Dauerregens zwar zeitweilig "ein kleines Tief" in dem man gern mehr verkauft hätte. Aber der dadurch entstandene Verlust sei "im August wieder aufgeholt worden", bestätigt Michael Hell, Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft und freut sich für seine Kunden: "Aus Sicht der Kunden war die Wetterlage super. Als es im August wieder warm wurde, konnten sie reduzierte Sommerware einkaufen."

Ähnliches gilt für die Biergärten. Marianne Niedermeier, Inhaberin des Hotels Bastei, ist zufrieden. "Dank des überdachten Gartens sind wir einigermaßen gut davon gekommen, das schlechte Wetter hat dem Geschäftsbetrieb keinen Abbruch getan". Im Landgasthof Pauliwirt war laut Geschäftsinhaber Klaus Heimeldinger, der Biergartenbetrieb während der Schlechtwetterperiode "schwankend" und er räumt ein: "Auch durch das schöne Wetter in den letzten Wochen kann der Verlust nicht so einfach wieder reingeholt werden."

Nur wenige Schäden hat der Dauerregen im Freibad hinterlassen, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Rösner sagt. Was die Besucherzahlen betrifft, gab es auch hier zwar "einen kleinen Einbruch", ingesamt sind es bisher 5000 Besucher weniger im Vergleich zum Vorjahr. Doch Rösner ist optimistisch, dass die Besucherbilanz bis zum Ende der Badesaison Mitte September wieder die 100000-er Marke erreicht - wie jedes Jahr. Einen Sparkurs vieler wertet Rösner für das Freibad positiv: "Die Leute sind vermehrt zu Hause geblieben und nicht in den Urlaub gefahren. Daher war jetzt in der Ferienzeit überraschend viel los."

Eine, die sich über die kalten und verregneten Tage gefreut hat, ist Carmen Zitzelsberger, Geschäftsführerin im Kino Hollywood am Inn, denn da seien sie "satt dabei" gewesen. "Für die Abendvorstellungen ist das Wetter uninteressant, tagsüber war dieses durchwachsene Wetter für uns aber von Vorteil."

Bleibt ein Blick aufs Mühldorfer Volksfest: Die Sonnentage helfen, einen neuen Rekord anzupeilen. Wirte und Schausteller sind sich einig: Wenn es so bliebe, werde auch die zweite Wiesn-

hälfte überragend. jug

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