Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+++ Eilmeldung +++

Ausnahme nach dem Bundesnaturschutzgesetz

Regierung von Oberbayern bestätigt: „Entnahme eines Wolfes in Südostoberbayern gestattet“

Regierung von Oberbayern bestätigt: „Entnahme eines Wolfes in Südostoberbayern gestattet“

Damit Schmerz kein Thema ist

OVB
+
Gut lachen hat, wer keine Schmerzen spürt: Die Schmerzmediziner Kahl und Richl zusammen mit Schmerzschwester Denise Janker (von links) im Gespräch mit einer Patientin am Tag nach ihrer Operation.

Mühldorf - Wenn Klinik-Geschäftsführer Heiner Kelbl vom "schmerzfreien Krankenhaus" spricht, mag das für viele wie eine ferne Vision klingen. Aber...

Dem Mühldorfer Krankenhaus wurde jetzt per Zertifizierung bestätigt, dass sie auf dem Weg dorthin sehr weit ist.

Als eines von 28 Krankenhäusern in Deutschland darf sich die Klinik Mühldorf über die Anerkennung durch die "Gesellschaft für qualifizierte Schmerztherapie" freuen. Dazu musste das Krankenhaus wie bei jeder Zertifizierung üblich genau bestimmte Regeln festlegen, nach denen es Schmerztherapie betreibt. Im Gegensatz zu anderen Zertifikaten geht es in der Schmerztherapie vor allem um ergebnisorientierte Kriterien, wie Schmerzmediziner Dr. Matthias Richl betont: "Der Patient entscheidet, ob er mit dem zufrieden ist, was der Arzt macht."

So ist die detaillierte Befragung der Patienten nach ihren Schmerzen und die Reaktion von Ärzten und Pflegepersonal darauf fester Bestandteil der Schmerzbehandlung. Patienten müssen nicht von sich aus um Hilfe bitten, sondern werden mehrmals am Tag vom Pflegepersonal befragt. So erhält die Schmerztherapie eine unerlässlich persönliche Komponente: Wie stark und wie belastend empfindet der Patient seine Schmerzen. Chefarzt Dr. Martin Kahl spricht sogar von einer "absolut subjektiven" Einschätzung, nach der sich das Krankenhauspersonal richtet. "Wir bewerten die Schmerzen nicht", bestätigt Schmerzschwester Erika Koch, "wir behandeln sie nach dem Wunsch des Patienten.".

Neben der starken Rolle der Empfindungen der Patienten hat die Klinik beim Personal Voraussetzungen für die Schmerztherapie geschaffen. Dank der Fortbildung ist erreicht worden, dass nicht allein Ärzte über den Einsatz von Medikamenten entscheiden dürfen, sondern auch Krankenschwestern. So gibt es jetzt so genannte "Pain Nurses", also "Schmerzschwestern", die eine besondere Ausbildung erhalten haben, um schnell reagieren zu können.

Die Zertifizierungsgesellschaft prüfte Behandlungswege, befragte Ärzte und Schwestern nach ihrem Vorgehen und die Patienten, wie zufrieden sie sind. Das Ergebnis erfüllt Chefarzt Kahl mit Freude, weil das Krankenhaus die Richtwerte im Bereich der Schmerzkontrolle und des Therapieergebnisses weit übertroffen habe und bis zu 50 Prozent über den Anforderungen liege.

Wie wichtig möglichst weitgehende Schmerzfreiheit ist, betont Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Richter: "Schmerz ist das zentrale Thema in der Medizin und oft die größte Angst der Patienten."

hon/Mühldorfer Anzeiger

Kommentare