Damit der Innkanal nicht zur tödlichen Falle wird

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Mühldorf - Bei dem warmen Wettersind mehr Leute am Innkanal unterwegs als sonst. Um Unfälle zu vermeiden, gibt die Wasserwacht Tipps.

Angesichts des warmen Ausflugswetters sowie zwei Jahre nach dem tragischen Unfall eines 9-jährigen Kindes, das bei Pürten in den Innkanal gestürzt war sowie angesichts erinnern die Wasserwachten im Landkreis Mühldorf die Bevölkerung an die Gefahren beim Betreten der Kanalanlagen und gibt Tipps, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden können. Der Kanal ist seit jeher eine beliebte Strecke für Spaziergänger und Radfahrer. Dabei legen Freizeitsportler oft haarsträubenden Leichtsinn an den Tag. So werden von Zeit zu Zeit Kinder beobachtet, die auf Brückenpfeilern klettern oder auf der „Berme", dem Absatz an der Kanalböschung, spielen.

Die Berme ist häufig überflutet und daher bei Niedrigwasser verschlammt und nass. Das Risiko dort auszurutschen ist hoch. Ein winziger Moment der Unachtsamkeit kann tödliche Folgen haben. "Auch unsere Einsatzkräfte betreten die Berme nur mit angelegter Rettungsweste und werden zusätzlich vom Ufer aus per Rettungsleine gesichert", stellt Maximilian Kammermeier, Leiter der Kreiswasserwacht Mühldorf, heraus. Immer wieder passieren Unglücke. Dabei werden oft wichtige Verhaltensregeln missachtet, zum Beispiel sehen die Eltern in aller Seelenruhe zu, wie ihre Kinder auf der Berme spielen. Der Kanal ist gefährlicher als andere Gewässer: Die betonierten Kanalwände bieten kaum Möglichkeiten zum Festhalten.

Der Innkanal in Mühldorf

Außerdem ist das Wasser des Innkanals das ganze Jahr über extrem kalt – im Winter wegen der Außentemperaturen, im Sommer aufgrund des Schmelzwassers, das der Inn aus den Bergen mit sich führt. "Ein Mensch, der dort hineinfällt, verliert schnell an Energie, kühlt aus und hat dann kaum mehr eine Chance, sich selbst zu retten", betont auch Norbert Huber als Ausbilder Rettungsschwimmen. Hinzu komme die Fließgeschwindigkeit: Mit bis zu vier Metern pro Sekunde ist diese extrem hoch.

Tipps der Wasserwacht

  • Spaziergänger mit Hunden sollten dem Tier keine Stöckchen oder ähnliche Gegenstände werfen - es besteht dann die Gefahr, dass der Hund auf der „Jagd" danach ins Wasser springt. Auch Tiere kommen – wenn überhaupt – nur mit Müh und Not die Kanalwände aus Beton wieder nach oben.
  • Mit dem Fahrrad sollte, wenn möglich, die kanalabgewandte Seite des Dammweges benutzt werden. Außerdem sollte niemals der Dammweg verlassen werden.

Wasserrettungsübung am Innkanal

Wasserrettungsübung am Innkanal

Was tun, wenn doch etwas passiert?

  • Sofort den Notruf absetzen - die Notrufnummer lautet zur Zeit noch 19222. Bitte beachten Sie, dass Sie beim Notruf vom Mobiltelefon aus auch eine Ortsvorwahl benötigen – der Einfachheit halber können Sie die ihres Heimatortes verwenden, also z.B. 08631 für Mühldorf oder 08638 für Waldkraiburg. Ab 17. Juni können Sie auch die vorwahlfreie und kostenlose Notrufnummer 112 nutzen! Wichtig ist hier vor allem die Angabe des Unglücksortes, etwa „zwischen Brücke A und B" oder Flusskilometer (entsprechende Angaben sind alle 100 Metern auf weißen Tafeln zu finden).
  • Einweiser für die Rettungskräfte einteilen, z.B. an der nächstgelegenen Brücke.
  • Wenn möglich, der im Wasser treibenden Person schwimmende Gegenstände zuwerfen.
  • Am Kanalweg mit dem Verunglückten mitlaufen, ihn beobachten und durch Zuruf beruhigen. Der Verunglückte soll versuchen, eine der Rettungsbojen zu erreichen.
  • An einem Großteil der Brücken finden sich sogenannte „Rettungsstangen“. Das sind mehrere Meter lange Stangen aus Eisen oder Holz, mit denen – wenn Aussicht besteht – auch von Laien ein Rettungsversuch erfolgen kann. Bitte bleiben Sie dabei hinter dem Geländer – sonst bringen Sie sich selbst in Lebensgefahr!
  • Wir retten auch Tiere! Springen Sie nicht ins Wasser, wenn Ihr Hund nicht mehr aus dem Innkanal kommt – rufen Sie die Wasserwacht - wir helfen Ihrem Hund!

"Gehen sie als Ersthelfer niemals selbst ins Wasser, denn der Innkanal ist selbst für geübte Schwimmer voller Unterströmungen und Tücken und damit lebensgefährlich ", appeliert Maximilian Kammermeier.

Pressemeldung Wasserwacht Mühldorf

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