Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Knappes Fünftel ungeimpft

Corona-Impfpflicht: Klinikmitarbeitern im Landkreis Mühldorf droht Entlassung

Für Mitarbeiter im Gesundheitswesen gilt: Nur noch Geimpfte dürfen ab Mitte März dort tätig sein.
+
Für Mitarbeiter im Gesundheitswesen gilt: Nur noch Geimpfte dürfen ab Mitte März dort tätig sein.

Für Mitarbeiter in Kranken- und Pflegeberufen wird es ernst: Sie müssen sich gegen Corona impfen lassen. Das hat der Gesetzgeber beschlossen. Weigern sie sich, droht ihnen die Freistellung ohne Bezüge und die Entlassung.

Mühldorf – Für Mitarbeiter in Kranken- und Pflegeberufen wird es ernst: Sie müssen sich gegen Corona impfen lassen. Das hat der Gesetzgeber beschlossen.

Freistellung ohne Bezüge

Weigern sie sich, droht ihnen die Freistellung ohne Bezüge und die Entlassung. Besonders betroffen sind die beiden größten Pflegeeinrichtungen im Landkreis: das „InnKlinikum“ und die Stiftung Ecksberg. Zusammen beschäftigen sie knapp 3700 Mitarbeiter.

Für sie läuft die Zeit, sofern sie nicht geimpft sind, macht Dr. Alexander Skiba, Vorstand der Behinderteneinrichtung Ecksberg klar. „Den Mitarbeitern wurden die Konsequenzen angezeigt, die der Gesetzgeber vorsieht“, sagt Skiba. Dazu gehört nach seinen Angaben insbesondere die verpflichtende Meldung von nicht geimpften Mitarbeitern an die Gesundheitsbehörde bis 15. März. „Und die drohende Erteilung von Beschäftigungsverboten.“ Das heißt Freistellung ohne Lohn und in der Folge ein Kündigungsverfahren.

Keine rechtlichen Bedenken

Rechtliche Bedenken hat Skiba dabei nicht. „Wenn der Arbeitnehmer seine Leistung wegen des Beschäftigungsverbotes nicht erbringen kann, steht ihm nach derzeit überwiegender Meinung auch kein Lohnfortzahlungsanspruch mehr zu. Insofern wäre voraussichtlich die korrekte Schlussfolgerung, dass die auf dem Beschäftigungsverbot beruhende Freistellung unbezahlt ist.“ Der Stiftungsvorstand macht aber auch klar: „ Die Kündigung sollte immer nur Ultima Ratio sein.“

Mitarbeiter rechtzeitig informiert

Skiba legt Wert darauf, dass die Stiftung rechtzeitig auf ihre Mitarbeiter zugegangen ist. „Um frühzeitig über die Tendenzen der Mitarbeiter informiert zu sein und weitere Einzelgespräche führen zu können, haben wir den Mitarbeitern aufgetragen, sich bis Mitte Januar zurückzumelden, welche Entscheidung sie angesichts der Beschlüsse des Gesetzgebers treffen wollen.“

Die meisten der 983 Beschäftigten in der Stiftung Ecksberg sind laut Skiba gegen Corona immunisiert. 82 Prozent der Mitarbeiter sind entweder genesen oder geimpft, die genaue Zahl kann Skiba nicht nennen. Den 806 Mitarbeitern stehen aber 177 gegenüber, die sich bislang nicht haben impfen lassen.

83 Prozent der Klinikmitarbeiter geimpft

Die Quote der Immunisierten ist in den Krankenhäusern sogar noch etwas höher. Nach Angaben von Vorstand Thomas Ewald sind von den 2700 Mitarbeitern 83 Prozent geimpft und sechs genesen. „Insgesamt dürften also knapp 90 Prozent immunisiert sein.“ Aber immerhin noch 270 haben die Spritze bislang verweigert.

+++ Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie +++

Was denen droht, hat laut Ewald der Gesetzgeber vorgeschrieben. „Wir haben als Klinik keine Konsequenzen gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angekündigt, weil die Impfpflicht in Gesundheitsberufen nicht von uns ausgeht, sondern von der Bundespolitik so beschlossen wurde.“

Viele Angebote und Informationen

Trotzdem gilt auch dort: Meldung der Ungeimpften an das Gesundheitsamt. „Ein Einsatz in dem Unternehmen darf ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erfolgen“, betont Ewald. An Aufklärung, Aufforderung und Angeboten hat es in beiden Einrichtungen nicht gefehlt. „Wir versuchen seit Monaten, unsere Beschäftigten durch Informationen von der Wichtigkeit der Impfung zu überzeugen“, sagt der Klinikenchef.

Vielfache Informationen für Mitarbeiter

Ob über Betriebsärzte, Chefärzte und Vorgesetzte, das Intranet oder den Klinik-Newsletter: Das Thema sei stets präsent gewesen. „Auch bieten wir niederschwellige Impfmöglichkeiten an.“

Das gilt auch für die Stiftung Ecksberg, die sehr früh im vergangenen Jahr mit der Impfung von Bewohnern und Mitarbeitern begonnen hat. 25 Impftermine im Haus, eine vereinfachte Teilnahme am Impfangebot des Impfzentrums, dazu Gesprächskreise und Gesprächsangebote sollten alle Ecksberger von der Notwendigkeit und dem Sinn der Impfung überzeugen. An diesen Maßnahmen will Skiba festhalten, genauso die Klinikleitung.

Weiter jeden überzeugen

„Natürlich bilden auch wir als Klinik die Gesellschaft ab und es gibt deshalb einen geringen Prozentsatz an Menschen, die sich aus verschiedensten Gründen bisher einer Impfung verweigert haben“, sagt Vorstand Ewald. Die Klinik bemühe sich aber weiter, jeden Einzelnen zu überzeugen.

Ebenfalls interessant: