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Auch für Menschen ohne Smartphone

Digitaler Impfausweis: So lief der Start im Landkreis Mühldorf

Nur wenige Minuten, dann kann Apotheker Thomas Leitermann den digitalen Impfausweis ausgeben. Interessenten brauchen das gelbe Impfbuch und einen Ausweis. Es wird auch dem geholfen, der kein Smartphone aht
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Nur wenige Minuten, dann kann Apotheker Thomas Leitermann den digitalen Impfausweis ausgeben. Interessenten brauchen das gelbe Impfbuch und einen Ausweis. Es wird auch dem geholfen, der kein Smartphone hat

Seit Montag (14. Juni) gibt es auch im Landkreis Mühldorf den digitalen Impfausweis. Auch für Menschen, die kein Smartphone besitzen und ihr gelbes Impfbuch nicht immer mit sich rum tragen wollen.

Mühldorf – Wie so oft in Corona-Zeiten ist der Start holprig: Seit Montag (14. Juni) können sich Geimpfte einen digitalen Impfausweis ausstellen lassen. Während die beiden Apps – die „Corona-Warn-App“ mit Zusatzfunktion und die Registrierungsapp „CovApp“ – zur Verfügung stehen, geht das Kunden-Informationsportal „apokthekenmanager.de“ immer wieder in die Knie. Und auch Apotheker haben Schwierigkeiten, sich anzumelden.

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15 Buchstaben und Ziffern muss das Passwort haben, das Willi Engelmann am frühen Montagmorgen in das Portal zur Anfertigung des digitalen Impfausweises eingibt. „Am Anfang hat es etwas gehakt, aber jetzt läuft es gut“, sagt der Chef der Antonius-Apotheke in Waldkraiburg. Auch in der St. Johannes-Apotheke in Neumarkt-St.Veit ist das Team um 9.30 Uhr startklar: „Wir haben schon einen Probedruck gemacht, es funktioniert“, berichtet Jessica Erlmeier.

Auch aus anderen Orten kommen zuversichtliche Rückmeldungen: „Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten, läuft es jetzt gut“, sagt Christina Mayerhofer, Chefin der Grafschaft Apotheke und der Löwen-Apotheke in Haag, sowie der St. Ulrich Apotheke in Gars.

Digital und auf Papier

Denn den digitalen Impfausweis gibt es auch auf Papier. Hans Meilmann steht in Mühldorf vor der Inn-Apotheke in Mühldorf. Der 69-Jährige lebt in Ingolstadt, ist zu Besuch in Mühldorf und will gleich am ersten Tag das Zertifikat. In der Hand hält er den gelben Impfausweis, seinen Personalausweis, aber kein Mobiltelefon. „Ich habe kein Smartphone“, sagt er, „und ich bekomme auch keins.“ Deshalb bittet er in der Inn-Apotheke um die Din-A-5 große Bestätigung für Menschen, die kein Smartphone haben. Digital auf Papier, sozusagen.

Und so geht‘s

• Gelben Impfausweis und den Personalausweis mitbringen

• Die Apothekerin trägt in einer Computermaske Name, Geburtsdatum, Tag der Impfung und Impfstoff ein.

• Es erscheint ein QR-Code, den der Kunde in die Corona-Warn-App oder die App CovPass einlesen kann.

• Das gleiche passiert mit der Eintragung der zweiten Impfung.

• Wer kein Smartphone hat, kann sich diese Bescheinigung ausdrucken lassen.

• Der Service ist kostenlos.

App zeigt an, ab wann der Impfschutz gilt

Das Vorgehen ist für ihn aber das gleiche wie für Smartphonebesitzer, sagt Apotheker Thomas Leitermann. Der Chef der Inn-Apotheke schaltet sich mit dem „sehr sicheren“, aber reichlich aufwendigen Passwort frei.

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Aus dem Personalausweis übernimmt er die persönlichen Daten, im Impfausweis sucht er dem Eintrag der ersten Impfung. Er gibt sie ein, auch den Impfstoff, sofort erscheint die Bestätigung durch das Robert-Koch-Institut, ein QR-Code, den der Kunde in eine der beiden Apps einlesen kann.

Keine Schlange, es läuft sehr ruhig

Das gleiche für die zweite Impfung, dann heißt es: „Vollständiger Impfschutz in sieben Tagen“, denn die Zweitimpfung liegt erst eine Woche zurück.

Wer sich seinen digitalen Impfausweis holt, kann das Portemonnaie zu Hause lassen, denn der Service kostet Kunden nichts. „Das zahlt der Staat“, sagt Leitermann, die Apotheken bekämen ein Honorar.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Der Andrang an diesem ersten Tag ist überschaubar. „Keine Tausende“, sagt Antonius-Apotheker Engelmann, von vielen Anrufen erzählt seine Neumarkt-St. Veiter Kollegin Erlmeier. Und vor dem Schnelltestzentrum an der Inn-Apotheke ist die Schlange länger als vor dem eigentlichen Geschäft. Das ist im Sinne der Apotheker. Der Sprecher des Deutschen Apothekerverbands sagt in einem Interview im ZDF: „Die Apotheken müssen sich an diesen neuen Ablauf gewöhnen.“ Thomas Dittrich bittet deshalb: „Insofern ist es wirklich hilfreich, wenn nicht alle sofort heute oder morgen kommen, sondern über die Zeit verteilt.“

Infoportal des Apothekerverbandes bricht immer wieder zusammen

Obwohl die Digitalisierung auf das normale Geschäft und die Test-Tätigkeit obendrauf kommt, ist Leitermann zuversichtlich: „Wir tun alles, was von uns verlangt wird und schaffen das auch.“ Das gilt für das Info-Portal des Apothekerverbands nur bedingt. Bis in die Nachmittagsstunden brach es immer wieder zusammen, danach lief es besser.

In Haag scheinen es die Menschen kaum erwarten zu können, sich den digitalen Impfpass zu holen. „Allein in der Grafschaft-Apotheke haben wir schon 35 Impfpässe ausgestellt“, sagt Mayerhofer gegen Mittag. Der Andrang sei so groß, dass sich eine Angestellte nur um die Impfpässe und nicht mehr um das Tagesgeschäft kümmere.

Datenpanne im Impfzentrum – kein Ausweis

Auch im Impfzentrum gab es technische Probleme und deshalb keinen Impfausweis. „Der Impfausweis gilt ja genauso“, sagt einer, der am Montagvormittag zum zweiten Mal geimpft worden ist. Auch eine Frau will sich ihr Impfzertifikat in den nächsten Tagen in der Apotheke besorgen. „Mir wurde es plausibel erklärt, warum es heute nicht funktioniert.“

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