Computerpanne bei Shell: Beträge doppelt abgebucht

Mühldorf - Am 18. Juli hat Dr. Irene Krenn-Lanzl an der Shell-Tankstelle in Mühldorf getankt und per Karte bezahlt. Die unangenehme Überraschung folgte auf dem Kontoauszug.

Der Betrag in Höhe von 51 Euro wurde doppelt abgebucht. Schuld war ein Computerfehler - und die Mühldorferin kein Einzelfall.

Nachdem Dr. Irene Krenn-Lanzl den Fehler bemerkt hatte, wandte sie sich an die örtliche Shell-Tankstelle. "Die Nachfrage ergab, dass es sich um ein bundesweites Problem handelt und ich mich an Shell Deutschland wenden soll", schildert sie. Also schrieb die Ärztin noch am gleichen Abend eine E-Mail an Shell - eine Antwort bekam sie erst einmal nicht. Es dauerte dann rund zwei Wochen, bis das Geld endlich wieder auf ihrem Konto war.

Ein Fehler im Rechenzentrum sei für die Panne verantwortlich, heißt es bei Shell. An 120 Stationen sei vereinzelt bei Kunden am 17. und 18. Juli doppelt oder sogar dreifach abgebucht worden. Wie viele Kunden davon betroffen sind, will Pressesprecherin Cornelia Wolber nicht verraten. "Aber es waren deutlich weniger als 1000."

Die meisten hätten ihr Geld schon wenige Tage nach der Abbuchung wieder auf dem Konto gehabt. Bei manchen habe es "leider etwas länger" gedauert. "Das liegt zum einen daran, dass wir bei täglich rund zwei Millionen Kunden erst die Betroffenen herausfiltern mussten. Zum anderen sind wir bei der Behebung des Problems auch auf die Mitwirkung der Banken angewiesen", erklärt Wolber. Kunden, die sich aufgrund der Verzögerung an das Servicecenter gewandt haben, seien zudem mit einem Tankgutschein in Höhe von 15 Euro entschädigt worden.

Die Pressesprecherin kann aber nicht ausschließen, dass es vereinzelt nach wie vor Kunden gibt, die von dem Problem betroffen sind und bisher nicht informiert wurden. Deshalb sollte jeder Kunde, der an betreffendem Wochenende bei Shell getankt hat, seine Auszüge überprüfen, und sich gegebenenfalls per E-Mail an kundenservice-de@shell.com wenden.

Dafür, dass es nach wir vor unentdeckte Fälle geben könnte, geht Shell eher defensiv mit dem Problem um. Einen entsprechenden Hinweis auf der Internetseite des Ölkonzerns sucht man vergeblich. Auch eine Pressemitteilung zu den Problemen wurde nicht veröffentlicht.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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