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Byodo untersucht Lebensmittel auf Weichmacher

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Karin Huber untersucht, wieviel Weichmacher in Speiseölen enthalten sind. Die Ergebnisse sollen Herstellern helfen, die Chemikalie zu reduzieren. Fotos nl

Mühldorf - Der Mühldorfer Naturkosthersteller Byodo untersucht zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft die Konzentration von Weichmachern in Nahrungsmitteln.

Die Gesundheit der Verbraucher steht im Mittelpunkt eines weitreichenden Forschungsprojekt des Mühldorfer Bio-Feinkost-Unternehmens Byodo in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft. Zentrales Thema sind mögliche Spuren von Weichmachern in Lebensmitteln sowie die Identifikation der Kontaminationswege und die Verhinderung der Kontamination.

Untersucht werden vor allem Transportwege, Produktionsabläufe und Verpackungen aber auch Anbauflächen und Erntemethoden bei Byodo und Partnern. Die Naturwissenschaftlerin Dr. Karin Huber, bei Byodo für Qualitätssicherung verantwortlich, hat mit der Analyse der Ölherstellung bei einem Partnerunternehmen in Baden-Württemberg begonnen. Denn Öle seien besonders anfällig für die Anreicherung von Weichmachern, erklärt Sandra Linner, Byodo-Marketingleiterin.

Das Betriebsgebäude von Byodo.

Ausgegangen ist das Projekt von der Abteilung Produktsicherheit und Analytik der Fraunhofer-Gesellschaft. Der Kontakt zu Byodo entstand über den Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller und Handel, bei dem Byodo Mitglied ist, und der Byodo als Partner mit den notwendigen Qualitätsstandards und Kenntnissen empfohlen habe, betont Linner. Das Fraunhofer Institut habe einen exemplarischen Warenkorb zusammengestellt und die Produkte auf Weichmacher untersucht. Im Ergebnis habe sich gezeigt, dass zwar die einzelnen Produkte nur sehr geringe Spuren von Weichmachern aufweisen, in Summe jedoch Werte zusammenkommen die eine weitere Minimierung notwendig machen. "Als Vorreiter an einem so elementaren Forschungsprojekt mitzuarbeiten, war eine Ehre, aber auch eine Notwendigkeit", sagt Linner, die ohnehin sehr geringen Rückstände von Weichmachern müssten weiterhin minimiert werden und die gewonnen Erkenntnisse könnten auch generell zu einer Optimierung der Standards beitragen.

Weichmacher sind Stoffe, die eingesetzt werden, um Kunststoff geschmeidig zu machen, sie werden etwa bei Verpackungsmaterialen aber auch in der Kosmetik, bei Textilien und Baumaterialien eingesetzt. Sie können über Migration aus Verpackungen oder bereits vorher beim Pflanzenwuchs oder über die Erntetecknik und Verarbeitung in die Rohstoffe gelangen. Um die Belastung mit Weichmachern effektiv zu minimieren, müssten zuerst die Eintragungspfade aufgedeckt werden, erklärt Linner.

Bis jetzt hat Karin Huber vor allem Speiseöle von Byodo untersucht sowie in Zusammenarbeit mit zwei Lieferanten den gesamten Herstellungsprozess. So wurde in der Ölmühle von der Ölsaatannahmestelle bis zur Flaschenabfüllung jeder Produktionsschritt protokolliert und über Probeentnahmen kontrolliert, erklärt Linner. Befunde sollen bis zum Jahresende vorliegen, die Minimierungspotenziale dann in einem Workshop an alle Marktteilnehmer weitergegeben werden. Mit den Ergebnissen sollen den Lebensmittelherstellern Informationen zur Verfügung stehen, anhand derer sie ihre Produktionstechniken weiter optimieren können, so Linner, um die ohnehin geringe Weichmacheranreicherung weiterhin zu reduzieren.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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