Ein Buch von 160 Metern Länge

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Aus Linol-Buchstaben setzten Lorena Dzevlean (9) und Fabius Trieb (9) gemeinsam mit Gymnasiallehrer Christoph Gemander bei der Station im Haus der Kultur ihre Namen zusammen. Anschließend haben sie sie auf Papier gedruckt.

Mühldorf - Wie sahen Bücher früher aus? Wie schreibt man ein Buch? Wie wird das Buch gedruckt? Und wie kommt das Buch zum Leser? Diesen Fragen sind Kinder bei der Mühldorfer Bücher-Rallye auf den Grund gegangenen.

An fünf Stationen erfuhren die Schüler der 3. bis 5. Klassen am Samstag Wissenswertes rund ums Buch. Organisiert hat die Bücherrallye die Arbeitsgemeinschaft Leselust der Stadtgespräche. "Wir wollen Kinder aktiv ansprechen und zum Lesen bringen", sagt Initiatorin Roswitha Mayerhofer. Und das ist gelungen, zog sie am Samstagmittag ein positives Fazit. "Wir denken darüber nach, die Bücher-Rallye zu wiederholen", sagt sie.

Fünf Stationen hatte die Bücherrallye. In der Buchhandlung Seitenweise war mitmachen angesagt, dort war eine Mal- und Schreibwerkstatt aufgebaut, bei Bücher Herzog erfuhren die Kinder Wissenswertes über den Buchhandel. Und auch im Haus der Begegnung durften die Kinder selbst Hand anlegen und ihren Namen drucken. Eifrig sind Lorena Dzevlean (9) und Fabius Trieb (9) aus Mühldorf schon in der Früh am Werk.

160 Meter, das längste Buch: Interessiert lesen Staatssekretär Huber, Initiatorin Mayerhofer und Bürgermeister Knoblauch (von rechts).

Sie suchen die Buchstaben ihrer Vornamen aus den Linol-Stempeln heraus und ordnen sie in der richtigen Reihenfolge an. "Spiegelverkehrt", erklärt Gymnasiallehrer Christoph Gemander, der die Station gemeinsam mit der Grundschullehrerin Maria Sondermaier betreut. Dann tragen Lorena und Fabius mit einer Walze die schwarze Farbe auf die Buchstaben auf, legen ein Blatt und eine Lage Filz zum Schutz drauf und schieben das Ganze in die Presse. Mit aller Kraft dreht Lorena an der großen Schraube. "Jetzt wird die Farbe aus Blatt gepresst", erklärt Gemander. Stolz halten die beiden ihre selbstgedruckten Namen in der Hand.

Im Stadtarchiv waren Rätsel zu lösen. In alten Büchern hatten die Kinder geheimnisvolle Schriften zu entziffern. "Wir wollen Kinder mit Büchern in Kontakt bringen", erklärt Hauptschullehrer Stefan Pramps, der die Station im Stadtarchiv gemeinsam mit Stadtarchivar Edwin Hamberger betreute. "Obwohl sie die alte Schrift nicht ganz lesen können, können sie herausfinden, was der Inhalt ist, das regt zum Nachdenken an", erklärt er das pädagogische Konzept.

Konzentriert versuchen Maria (8) und Hannah (9) Wastlhuber die Schrift in den alten Büchern zu entziffern. Das war die Aufgabe im Stadtarchiv.

Die Schwestern Hannah (9) und Maria (8) Wastlhuber sind bis extra aus Stein an der Traun zur Bücher-Rallye nach Mühldorf gekommen. Konzentriert studieren sie das alte Schulbuch, das der Stadtarchivar herausgesucht hat, aber mit Hilfe von Stefan Pramps ist das Rätsel schnell gelöst. "Ein bisschen haben wir schon nachdenken müssen", sagt auch Christina Sturm (9) aus Mühldorf, die mit ihrer Schwester Johanna auf Bücherrallye ist. "Aber ich lese auch gerne, mir macht das Spaß." Und auch Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber versuchte das Rätsel des Stadtarchivars zu lösen. "Das ist eine gute Idee", lobt er die Bücher-Rallye, Lesen und Schreiben sei Grundvoraussetzung für Erfolg im Leben. Sich Wissen selbst zu erlesen, sei wichtiger Bestandteil von Bildung, betonte auch Bürgermeister Günther Knoblauch.

Auch in der Stadtbücherei waren Rätsel zu lösen. Dort entstand aber auch das längste Buch Mühldorfs. Schon im Vorfeld hatten Kinder verschiedener Schulen Geschichten rund um Mühldorf aufgeschrieben. Blatt an Blatt hängen die Geschichten jetzt im ersten und zweiten Stock des Kornkasten an einer Wäscheleine - 160 Meter sind bisher zusammengekommen, sagt Roswitha Mayerhofer. "14 Tage ist das längste Buch Mühldorfs jetzt hier zu bewundern, dann werden wir es binden lassen", sagt sie, "allerdings brauchen wir dafür noch einen Sponsor. Zum Abschluss der Bücher-Rallye wurden die Klassen ausgezeichnet, in der jeder Schüler eine Geschichte zum längsten Buch Mühldorfs beigesteuert hatte: Die 2c, 3b, 4a, 4b, und 4c der Grundschule Mößling, die 2d und 3d der Grundschule Altmühldorf und die 4a der Grundschule Oberbergkirchen. nl

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser