Angeblich asbesthaltigen Faserzement illegal entsorgt

"Diese Vertuschungsvorwürfe laufen ins Leere!"

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Buchbach - Ein Leser berichtete unserer Redaktion über eine angebliche illegale Entsorgungsaktion in Buchbach. Nun beziehen die Behörden dazu Stellung. 

"Wusstet ihr, dass in Buchbach mehrere Tonnen asbesthaltiges Eternit vergraben wurden?", meldete sich ein Leser bei der Redaktion von innsalzach24.de "Bürgermeister Einwang weiß Bescheid. Der Vorfall ist auch dem Landratsamt in Mühldorf bekannt." Das Wasserwirtschaftsamt habe ebenfalls Kenntnis von der Sache.

Das Eternit liege zwischen Nebelhub und Au. "Der Graben wurde ohne Genehmigung auf mehrere hundert Meter verrohrt und überfüllt. Hier wurde auch das Eternit mit eingefüllt. Der Bach geht weiter in Richtung Walkersaich und spült vermutlich das Gift auch dorthin."

Was ist "Eternit"?

Eternit ist ein Markenname eines Faserzements. Dieser ist ein beständiger Verbundwerkstoff aus Zement und zugfesten Fasern, der für Bau- und Konstruktionsprodukte verwendet wird. Er wurde ursprünglich mit Asbestfasern hergestellt, die aus Silikatmineralien gewonnen wurden. Mit dem Verbot der Verarbeitung wurden die Asbestfasern durch andere Fasern ersetzt. Nach rund 90 Jahren des massenhaften Einsatzes im Baugewerbe gelten diese asbesthältigen Altbaustoffe nunmehr als teuer zu entsorgender Sonderabfall.

Behörden beziehen Stellung

Die Gemeinde selbst teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit, der Fall sei durchaus bekannt und bereits erledigt. Hierzu sei bereits vor zwei Jahren eine Mitteilung eingegangen. Dem sei, unter Einbeziehung sämtlicher zuständiger Behörden, nachgegangen worden. Letztlich sei die Untersuchung jedoch ergebnislos geblieben. "Die Vertuschungsvorwürfe, die hier indirekt erhoben werden, laufen also ins Leere."

"Der von Ihnen geschilderte Fall ist uns seit März 2018 bekannt", teilt wiederum das Landratsamt Mühldorf mit. "Den Anschuldigungen wurde damals von uns nachgegangen. Die Beschuldigten wurden mehrmals zum Sachverhalt angehört." Im Rahmen einer in diesem Zusammenhang durchgeführten Ortsbesichtigung habe keine der Anschuldigungen vor Ort bestätigt werden können. "Die Verrohrung des Grabens war wasserwirtschaftlich und -rechtlich nicht zu beanstanden."

Sachverhalt wurde abgeschlossen

"Die Regierung von Oberbayern, die im Rahmen des Ermittlungsverfahrens von uns regelmäßig über den Sachstand in Kenntnis gesetzt wurde und diesen auch an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz weitergab, hat den Sachverhalt der Beschwerde schließlich am 19. Juni 2018 abgeschlossen."

Auch das Wasserwirtschatfsamt Rosenheim bezog auf Anfrage von innsalzach24.de zu dem Vorfall Stellung: "Der Vorgang ist in unserem Hause wegen einer anderen Sache bekannt." In der vorliegenden Anfrage handele es sich primär um ein abfallrechtliches Thema handelt, daher wurde auf die Stellungnahme des Landratsamts verwiesen.

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hs

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / red (Montage)

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