Breitbandversorgung optimieren

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Mühldorf - Die Breitbandversorgung im Landkreis Mühldorf ist ein Thema, das gerade dem ländlichen Raum auf den Nägeln brennt.

Im Rahmen der "Breitbandinitiative Bayern" hat der Landkreis zusammen mit 21 Gemeinden bei der Regensburger Firma IK-T eine Studie über die Breitbandversorgung in Auftrag gegeben. IK-T-Geschäftsführer Karl Manstorfer präsentierte im großen Sitzungssaal des Landratsamt diese Machbarkeitsstudie. Die Firma ermittelte den Grad der Versorgung im Landkreis, veranlasste eine Bestands- und Infrastrukturanalyse und legte den Bürgermeistern eine Machbarkeitsstudie über die Breitbandversorgung im Landkreis vor. Landrat Georg Huber stellte zu Beginn der Präsentation heraus, dass die Wirtschaft im Landkreis mit der Breitbandversorgung nicht zufrieden sei. "Eine Studie der IHK hat gezeigt, dass nur 63 Prozent der Betriebe mit der Breitbandversorgung zufrieden sind. Wir haben, neben der Verkehrsanbindung, auch in diesem Bereich erhebliche Infrastrukturprobleme", stellte Huber heraus.

Die Bürgermeister gingen noch einen Schritt weiter und machten deutlich, dass auch die Ausweisung von neuen Baugebieten immer schwieriger werde, wenn nicht eine IT-Versorgung sicher gestellt sei. Huber forderte die Gemeinden auf, im September das Gespräch in den Gemeinderäten mit der Firma IK-T zu suchen, um den Versorgungsgrad und die weiteren Möglichkeiten der Breitbandversorgung auszuloten. "Wir müssen schauen, dass wir vorankommen, denn weitere Defizite in diesem Bereich können wir uns, wenn wir das Leben im ländlichen Raum halten wollen, nicht mehr leisten", betonte der Landrat. Die Machbarkeiststudie untermauerte dies. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Haus ein beruflich genutztes Büro sei. 47 Prozent der befragten Betriebe im Landkreis Mühldorf gaben an, dass sie die Verbindungen landkreisweit und oberbayernweit nutzen. Acht Prozent gaben eine bayernweite, 19 Prozent eine internationale und 13 Prozent eine deutschlandweite Nutzung an. "Wir haben bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass es bei den Betrieben im Landkreis eine starke Nachfrage für eine Versorgung von drei bis sechs Mbit/s und über sechs Mbit/s gibt", erläuterte Manstorfer.

Die Firma IK-T beziffert die Grobkosten für die Glasfaserversorgung für die beteiligten Gemeinden im Landkreis Mühldorf auf rund neun Millionen Euro. Durch die Einbeziehung von Alternativen (Richtfunkstrecken, BK-Netze) lassen sich, so Manstorfer, die Investitionskosten auf rund sechs Millionen Euro senken. Die bisherigen Fördermittel in Höhe von 100000 Euro, die jede Gemeinde erhält, machen die Investitionen schwierig. Landrat Georg Huber forderte Land und Bund auf, sich in diesem Bereich stärker finanziell zu engagieren. "Auch diese Infrastruktur ist, wie Schiene und Straße, eine Aufgabe von Bund und Land und muss dort wahrgenommen werden". "Durch den Einsatz von Technologien, welche auf den Kupferkabeln mehr Bandbreite schalten können, oder durch Funktechnologien lässt sich kurzfristig mit wesentlich geringeren Investitionen eine Breitband-Grundversorgung erreichen. Diese wird voraussichtlich jedoch nur einige Jahre ausreichend sein. Mittelfristig sollte im Rahmen eines mehrjährigen Ausbauplans ein Glasfasernetz realisiert werden", betonte Manstorfer. Siehe auch nebenstehenden Artikel.

sb/Mühldorfer Anzeiger 

Rubriklistenbild: © dpa

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