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Mit Karte: Wo es bald schnelleres Internet geben soll

Breitband-Ausbau in Mühldorf: „Letzte weiße Flecken verschwinden lassen“

Die Erschließungsgebiete für den Breitbandausbau in Mühldorf am Inn.
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Die Erschließungsgebiete für den Breitbandausbau in Mühldorf am Inn.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Ein guter Internetanschluss ist derzeit, in Zeiten von Home Schooling und Home Office, so wichtig wie noch nie. Nun will die Stadt Mühldorf mit einem umfangreichen Ausbauprogramm bald letzte „weiße Flecken“ beim Breitbandausbau verschwinden lassen.

Mühldorf am Inn - „Wir haben heute ein Förderpaket mit über zwei Millionen Euro geschnürt. Damit soll für die Mühldorfer Bürgerinnen und Bürger aber auch Gewerbe und Industrie die bestmögliche Breitband-Erschließung erreicht werden. Dies soll mit diesem Förderprogramm mit einem Umfang von über zwei Millionen Euro erreicht werden“, betonte Mühldorfs Erster Bürgermeister Michael Hetzl (UM) gegenüber innsalzach24.de, „Wir wollen so die letzten ‚weißen Flecken‘ verschwinden lassen, indem über 300 Anschlüsse Glasfaser-Leitungen erhalten.“ Schwerpunkte seien vor allem das Industriegebiet und die Ahamer Straße.

Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl.

In seiner jüngsten Sitzung wurden dem Mühldorfer Stadtrat die Ergebnisse einer Markterkundung zur Breitbanderschließung im Stadtgebiet vorgestellt. Laut der Kostenschätzung des beauftragten Infrastruktur-Ingenieurbüro Höpfinger aus Ampfing würden Investitionskosten von etwa 2.063.300 Euro nötig sein, um förderfähige Gebiete in der Kreisstadt mit Glasfaser-Leitungen zu ertüchtigen. Dabei sei von einer Förderung von etwa 1.856.970 Euro und einem Kostenanteil für die Stadt von 206.330 Euro auszugehen. Der Stadtrat sprach sich im Anschluss einstimmig dafür aus, das Ingenieurbüro Höpfinger mit der Durchführung eines Auswahlverfahrens, in dem sich Anbieter für den Ausbau bewerben können, als Teil eines Förderverfahrens für die in der Erkundung festgelegten Stadtgebiete zu beauftragen.

Weiter Nachholbedarf beim Ausbau von Breitbandnetz - Mühldorf am Inn will mit Förderprogramm breitflächig aufholen

Es gibt weiter Nachholbedarf beim Ausbau des Breitbandknetz in der Region. Schon vor drei Jahren hatte dies der Verband der Bayerischen Wirtschaft (vbw) auf einer Pressekonferenz in Waldkraiburg angemahnt (Plus-Artikel innsalzach24.de). Im November des vergangenen Jahres war außerdem das Ergebnis von Untersuchungen zum Stand der Dinge vorgestellt (Plus-Artikel BGLand24.de). „Aktuell nutzen nur sechs Prozent der Unternehmen eine Bandbreite von über 100 Mbit/s. Bis 2023 gehen aber 43 Prozent der Firmen im Freistaat von einem Bedarf jenseits dieses Wertes aus“, berichtete Stefan Neumann, stellvertretender vbw-Vorsitzender der Bezirksgruppe München-Oberbayern. Gerade in der Corona-Krise sei aber gutes Internet am Firmensitz nur die halbe Miete. Für eine reibungslose Zusammenarbeit mit Mitarbeitern im Home Office sei ein weiterer Ausbau des Glasfaser-Netzes wichtig.

So steht es um den Ausbau von Breitband- und Mobilfunk in der Region

Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region.
Der Stand des Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetz in der Region. © vbw

Eine Glasfaser ist eine aus Glas bestehende lange dünne Faser. Kabel aus Glasfaser werden haben, gegenüber solchen aus Kupfer, den Vorteil einer erheblich höheren maximalen Bandbreite. Das bedeutet konkret, dass mehr Informationen pro Zeiteinheit übertragen werden können. Darüber hinaus ist das übertragene Signal unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störfeldern und in höherem Maße abhörsicher.

Ausbau für 312 Anschlüsse im Mühldorfer Stadtgebiet

„Die Kreisstadt Mühldorf am Inn treibt die Breitbanderschließung seit 2009 intensiv voran (Plus-Artikel innsalzach24.de)“, betont die Stadtverwaltung. Aufgrund der immensen Kosten sei sie dabei allerdings auf Förderprogramme des Freistaats angewiesen. „Aktuell bietet dieses ein neues Förderprogramm nach der Gigabit-Richtlinie an. Dabei sollen private Hausanschlüsse mit unter 100 Mbit/Sekunde und gewerbliche Hausanschlüsse mit unter 200 Mbit/Sekunde ausgebaut werden.“ Der Fördersatz liege bei 90 Prozent. Der Höchstbetrag für eine Förderung liege bei Anschlüssen mit mindestens 30 Mbit/Sekunde bei 6000 Euro, bei unter 30 Mbit/Sekunde bei 15.000 Euro.

Die Aufstellung der Kosten für den DSL-Ausbau in Mühldorf am Inn.

„Insgesamt geht es um 312 Anschlüsse. Etwa ein Drittel davon sind gewerblich“, berichtete Mario Lange vom Ingenieurbüro Höpfinger. Er präsentierte dazu auch eine Karte, auf der die entsprechenden Gebiete markiert waren. „Es sollten möglichst viele Anschlüsse nahe bei einander liegen und die Maßnahmen dort förderfähig sein.“

Größter „weißer Fleck“ in Sachen Breitband in Mühldorf am Inn: Ahamer Straße und Ahamerwiesenstraße

Auf Nachfragen der Stadträtinnen Kathrin Enzinger (Grüne) und Claudia Hungerhuber (SPD) berichtete Lange, dass vor allem der Bereich Ahamer Straße und Ahamerwiesenstraße noch die größten „weißen Flecken“ darstellte. Dort fallen Gesamtkosten von 289.000 Euro an. Die teuersten Maßnahmen wiederum stünden im Industriepark mit Kosten von 721.000 Euro an. „Letzteres ergibt sich schlicht aus der Tatsache, dass dort sehr viel größere Strecken an Kabeln verlegt werden müssen.“ Auf Nachfrage von Dr. Reinhard Wanka (UM) erläuterte Lange außerdem, dass die ausgewählten und förderfähigen Gebiete nur solche seien, in denen kein Ausbau durch die Netzbetreiber selbst anstünde.

Grünen-Stadträtin Kathrin Enzinger kritisierte in der weiteren Diskussion des Themas, dass die von der Stadt gestellte Karte nur zusammenfassend die Gebiete mit Nachholbedarf zeigte. „Das lässt sich leider nur schwer im winzigsten Details darstellen. Bei Privathaushalten wären das teils klitzekleine Flecken, hinter denen sich aber teilweise über 20 Anschlüsse verbergen“, erläuterte Bürgermeister Michael Hetzl (UM). „Wie lange wird es dauern, bis all diese Leitungen verlegt sind?“, wollte schließlich Claudia Hausberger (CSU) wissen. „Zunächst einmal wird es nun das Ausschreibungsverfahren geben. Danach wird es etwa zwei Jahre dauern“, antwortete Bürgermeister Hetzl. „Die beauftragten Unternehmen werden sich bemühen, alles zeitnah umzusetzen. Nur muss man immer bedenken, dass in der aktuellen Lage Tiefbaufirmen nicht immer leicht zu finden sind.“

hs

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