Es braut sich was zusammen

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Mühldorf - Ins alte Gebäude der Turmbrauerei in der Weißgerberstraße soll wieder Leben einkehren. Rudi Sterr will dort eine Museumsbrauerei einrichten und seine "Sterr Weiße" herstellen.

Es war ja schon immer sein Herzenswunsch:- eine eigene Brauerei, in der er seine "Steer Weiße" brauen kann. Nun hat sich Rudi Steer diesen Wunsch erfüllt und mit der Anmietung der ehemaligen Turmbrauerei in der Weißgerberstraße die Grundlage für dessen Umsetzung geschaffen.

Damit kehrt Sterr dorthin zurück, wo er sein Handwerk als Brauer und Mälzer erlernte, nämlich in der Turmbrauerei. "Und so schließt sich der Kreis und ich kehre zu meinen beruflichen Wurzeln zurück", sagt Steer, sichtlich bewegt.

Seit 1967 stand die Brauerei still und natürlich ist eine Menge Arbeit und Geld nötig, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Aber all dies scheut der Braumeister nicht und legt seit einigen Tagen, nach einem positiven Bescheid zu seiner Voranfrage beim Landratsamt kräftig Hand in dem alten Gemäuer an. Schließlich soll der Betrieb in der Weißgerberstraße im März oder April laufen.

Dabei erfährt er eine Unterstützung von der erst 21 Jahre alten Julia Hinter aus Gangkofen. Sie kennt den Rudi Steer schon seit sie denken kann, ist er doch schon seit jeher ein Freund ihrer Familie. Schon als kleines Mädchen habe sie bewundert, wie dieser Mann seiner Arbeit nachging und schnell sei in ihr die Entscheidung gereift, "so etwas will ich auch mal machen", sagt Julia Hinter auf die Frage nach ihren Beweggründen. Bereits in der vierten Klasse stand für sie fest: "Ich werde Brauerin" und diesen Entschluss verfolgte sie bis zum Ende ihrer Schulzeit. Sie bewarb sich in der Brauerei Unertl für eine Ausbildung, erlernte dort das Handwerk von der Pike auf und schloss mit der Gesellenprüfung ab. Und nun krempelt sie die Ärmel hoch und packt kräftig mit an.

Schon 1998 wollte der heute 71-Jährige an seinem bisherigen Bierdepotstandort "Auf der Wies" eine Museums-Brauerei mit Gaststube einrichten. Dieses Vorhaben scheiterte damals am Widerstand der Nachbarn. Zehn Jahre später, im Jahr 2008, konnte er zumindest seinen Traum von einem bayrischen Gasthaus mit dem Lokal "zum Steer" in Altmühldorf umsetzen, das heute sein Enkel Patrick Tepin weiterführt.

In seinem neuen Domizil will Sterr aber nicht nur Bier brauen, sondern auch die Geschichte der Braukunst zeigen. Besucher erfahren an Hand von alten Gerätschaften und Werkzeugen, wie das Bier schon vor Jahrzehnten hergestellt wurde.

Und damit das alles nicht nur graue Theorie bleibt und sich die Gäste vor Ort von dem Ergebnis des Produktes aus der neuen Sudpfanne überzeugen können, wird das Bräustüberl an der Weißgerberstraße wieder in Betrieb genommen.

wag/Mühldorfer Anzeiger

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