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Feuer im Bunkergelände

Brandstiftung und Hakenkreuz auf KZ-Gelände in Mühldorf: Staatsschutz ermittelt

Immer wieder ist die KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart Ziel von Vandalismus. Ob es sich bei einem Brand am Sonntag um einen Anschlag handelt, ermittelt der Staatsschutz. Der Brand fand nicht unter dem Bunkerbogen statt, dem wichtigsten Symbol der Erinnerung an die Nazi-Greuel.
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Immer wieder ist die KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart Ziel von Vandalismus. Ob es sich bei einem Brand am Sonntag um einen Anschlag handelt, ermittelt der Staatsschutz. Der Brand fand nicht unter dem Bunkerbogen statt, dem wichtigsten Symbol der Erinnerung an die Nazi-Greuel.

Unbekannte haben auf dem Gelände des ehemaligen KZs im Mühldorfer Hart in einem Bunkerrest Feuer gelegt. Die Frage ist: War es ein politisch motivierter Anschlag oder Vandalismus?

Mühldorf – Unbekannte haben möglicherweise einen Brandanschlag auf Bunkerüberreste im Mühldorfer Hart verübt.

Der Bunker gehört zu den Anlagen des Konzentrationslagers, das die Nationalsozialisten als Außenlager von Dachau gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Mühldorfer Hart betrieben.

Das Feuer betraf nach Angaben von Polizei und Feuerwehr aber nicht den letzten noch stehenden großen Bunkerbogen, der das Herzstück der Gedenkstätte im Mühldorfer Hart ist.

Staatsschutz ermittelt mögliche Hintergründe

Laut Polizei zündeten Unbekannte am späten Sonntagnachmittag gegen 18 Uhr Holz und Müll in dem Bunkerüberrest an. Als Polizei und die Feuerwehren aus Ampfing und Zangberg anrückten, waren die Brandstifter verschwunden. Die Feuerwehren konnten das Feuer schnell löschen, der Schaden ist sehr gering.

Trotzdem könnte der Brand ein größeres Nachspiel haben. „Da ein politisch motivierter Hintergrund der Tat nicht auszuschließen ist, übernahm das zuständige Fachkommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizei Traunstein die weiteren Ermittlungen“, erklärte Polizeisprecher Martin Emig.

Hakenkreuz in der Nähe entdeckt

Als Hinweis auf einen möglichen politischen Hintergrund nennt er ein Hakenkreuz, das Beamte in der Nähe des Eingangs zu dem Bunker gefunden hätten. „Ob dieses erst frisch angebracht wurde oder sich dort schon länger befindet oder möglicherweise mit der Brandlegung in Zusammenhang steht, ist Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.“

Emig sagt aber auch, dass sich der Staatsschutz grundsätzlich einschalte, wenn es um Beschädigungen oder Aktionen in ehemaligen Einrichtungen des NS-Regimes oder Gedenkstätten gehe.

Ob es sich tatsächlich um eine politische Aktion handelt, hält Franz Langstein für eher unwahrscheinlich. Er ist der Vorsitzende des Vereins „Für das Erinnern“, der sich seit Jahrzehnten um die Einrichtung einer Gedenkstätte in dem ehemaligen KZ bemüht.

Zuletzt keine Vorkommnisse

Langstein beruft sich bei seiner Einschätzung auf die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit. „Wir hatten auf dem Gelände in der letzten Zeit überhaupt nichts mehr“, sagt Langstein, „weder Schmiererein noch sonst was.“

Allerdings nutzten Unbekannte das Gelände immer wieder für Vandalismus. So sei vor der Gedenkfeier Ende April unter dem letzten noch stehenden Bunkerbogen ein Lagerfeuer gemacht worden. „So etwas kommt immer wieder vor“, sagt Langstein. Vereinsmitglieder räumten die Überreste und einigen Müll weg.

Kein klassisches Lagerfeuer

Ampfings Feuerwehrkommandant Thomas Hell sagte, dass es aus einem der während der Kampfmittelbeseitigung freigelegten Fundamentreste geraucht habe. „Ein klassisches Lagerfeuer war das sicher nicht.“

Die Polizei warnt davor, in den ausgebrannten Bunkerrest hineinzugehen. „Ein Betreten birgt absolute Lebensgefahr“, sagt Sprecher Emig.

Große Einsturzgefahr

Schon die Feuerwehr konnte nicht mehr in den Bunkerrest gelangen. Wegen der Einsturzgefahr und dem damit verbundenen Risiko löschten die Feuerwehrleute den Brand von außen. Die Bunkeranlagen wurden laut Polizei heftig verraucht und verrußt.

Polizei sucht Zeugen

Hinweise können Zeugen der Polizei unter Telefon 0 86 31/3 67 30 melden.

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