Branchenführer rettet ALSA

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23,4 Millionen Euro zahlt das spanische Unternehmen Befasa für die ALSA und sichert damit den Verbleib der Produktion in Töging. Das Nachbarunternehmen Fliegl, das wegen der Emissionen der ALSA sogar vor Gericht zog, überlegt dagegen, seinen Standort Töging aufzugeben.

Töging - Für den zahlungsunfähigen Aluminiumaufbereiter ALSA gibt es einen Käufer. Das spanische Umweltunternehmen Befesa übernimmt das Werk im Industriepark Inntal ab sofort.

Die zahlungsfähige Aluminium- Salzschlackeaufbereitungs GmbH Süd, kurz ALSA Süd GmbH, in Töging geht in neue Hände über. Wie Insolvenzverwalter Hanns Pöllmann mitteilt, hat das spanische Unternehmen Befesa AG einen Vertrag zum Erwerb der Produktionsanlagen der ALSA Süd in Töging, unterzeichnet.

Miteingeschlossen sind auch die Standorte des insolventen Schwesterunternehmens, der Aluminium-Salzschlackeaufbereitungs GmbH Hannover und Lünen. Den Kaufpreis beziffert Befesa auf insgesamt 23,4 Millionen Euro. Die Summe fließt in die Begleichung der Verbindlichkeiten.

Die Befesa übernimmt den Standort Töging komplett und ab sofort. Ob sie den Bestand an Mitarbeitern der ALSA jedoch beibehält, ist noch offen. Auf Anfrage teilte die Insolvenzverwaltung dazu mit: "Aus einer verfahrensrechtlichen Notwendigkeit heraus wurde den ALSA-Mitarbeitern bereits mit der Eröffnung des Insolvensverfahrens gekündigt. Nach Eröffnung konnte dann zumindest der Werkschutz zum Erhalt der Anlagen weiter beschäftigt werden. Welchen Bedarf an Arbeitskräften der neue Eigentümer hat, hängt von dessen Unternehmenskonzept sowie der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab." Bevor das Unternehmen im Winter Insolvenz angemeldet hatte, hatten 40 Personen darin Arbeit gefunden.

Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Betriebs ist laut Pöllmann aber weiterhin eine deutliche Besserung der Auftragslage, insbesondere eine "Konsolidierung der wirtschaftlichen Situation in der Automotive-Industrie." Die aktuelle Krise hätte sich nämlich dramatisch auf das Unternehmen ALSA ausgewirkt: "Alumiumsalzschlacken fallen bei der Automobilproduktion an. Mit dem schlagartigen Absatz- und Produktionsrückgang im vergangenen Herbst brach auch die Auftragslage für die ALSA Süd ein."

Seit Ende Dezember 2008 stehen in dem Recyclingunternehmen die Bänder still. Lediglich Mitarbeiter des Werkschutzes und der Instandhaltung sind vor Ort im Einsatz.

Die Befesa AG steigt mit dem Erwerb der drei Produktionsanlagen Hannover, Lünen und Töging zum europäischen Branchenführer bei der Aufbereitung von Aluminiumsalzschlacke auf. Zusammen mit seinen Standorten im spanischen Valladolid und in Wales verfügt das Unternehmen jetzt über ein Netz an Produktionsstätten mit hoher strategischer Bedeutung. "Angesichts der angespannten Lage in diesem Wirtschaftssektor", so Insolvenzverwalter Pöllmann, "sind wir sehr zufrieden, einen so qualifizierten Käufer aus der Branche gefunden zu haben."

zip

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