Bodenfunde verzögern Bau

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Die Bauarbeiten verzögern sich, die Kosten steigen: Im Boden unter dem neuen Altenheim liegen nicht nur historische Mauern und alte Tonscherben. Zink, Quecksilber und ein erhöhter pH-Wert machen eine aufwendige Entsorgung des Aushubs nötig.

Mühldorf - Archäologische Funde und verschmutzte Erde verteuern den Bau des neuen Altenheims in der Stadt. Auch das laufende Defizit ist deutlich höher als erwartet.

Die Bauarbeiten am neuen Altenheim in der Stadt gehen nur zögerlich voran. Grund sind verschiedene Funde, deren Abarbeitung zu Verzögerungen und Kostensteigerungen führt. Das wurde am Donnerstagabend im Stadtrat bekannt. Gestern bestätigte Altenheimgeschäftsführer Hubert Radan, dass es erneut archäologische Funde gegeben habe, die bis voraussichtlich Mitte Oktober untersucht würden. Dabei handele es sich um Häuserreste und "jede Mengen Tonscherben".

Gravierender scheint aber die Kontamination von Teilen des Geländes mit Quecksilber und Zink zu sein; außerdem war der pH-Wert zu hoch. "Wir haben leichte Erhöhungen der Grenzwerte, aber nicht so stark", sagte Radan. Das kontaminierte Erdreich sei auf eine Deponie nach Altötting gefahren worden.

Der Bau geht laut Radan trotzdem weiter: "Die Verzögerung hält sich in Grenzen", sagt er und weist darauf hin, dass an unbedenklichen Stellen die Bagger an den Fundamenten weiter arbeiten würden. Durch die frühere Verfüllung des Geländes mit Bauschutt sei der Boden nicht besonders tragfähig und müsse mit starken Fundamenten gesichert werden. Auf drei Wochen beziffert er den Rückstand durch die Entsorgung des verschmutzten Erdreichs, den Termin für die Fertigstellung im Frühjahr 2014 will er halten.

Stadtkämmerer Greß hat die Mehrkosten für die Entsorgung auf 160000 Euro beziffert und die derzeit veranschlagten Gesamtkosten mit 14 Millionen Euro. Altenheimgeschäftsführer Radan betont: "Das muss die Obergrenze bleiben." Nach seiner Einschätzung wäre ein Altenheimneubau auf der grünen Wiese billiger geworden, dagegen biete der Standort in der Altstadt den Senioren ein höheres Maß an Lebensqualität.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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