Bodendenkmäler: IG Mettenheim will Klarheit

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Mettenheim - Die IG Bodendenkmal Mettenheim lud zur Informationsveranstaltung zum Kreuzer Wirt ein.

Immer noch gibt es viele Unklarheiten beim Thema Bodendenkmäler und immer noch erhitzt es die Gemüter in den Gemeinden. "Ich bin dankbar, dass die Landtagsabgeordneten sich bemühen, die Nachqualifizierung in die richtige Bahn zu lenken, viel hat sich aber leider noch nicht getan", kommentierte Mettenheimer Erhard Habel die gegenwärtige Situation bezüglich der Bodendenkmal-Thematik in der Gemeinde. Eine unklare Rechtslage und widersprüchliche Aussagen vom Denkmalamt würden bei Betroffenen für Verwirrung sorgen.

"Wenn wir so weiter machen, können wir bald gar nichts mehr bauen", meinte Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk. Ein Wirt habe einen Biergarten bauen wollen und beim Denkmalamt angegeben, dass sich unter dem geplanten Bau-Platz eine Güllegrube befunden habe. Bodendenkmäler seien dort also auszuschließen, was Schalk auch mit seiner Unterschrift bestätigte. "Das hat das Denkmalamt aber nicht interessiert und es wurde jemand zur Ansicht geschickt", so der Bürgermeister.

Denkmalschutz müsse nach Meinung von Klaus Schomers allen Parteien gerecht werden - der Kommune, der Wirtschaft, dem Besitzer, aber auch dem Denkmalamt. Der Mettenheimer wohnt seit 2003 im Dorf, sein Grundstück wurde vom Denkmalamt als rote Zone ausgewiesen, dort werden Bodendenkmäler vermutet. "Das Gesetz des Denkmalamtes ist nicht zeitgemäß. Aufgrund einer reinen Vermutung wird ein Grundstück zur roten Zone erklärt und der Besitzer wird nicht einmal informiert", so Schomers. Es gelte das Verursacherprinzip, wer ein Bauvorhaben verursacht, müsse also für die Überprüfung des Bodens bezahlen. Dass die Altorte aus dem Bayern Viewer herausgenommen worden sind, hält Schomers für eine trügerische Sicherheit. Viele Leute würden jetzt nicht mehr gegen das Denkmalamt vorgehen wollen, weil ihre Grundstücke nun nicht mehr rot markiert seien.

"Mit Maß und Ziel ist die entscheidende Währung", meinte Landtagsabgeordneter Tobias Thalhammer, der die IG Mettenheim unterstützt. Er könne nicht verstehen, wieso die Bodendenkmal-Problematik so plötzlich aufgetaucht sei und auch nicht, wieso eine gute Lösung so schwer zu finden sei.

Um Klarheit in Bezug auf das Gesetz des Bodendenkmals zu schaffen, zog die IG Mettenheim Rechtsanwalt Eberhard Klose zu Rate. Seltsam sei, dass der Verfasser des Gesetzes, also das Denkmalamt selbst, auch den dazugehörigen Kommentar verfasst habe. Der Bayern Viewer habe laut dem Fachmann keine Rechtsverordnung. "Die gekennzeichneten Gebiete kann man rechtlich nicht angreifen, denn es wird hier ja nur eine Vermutung preisgegeben." 32.000 Bodendenkmäler habe der Veranlasser in den letzten 30 Jahren aufgespürt. Das sei nicht wenig, so Klose.

Notar Michael Habel betonte, wie wichtig es sei, gegen die Willkür des Denkmalamtes vorzugehen, denn "in jedem Fall muss der Besitzer eine Wertminderung seines Grundstücks hinnehmen."

In einem offenen Brief an Dr. Wolfgang Heubisch drückte die IG Bodendenkmal nochmals ihr Unverständnis über das Denkmalschutz-Gesetz aus und bat den Minister um seine Unterstützung.

Anette Mrugala

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