Blühende Landschaften

Mühldorf - Dank "Kulap", dem Kulturlandschaftsprogramm des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, entstehen im Landkreis Mühldorf seit Frühjahr blühende Landschaften.

Das "Herzstück bayerischer Agrarumweltpolitik" nennt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sein aktuelles Kulturlanschaftsprogramm, kurz Kulap. Für Flora, Fauna und das Auge der Betrachters besonders lohnenswert ist dabei die Maßnahme "agrarökologische Ackernutzung und Blühflächen".

Landwirte, die ihre Flächen nicht bewirtschaften, sondern fünf Jahre lang für Blühflächen zur Verfügung stellen, erhalten nämlich seit Anfang dieses Jahres eine Ausgleichszahlung des Freistaats. Weil auf diesen Flächen chemische Düngung oder Herbizide nicht erlaubt sind, soll die Maßnahme zum einen Beitrag zum Gewässer- und Bodenschutz leisten als auch Lebensräume für zahlreiche Tierarten sichern. Laut Ministerium werde so "der Biotopverbund verbessert, die Attraktivität der Kulturlandschaft erhöht und damit auch ihr Erholungswert gesteigert." Imker als auch Jäger sind von der Maßnahme begeistert. Bienen finden in der Pflanzenvielfalt reichlich Nektar, das Wild Nistmöglichkeiten und Verstecke.

Die Landwirte dürfte jedoch vor allem der finanzielle Anreiz von dem Projekt überzeugt haben. Bislang verwandelten 28 Betriebe im Landkreis Mühldorf ihre Ackerflächen in blühende Landschaften, neun Betriebe stellten ihr Grünland für die agrarökologische Nutzung zur Verfügung.

"Für den Herbst befürchten wir sehr viele Anmeldungen", erklärt Josef Wallner, Abteilungsleiter für landwirtschaftliche Fördermaßnahmen im Amt für Landwirtschaft und Forsten in Töging. Angesichts sinkender Getreidepreise sei dies aber nur -logisch: "Wenn das Nichterzeugen mehr Geld bringt als das Erzeugen?" Wallner sieht in dem Programm mittlerweile eine Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Produktion. Ob aufgrund des Erfolgs von "Kulap" die Förderung in der Form auch noch im Herbst fortgesetzt wird, vermag er daher noch nicht zu sagen.

Josef Nicklbauer aus Ampfing hat für Kulap 13 Hektar seiner Flächen zur Verfügung gestellt. Bei Oberalmsham erleben Spaziergänger seit dem Frühjahr wahre Blumenträume. Es habe ihn "viel überwindung gekostet, die Flächen nicht zu bewirtschaften", gibt der Landwirt zu. Allerdings habe er für das Programm ohnehin nicht seine besten, sondern eher schwer zu bebauende Felder ausgewählt. Die Saatgutmischung, die er im Frühjahr ausgebracht hatte, enthält 30 verschiedene Arten von Blumen - darunter Sonnenblumen, Malven, Klatschmohn oder Glockenblumen. Die Mischungen sind für fünf Jahre konzipiert.

Die Resonanz der Passanten auf Nicklbauers Blumenpracht sei von Anfang an -super. Dass sich viele Spaziergänger oder Wanderer mal eine Blume aus seinen Wiesen abschneiden, stört Nicklbauer daher überhaupt nicht.

zip/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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