Mühldorf blickt nach München

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Die Ledererstraße: Sie steht im Focus der Stadtgespräche und diese haben einen Überblick, über die Einstellungen und Planungen der Eigentümer in der Ledererstraße gebracht. Laut Stadtgespräche Moderator Lepping ist die „Bereitschaft erkennbar, die Attraktivität der Ledererstraße zu erhöhen“.

Mühldorf - Die Attraktivität der Altstadt-Gassen und die Außenwirkung Mühldorfs - das waren die zentralen Themen in der dritten Auflage der Stadtgespräche.

Im dritten Jahr der Stadtgespräche richtet sich der Focus auf die Darstellung in München und die Gassen in der Altstadt, erklärt Moderator Thomas Lepping im Interview mit dem Mühldorfer Anzeiger.

Sind Sie mit dem Verlauf der Stadtgespräche zufrieden?

Die Stadtgespräche zeigen, dass viele bereit sind sich ehrenamtlich zu engagieren, es wurden verschiedene Maßnahmen bereits umgesetzt. Wir haben vor allem über die Projektgruppe „Wirtschaftsflächenmanagement“ die Eigentümer in der Altstadt sensibilisiert und die Entwicklung in den Gassen in den Blick genommen. Es arbeiten etablierte Mühldorfer mit, die neue Aufgaben angehen und andere ansprechen. Auf diesen Bereich bin ich sehr stolz, denn was wir dort erleben ist nicht selbstverständlich. Da steckt bei vielen die Liebe zum Standort dahinter.

Wie entwickelt sich die Planung für die Weihnachtszeit?

Ich habe das erste Mal das Gefühl, dass wir etwas Größeres gemeinsam erreichen können. Wir planen, die Bögen der Arkaden zu beleuchten. Es gibt gute Signale, dass das in Zusammenarbeit mit Händlern und Hausbesitzern funktionieren wird.

Wird es die geplante "Weihnachtsstadt" mit Buden am offenen Sonntag im Advent geben?

Es gibt den Christkindlmarkt, der eingeführt und erfolgreich ist. Es ist sehr schwierig, am verkaufsoffenen Adventssonntag ein zusätzliches Angebot mit Buden zu machen.

Um die Sonntagsöffnung zu erlauben, benötigt die Aktionsgemeinschaft einen Anlass.

Den gibt es, wir werden die "Mühldorfer Adventsklänge" mit einem veränderten Programm fortsetzen und die Arkadengänge nutzen. Wir wollen verstärkt Mühldorfer Gruppen zum Beispiel von der Musikschule zum Mitmachen gewinnen.

Sind die Stadtgespräche in der Bevölkerung verwurzelt?

So tief verwurzelt sind sie definitiv nicht, obwohl wir die Bürger sehr breit angesprochen haben. Wichtig ist aber, dass wir die Stützpfeiler bekommen haben, die wir brauchten. Wir verfügen damit über eine gesunde Gesprächsbasis.

Erreichen Sie so gravierende Veränderungen, wie in anderen Städten?

Diese Veränderungen brauchen wir gar nicht. Andere Städte stehen mit dem Rücken an der Wand. Diese Situation haben wir in Mühldorf glücklicherweise nicht. Der Stadt geht es sehr gut. Das zeigt nicht zuletzt die Ansiedlung von H&M. In anderen Städten bekommen die Leute glänzende Augen, wenn sie davon hören und mich fragen, wie es gelungen ist, das Bekleidungsgeschäft in die Stadt zu holen.

Befürchten Sie durch H&M keine erdrückende Konkurrenz zu den ansässigen Geschäften?

Jeder, der auf Zack ist, kann davon profitieren. Vielleicht muss man Nischen entwickeln oder Kunden besonders ansprechen. Fakt ist aber: Es kommen viele Leute wegen H&M von außerhalb in die Stadt, das muss man nutzen. Wenn es Gold regnet, muss man die Kelle raushalten.

Sie wollen im dritten Jahr die Außenwirkung der Stadt zu einem Hauptthema machen. Worum geht es dabei?

Mühldorf hat viele tolle Dinge zu bieten. Wir müssen uns fragen, wie können wir nachhaltig damit raus gehen? Ziel ist ganz klar der Raum München. Das wird unabhängig von den Stadtgesprächen das entscheidende Thema sein.

Wer soll das umsetzen?

Es muss eine konzertierte Aktion werden, sie ist nicht allein Sache des Bürgermeisters, der Wirtschaft oder einer Partei. Zunächst müssen wir die Grundlagen schaffen, die Zielgruppen definieren, weiche und harte Standortfaktoren darstellen, den einen Spruch finden, der die Attraktivität darstellt. Wir müssen schauen welches Budget wir haben, welches Konzept tragbar wäre, wie wir etwas besonderes machen können. Es wäre zum Beispiel eine Kampagne denkbar: "Ich war in München, jetzt lebe ich in Mühldorf". Das heißt, wir suchen Menschen, die uns mit dieser Erfahrung unterstützen, Bauträger und Investoren, die von einer engeren Verbindung mit München profitieren können.

Wie wollen Sie eine solche Kampagne finanzieren?

Es muss eine konzertierte Aktion werden von Wirtschaft und Stadt. Wir brauchen das Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft zur Finanzierung. Denn wir wollen eine nachhaltige Kampagne und nicht nur eine einzige Aktion.

Es gibt bereits verschiedene Ansätze, Mühldorf oder die Region nach außen verstärkt darzustellen.

Es sind sektoral verschiedene Ansätze vorhanden zum Beispiel durch die Wirtschaftsförderung der Stadt. Diese Aktivitäten müssen wir bündeln und ausweiten.

Wäre nicht eine gemeinsame Werbung mit anderen Städten in der Region sinnvoller?

Wir wollen natürlich andere Bemühungen wie die des Städtebunds nicht konterkarieren. Auf der anderen Seite stehen die Städte im Wettbewerb untereinander. Mühldorf ist eine starke Stadt, die auch als Einkaufsstandort eine gute Entwicklung genommen hat, weil bestimme Aktivitäten wie die Entwicklung der Außenbezirke und der Innenstadt richtig gemacht worden sind. Und München ist das zentrale Oberzentrum. Wenn ich Mühldorfs Entfernung zu München betrachte, weiß ich, dass Mühldorf gute Chancen hat. Diese Nähe sollten wir nutzen.

hon

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