Besteht Bedarf für Nachbarschaftshilfe?

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Obertaufkirchen – Immer mehr Menschen sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Sei es, weil sie sich im Alter allein zuhause versorgen oder Unterstützung bei der Betreuung ihrer Kinder benötigen.

In einigen Gemeinden haben sich Bürger zu Nachbarschaftshilfevereinen zusammengeschlossen. Was es damit auf sich hat, dies wurde bei einer Informationsveranstaltung der Gemeinde Obertaufkirchen im Gasthaus Pointvogl geklärt. Die Moderatorin der Veranstaltung, Annemarie Empl, erklärte, man wolle diese Idee der Nachbarschaftshilfe in die Bevölkerung tragen und bestenfalls zu einem Verein bringen. Prominente Unterstützung sicherte sich Empl mit Bürgermeister Franz Ehgartner, der dieses Thema als "sehr wichtig" erachtete. Die Idee werde nachhaltig begrüßt, sagte er.

Ein konkretes Bild über organisierte Nachbarschaftshilfevereine konnten sich die Zuhörer mit Hilfe dreier Referenten machen. Margit Niedermaier aus Hohenpolding, Silvia Wolf aus Haag und Matthias Brenner aus Isen stellten jeweils bereits gegründete Vereine in ihren Kommunen vor.

Hilfe gegen geringes Entgelt

Die Schwerpunkte im Leistungsspektrum werden dabei je nach Bedarf in den betroffenen Gemeinden gesetzt. Meist trifft dies auf die Seniorenbetreuung zu: Fahrdienste, Essensausfahrten oder sogar leichte pflegerische Tätigkeiten führen ehrenamtliche Helfer aus der Gemeinde gegen ein geringes Stundenentgelt aus, das der Betroffene entrichtet. Doch auch eine Kinderbetreuung sei durchaus möglich, erläuterte beispielsweise Margit Niedermaier.

In ihrem Verein sei ein "Zwergerlkindergarten" gegründet worden, in dem Kinder ab zwei Jahren betreut würden. Sie rief zu einem Appell an die Menschen auf, eine solche Hilfe anzunehmen. Dennnoch stelle die Hilfestellung durch einen organisierten Verein nur eine Überbrückungsmaßnahme dar, da die Helfer schließlich keine Fachkräfte seien. Letztlich komme es in Obertaufkirchen auf die Einsatzleitung an, die die jeweiligen Helfer gemeindeweit koordinieren könne. Idealerweise solle eine solche Position über entsprechende Qualifikationen verfügen, wie etwa eine Pflegerin, Erzieherin oder Krankenschwester. Eine solche Aufgabe würde auch mit einer Aufwandspauschale vergütet.

Die Gemeinde will nun vorab einmal prüfen, wo Bedarf für Nachbarschaftshilfe bestehe und stellt einen Fragebogen auf der Homepage www.obertaufkirchen.de bereit. Der Fragebogen soll ausgefüllt an die Gemeinde zurückgegeben werden. Aufgrund der Rückmeldungen wolle die Kommune entschieden, ob ein Nachbarschaftshilfeverein gegründet werden kann.

res/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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